Kultursommer Gengenbach

Sabine Essinger überzeugt mit schwäbischem Kabarett

Autor: 
Erich Fakler
Lesezeit 3 Minuten
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25. Juni 2019

(Bild 1/2) Sabine Essinger überzeugte in der Weinmanufaktur Gengenbach musikalisch, aber auch als ehrgeizige Mutter im absoluten Förderwahn, die einen Krabbelkinder-Ballettkurs für notwendig erachtet. ©Erich Fakler

Elf Frauen, von nur einer verkörpert: Sabine Essinger hatte das Publikum mit ihrem schwäbischen Kabarett schnell auf ihrer Seite, sei es als Baby Fleischle, Berta, Luise oder Witwe Fleischle. Sie zeigte sich in der Weinmanufaktur Gengenbach äußerst wandlungsfähig.
 

Verblüffung, Begeisterung und herzhaftes Lachen begleiteten die Typenkabarettistin Sabine Essinger bei ihrem Kultursommerauftritt am Freitagabend in der Weinmanufaktur Gengenbach. Ihr souveränes Jonglieren mit Vorurteilen, Haltungen, Gefühlen und Alltagsbeobachtungen wurde nur noch übertroffen von ihrer chamäleonartigen Wandlungsfähigkeit und dichten Bühnenpräsenz. In einer Person gibt sie insgesamt elf Frauen der Familie Fleischle Haltung und Stimme. Ihre Ideen sind das Produkt langjähriger Beobachtung ihrer Mitmenschen. Ihre Wirkung auf die Zuschauer aber auch das Ergebnis fleißigen Textfeilens und Einübung neuer Darstellungstechniken.  So erntet die 62-Jährige  grenzenloses Staunen, als sie bei ihren musikalischen Vorträgern in den höchsten Lagen jauchzt und jodelt. Das Jodeln hat sie sich mit Aufnahmen bekannter Jodelkünstler selbst angeeignet.

»Appétit colossal«

Und wenn die nach absolviertem Lehramtsstudium von Deutsch und Französisch zum Kabarett abgewanderte Schwäbin eine Persiflage von Edith Piafs »Je ne regrette rien« bietet und damit ihre langjährig angeeigneten Körperringe mit ihrem »appétit colossal« vibrierend begründet, hat sie das Publikum vollständig auf ihrer Seite. Die Frau aus Besigheim-Ottmarsheim kann aber auch schwarzen Humor.

In der Figur der Witwe Fleischle rechnet sie am Grab ihres soeben verstorbenen Gemahls mit dessen Untreue und Nichtsnutzigkeit ab. Deshalb hat sie ihm auch einen Wecker in den Sarg gelegt, der morgens um 5.30 Uhr läutet. Sie hat sich nicht scheiden lassen und immerzu g’schafft, dafür müsse sie jetzt aschaffe. »Spiel mir das Lied vom Tod« ist ihr treffender Abschied mit Mundharmonika.

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Neigung zum Laubbläser

Zusätzlich nimmt sie die Männer ganz allgemein wegen deren Neigung zu Laubbläsern aufs Korn.Als Berta Fleischle und versierte Dudelsackbläserin empfiehlt sie den kommunalen Bauhofbetrieben und privaten Gartenbesitzern mit einem Baum und 50 Quadratmetern Fläche dieses Gerät wärmstens als umweltfreundliches Allzweckgerät. »Bled isch nur, dass ma beim Reiblase nid schwätze ko.«

Breiten Raum gibt sie dem Förderwahn ehrgeiziger Mütter. In der Figur der Luise Fleischle gewinnt das Publikum Einblick in die  gruppendynamischen Prozesse einer Krabbelgruppe. Gleichzeitig wird die gesamte frühkindliche Ratgeber- und Frühförderliteratur genüsslich durchgewalkt. So sei es absolut notwendig, das Kleinkind in einen Krabbelkinderballettkurs zu bringen. Nur so könne die Aufnahme in die berühmte Ballettschule John Cranko gelingen.

Als Baby Fleischle lieferte die vielseitige Künstlerin in authentisch umwerfender Babysprache einen intimen Einblick in das Eheleben der Fleischles. Neben der Künstlerin sorgte auch Melanie Lampert, bis Mai Weinprinzessin von Zell-Weierbach, mit ihrer charmanten Präsentation der inklusiv angbotenen Weinprobe für einen rundum gelungenen Unterhaltungsabend in der Weinmanufaktur Gengenbach.

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