Offenburg

Schäuble besucht Islam-Unterricht

Autor: 
Von Stefanie Jäger
Lesezeit 2 Minuten
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10. März 2009
»Vorurteile abbauen«: Seit zweieinhalb Jahren wird im regulären Religionsunterricht muslimischen Grundschülern der Georg-Monsch-Schule auf Deutsch die islamische Religion nähergebracht. Gestern hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble den Modellversuch besucht.
Offenburg. »Wir müssen den Muslimen zeigen, dass sie in unserem Land willkommen sind«, sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble gestern bei seinem Besuch in der Georg-Monsch-Schule, »dann dürfen wir auch erwarten, dass sie sich auf unser Land einlassen«. Wichtig sei dabei vor allem, Vorurteile abzubauen und Integrationsarbeit zu leisten. »Kinder, die ausgegrenzt aufwachsen, haben keine fairen Lebenschancen«, so Schäuble. Einen Beitrag zur Integration muslimischer Kinder leistet der islamische Religionsunterricht, der seit zweieinhalb Jahren im Rahmen eines Pilotprojektes an der Georg-Monsch-Schule stattfindet. Als »sehr positiv« empfand Schäuble die angenehme Atmosphäre während des Unterrichts von Güllü Özügenc: »Man sieht, wie freudig die Kinder dabei sind; ich hoffe, dass das noch lange so weitergeht.« Im Sitzkreis um einen Strauß roter Rosen erarbeiteten die Kinder zusammen mit ihrer Lehrerin spielerisch den Lebenslauf des Propheten Mohammed. Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Für einen bundesweiten islamischen Religionsunterricht braucht man laut Schäuble einerseits Lehrpläne, andererseits aber auch eine Ausbildung für die Lehrkräfte. »Man sollte jetzt einfach mal anfangen und eine Fakultät für islamische Religion an einer Hochschule einrichten«, meinte Schäuble. Schon viel bewegt Die entscheidende Voraussetzung für erfolgreichen Islam-Unterricht an deutschen Schulen ist laut Schäuble eine Partnerschaft zwischen einer muslimischen Religionsgemeinschaft und dem Kultusministerium, damit Lehrpläne erstellt werden können. Zunächst müsse sich jedoch eine solche Religionsgemeinschaft bilden: »Man kann nicht einfach aus einem Verband von Muslimen eine Religionsgemeinschaft machen.« Außerdem wolle man den Islam nicht zur Kirche machen, sondern ihn als Religion respektieren. »Wenn man aber einmal betrachtet, wie langsam sich das Verhältnis zwischen der christlichen Kirche und dem Staat entwickelte, geht das mit der muslimischen Religion recht schnell.« Laut dem Innenminister habe sich schon viel mehr bewegt, als man noch vor ein paar Jahren geglaubt hätte. Die Georg-Monsch-Schule betreut neben dem Islamunterricht ein weiteres Projekt: In einer Vorbereitungsklasse kümmert sich Brigitta Böhmer um Neuankömmlinge, bis diese in eine Regelklasse integriert werden können. Momentan beschäftigt sich die Klasse mit dem Thema Frühling; Berivan (7), die vor einem Jahr aus der Türkei kam, trug gestern stolz ein deutsches Gedicht vor. »Man könnte denken, du wärst in Deutschland geboren«, lobte Schäuble.

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