Geschäfte in Unterharmersbach drohen Einbuße

Baustellen-Aktion: »Rückgang an Kunden nur abgemildert«

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11. Januar 2019

Not macht erfinderisch: von links Lucia Fautz-Schnaitter (Naturhaus 7), Ursula Schülli (Tankstelle Schülli), Max Bergsträsser (Apotheke am Kurgarten), Luitgard Herrmann (Metzgerei Herrmann), Petra Kühnpast (Rund ums Leben - Kopf), Clemens Knäble (Bäckerei Knäble), Friedbert Maier (Irmgards Frisuren Studio) und Bernfried Neuhaus (Radsport Neuhaus) danken für die Kundentreue während der Bauarbeiten in Unterharmersbach. Auf dem Foto fehlt Angelika Welle-Männle (Bäckerei Welle-Männle). ©privat

Eine Baustelle in einem Ort bringt nicht nur für Verkehrsteilnehmer und Anwohner Beeinträchtigungen. Auch Einzelhändler leiden unter sinkender Kundenfrequenz. In Unterharmersbach trotzten neun Geschäfte drohenden Einbußen mit einer Kundenaktion.

Als ab Juli 2017 bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt Bagger das Straßenbild bestimmten und Unterharmersbach größtenteils durch eine Umleitung umfahren wurde, starteten neun Geschäfte die Kunden-Aktion »Baustelle im Hombe«.

Den Geschäftsleuten im Ort war klar, dass solch eine Großbaustelle mit Bauarbeiten, Umleitungen und Ampeln zwangsläufig einen Rückgang bei der Kundenfrequenz bringen würde. Um diesen zu verringern, riefen sie eine Aktion ins Leben, bei der es pro Monat fünf Einkaufsgutscheine á 50 Euro plus einen 50-Euro-Gutschein für ein Geschäft in Zell zu gewinnen gab.  Kunden erhielten pro Einkauf einen Stempel, war die Karte voll, nahm sie an einer Verlosung teil. Die Geschäftsleute füllten den Gewinntopf monatlich, Sponsoren unterstützten die Aktion.

Die Sache war ein voller Erfolg: Max Bergsträsser (Apotheke am Kurpark), Initiator der Aktion, berichtet nach eineinhalb Jahren von insgesamt rund 10 000 ausgefüllten Karten. Die letzte Verlosung fand am 15. Dezember statt, die Aktion endete, auch weil die Ortsdurchfahrt wieder weitgehend durchgängig befahrbar ist.

Klingt wie eine Erfolgstory

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Was nun wie eine Erfolgs­story klingt, hat allerdings größere Schäden für den örtlichen Einzelhandel lediglich abgemildert. Max Bergsträsser nennt beispielhaft die Zahlen aus seinem Geschäft, belegt von der elektronischen Kasse: »Im Schnitt hatten wir 15 Prozent weniger Kunden während der Bauarbeiten im Vergleich zum Vorjahr«, erklärt er. 

Das liegt nach Ansicht des Apothekers übrigens nicht maßgeblich an der Laufkundschaft, sondern an den Kunden, die bislang mit dem Auto vorgefahren sind. »Die Leute reagieren sensibel auf Wartezeiten an Ampeln«, schätzt er. Und wer mal den Wagen abstellte, hatte oft Schwierigkeiten, sich wieder in die Grünphase einzufädeln. »Es fehlten die Kunden, die mit dem Auto ihre Einkaufstour gemacht haben«, so Bergsträssers Erkenntnis. Extrem war sein Rückkgang, als direkt vor dem Geschäft gebaggert wurde. Bergsträsser verhehlt auch nicht, dass bei einem noch größeren Verlust an Kunden im Extremfall Entlassungen gedroht hätten. Dann, wenn die Ertragsspanne dauerhaft unterhalb der Fixkosten geblieben wäre.

Der Apotheker macht allerdings niemand einen Vorwurf, stellt das eher nüchtern fest. Und er macht auch der Baufirma Reif ein Kompliment: »Jeder Einzelhändler hatte stets Kontakt zur Baufirma, um individuelle Probleme auf direktem Weg zu lösen«.

Dennoch: Nicht nur Bergsträsser dürfte froh sein, wenn alle Bauarbeiten bald beendet sind.

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