Gut gelaunt dem Regen getrotzt

Schleppertreffen in Bühl zog am Sonntag zahlreiche Besucher an

Autor: 
Martin Röderer
Lesezeit 4 Minuten
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09. Oktober 2019

(Bild 1/2) Beim Korso durch das Dorf waren am Sonntag auch die Jüngsten dabei. ©Martin Röderer

Trotz nasskaltem Herbstwetter zog das achte Schleppertreffen des FSV Bühl und der Gottswälder Schlepperfreunde viele Schlepperfahrer aus ganz Süddeutschland und Besucher an.

Pünktlich ab 10.30 Uhr rollten die ersten Schlepper durch die Bühler Straßen und wurden durch den „Chefeinweiser“ Axel Lutz auf dem Festgelände aufgestellt. Der erste Besucher ließ nicht lange auf sich warten: der dreijährige Till, mit seiner Mama und dem Labradormischling „Cooper“ auf dem Morgenspaziergang, wollte nicht mehr runter vom Schlepper. „Ich will hier bleiben und mein Mittagsschläfchen auf dem Schlepper machen“, rief der begeisterte Junge. Seine Mama hatte es nicht leicht, mit ihm das Festgelände zu verlassen.

Bereits am Samstag angereist war Familie Horix aus Römersberg bei Speyer – im extralangen VW-Bus, in dem ein Irus-Schmalspurschlepper untergestellt war, dahinter ein Wohnwagen. „Wir sind von April bis Oktober jedes Wochenende auf Schleppertreffen, in diesem Jahr waren wir nur an einem Wochenende zu Hause“, erzählt das Paar beim Frühstück vor dem Wohnwagen auf dem Parkplatz am Sportgelände. Ihrem behinderten Sohn Nico zuliebe, der sich noch im Wohnwagen aufhält, frönt die Familie diesem Hobby.

93-Jähriger mit rotem Porsche

Natürlich beim Heimspiel immer dabei, mit seinem roten Porsche Baujahr 1958, der 93-jährige Karl Ockenfuß. Herausgeputzt auch die beiden Schlepper von Armin und Eckhard Sadurski aus Griesheim: ein Hanomag 12 R, Baujahr 1955, sowie ein Holder, Baujahr 1979, mit 43 PS. Beide Schlepper kommen nur noch auf Schleppertreffen zum Einsatz. 

Aus Sinzheim angereist und bereits Stammgast in Bühl war Alfred Huck mit seinem Güldner, Baujahr 1963. Er hatte 90 Minuten für die Fahrt nach Bühl benötigt. „Im Mai war ich beim „20 Jahre Glühkopftreffen“ in Bad-Neuenahr, die einfache Wegstrecke betrug 350 Kilometer. Ich bin zwei Tage hingefahren, drei Tage dort geblieben und wieder zwei Tage zurückgefahren – ein ganz besonderes Erlebnis“. Der Glanz in seinen Augen sagte alles.

Das wohl am meisten bestaunte Gefährt stellte Uwe Natho aus. Er reiste mit einem Anhänger aus Backnang an, mit mehr als zwei Stunden Fahrzeit. Auf dem Anhänger eine absolute Rarität, um die sich ganztags Menschentrauben bildeten: Ein schwarzer Wurr, Baujahr 1937, mit 25 PS, der Hingucker an diesem Tag. Das Kennzeichen: ZE-UN-37. „Das Fahrzeug wurde in Hamburg gebaut, ausgestattet mit einem Junkers Gegenkolbenmotor. Die Junkers-Motoren wurden vor dem Krieg auch in Flugzeugen eingebaut“, so der fachkundige Schlepperfreund. Das Fahrzeug hat er letztes Jahr an seinem damaligen Wohnort in Sachsen-Anhalt gekauft und zugelassen. Es ist erst sein viertes Schleppertreffen. „Es ist eine große Freude für mich, unter Gleichgesinnten sein zu dürfen“, sagte er. Und diese Freude war ihm deutlich anzumerken.

Ursus aus dem Jahr 1945

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Mit dem Lenkrad anwerfen musste Otto Hahn aus Hesselhurst den Motor seiner Ursus C 45, Baujahr 1949, mit 45 PS. Viele Neugierige versammelten sich um den Schlepper, als er mit lautem Geknatter die Heimreise antrat.

Manfred Falk aus Rammersweier war mit seinem Grünlandschlepper Deutz Intrac, Baujahr 1986, mit 70 PS, angereist. Er ist hin und wieder auf Schleppertreffen, ansonsten ist das Gefährt im Einsatz rund um das Holzspalten: der Spalter an der Front, hinten der Anhänger.

Mit einem Schäferwagen, im Schlepptau eines Fendt Baujahr 1955, kamen Bernd und Sabine Ross aus Kehl angereist. Innen als Wohnwagen ausgebaut, außen das Bild eines Schäferwagens – das Gefährt kann sich sehen lassen. „Wir waren im Sommer 14 Tage in Mainz, auch Bad-Säckingen haben wir mit dem Gespann im Urlaub bereist.“

Korso durch Bühl

Glückliche Kinderaugen strahlten, als beim Korso durch Bühl eine ganze Gruppe mitfahren durfte. Am Steuer des Schleppers war Ralf Erhardt, der Chef der „Schlepperchaoten“. „Wir kommen aus dem gesamten Ortenaukreis und haben uns vor sieben Jahren zusammengetan“, so der Fahrer der Kindergruppe.

Den ganzen Tag über wurde gefachsimpelt, zwischen den Deutz, Eicher, Güldner, Porsche, Hürlimann, Fendt und weiteren Schleppertypen. Für das leibliche Wohl war natürlich ebenfalls bestens gesorgt. Nach dem Fassanstich mit Freibier zur Eröffnung durch Ortsvorsteher Georg Schrempp und einen Vertreter des Brauwerks Baden tischte Vereinskoch „Jones“ mit seinem Team Sauerkraut, Kassler und Kartoffelbrei auf. Eine reichhaltige Kuchentheke rundete das Angebot ab. 

Zufriedene Schlepperfahrer, zufriedene Besucher und ein Veranstalter, der sich ebenfalls sehr positiv zum Geschehen äußerte: Das war das Fazit des diesjährigen Schleppertreffens in Bühl, das am 4. Oktober kommenden Jahres eine Neuauflage erfahren soll.

Info

Auszeichnungen

◼ Ältester Schlepperfahrer: Karl Ockenfuß aus Bühl (93 Jahre alt).
 Ältester Schlepper, Fahrer mit der längsten Anreise: Wurr, Baujahr 1937, mit Fahrer Uwe Natho aus Backnang.

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