Seniorentreff

Schauergeschichten für Senioren

Von Erich Fakler
Lesezeit 3 Minuten
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05. Oktober 2022
Die Wirkung ihrer unheimlichen Sagen konnte die „Zetzel“­ ­(Michaela Neuberger) zusätzlich mit vielsagendem Blick ­vertiefen.⇒Foto: Erich Fakler

Die Wirkung ihrer unheimlichen Sagen konnte die „Zetzel“­ ­(Michaela Neuberger) zusätzlich mit vielsagendem Blick ­vertiefen.⇒Foto: Erich Fakler ©Erich Fakler

Nach zwei Jahren Zwangspause gab es in Berghaupten wieder einen Seniorennachmittag. Michaela Neuberger aus Oberharmersbach erzählte Unheimliches. Mancher erschrak richtig.

Nach drei Jahren Zwangspause konnte Bürgermeister Philipp Clever am Mittwochnachmittag in der Schlosswaldhalle endlich wieder viele Senioren Berghauptens begrüßen. Und dank der umsichtigen Organisation von Christiane Kranz wurden die älteren Bürger Berghauptens nicht nur von vielen helfenden Händen des Betreuungsteams versorgt, sondern  vom Schulchor, einer Tanzgruppe des Turnvereins und vor allem von der „Zetzel“ (Michaela Heuberger) aus Oberharmersbach über zwei Stunden bestens unterhalten. Und die begabte Geschichtenerzählerin aus dem ehemaligen Reichstal beherrschte ihr Mundwerk ganz erstaunlich. Immer wieder zuckten die fasziniert und mucksmäuschenstill  zuhörenden Frauen und Männer ganz erschrocken zusammen, wenn die „Zetzel“ auf dem Höhepunkt ihres Spannungsbogens urplötzlich mit einer lauten Stimmexplosion eine unheimliche Erzählsituation auflöste.

„Was verzellt wird“

Ganz authentisch wirkte die resolute Frau aus dem Harmersbachtal, wenn sie in ihrer heimischen Mundart „verzelle“ konnte. Und um ihren Geschichten das nötige Gewicht zu verleihen, verwies sie auf die Lebenseinstellung der Altvorderen: „D’Lit hen gsait, was verzellt wird, isch wohr.“  Sie begann mit Geschichten aus ihrer engeren Heimat, erzählte vom „Hörnlesepp“ (Teufel) und unerklärlichen Ereignissen. Bilder, die grundlos von der Wand fielen, oder einer stehengebliebenen Uhr. Anderntags sei die Nachricht gekommen, dass genau zu diesen Zeitpunkten ein naher Verwandter ums Leben gekommen sei. „S’het sich ozeigt.“ Diese Ereignisse wurden als Vorboten eines Unglücks über Generationen weiter vermittelt. Ganz aktuell in die aktuelle Zeit der Energienot passte die Geschichte vom Zierlesbur. Dieser klaut nachts Holz zusammen. Dabei verunglückt er eines Nachts und muss nun zur Strafe als Wiedergänger Nacht für Nacht umherwandern. Auch dies ein Grundthema vieler Lokal- und Gespenstersagen. Das Sagenbeispiel vom Zierlesbur sei auch ein Beispiel von ausgleichender Gerechtigkeit, wie es das Volksbewusstsein gerne haben wollte, wenn schon keine irdische Gerechtigkeit herbeigeführt werden konnte. Die „Zetzel“ hatte sich vorbereitet und auch Unheimliches von Berghaupten selbst auf Lager. Sie erzählte vom „Ewigen Fischer“, der einem Fabrikarbeiter aus Berghaupten auf seinem nächtlichen Weg über den Geisensteg mit Ziegenfüßen an der Kinzig erschienen sei. Wenn es ganz unheimlich wurde in den Erzählungen, verstand es die Trachtenträgerin zudem, mit rollenden Augen ihren mystischen Erzählungen weiteren Nachdruck zu verleihen.

Da war es doch gut ...

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Da war es doch gut, dass die Kinder des Grundschulchores mit ihrer Leiterin Manuela Lay als aufmunternde Grundlage zur Eröffnung des Seniorennachmittags fröhlich frische Lieder von der Bühne geschmettert hatten. Keck, frech und unbekümmert drang das „Weiß ich nicht“  in die Ohren der längst der Schule Entwöhnten.

Als Abschluss ihres Liederreigens erklang „Schluss für heute, aus und vorbei“. Allerdings vergaßen sie nicht, jetzt schon auf ihren Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt am 26. Dezember hinzuweisen. „Ja, so gelenkig bin ich auch mal gewesen“, dürfte sich manch ein Besucher beim Anblick der zum Programmabschluss tanzenden Mädchen des TV Berghaupten 1913 gedacht haben. Zum Abschluss versprach Bürgermeister Philipp Clever eine Wiederauflage des Seniorennachmittags in 2023 und bedankte sich beim Helferteam mit je einem Blumengebinde.

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