Offenburg

Schwerer Abschied nach 30 Jahren

Autor: 
Klaus Krueger
Lesezeit 3 Minuten
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25. Oktober 2002
Nach 30 Jahren ist Schluss. Das Schutterwälder Eiscafé »Europa« schließt Mitte November. Aus familiären Gründen zieht`s die Familie Celot nach Italien zurück. Die Nachfolge ist gesichert. Mitte Januar übernimmt eine portugiesische Familie das Café.
Schutterwald. Die Entscheidung ist der Familie nicht leicht gefallen. Wochenlang hat sie nach Alternativen gesucht, um einen Fortbestand des Eiscafés zu gewährleisten. Doch für Fabio Celot, seiner Frau Mara und sowie seiner Schwester Carla und deren Mann Maurizio Santin gibt es keine andere Wahl, als »Arrivederci« zu sagen. Vorrang für die Familie »Die Familie hat Vorrang«, sagt der 38-Jährige, dessen Frau Mara im Januar ihr zweites Kind erwartet. »Unser Sohn Dennis ist jetzt fünf Jahre alt und hat nicht viel von uns gehabt«, so Fabio Celot und erzählt, dass das Eiscafé von morgens bis nachts die Anwesenheit der Familie in Anspruch nahm. »Sonntags einfach mal spazieren gehen oder zusammen am Mittagstisch sitzen, war in all den Jahren nicht drin«, schildert Mara Celot das Leben in und mit einem Eiscafé, das bereits morgens in aller Herrgottsfrühe mit dem Eismachen begann. Hinzu kommt, dass Carla und Maurizio Santin einfach Heimweh nach Italien haben. Die Alternativen wären gewesen: Geschäftsführer einstellen oder das Eiscafé als Bar zu verkleinern. »Ein Rückschritt, wenn man sieht, was wir in den 30 Jahren aufgebaut haben«, so Fabio Celot. In der Tat. Aus einer kleinen Eisdiele wurde in all den Jahren ein geräumiges Café mit überdachter Terrasse. Auch die Zahl der Eissorten hat sich von zehn auf 30 erhöht. Das Eiscafé im Ort ist längst zu einer Institution geworden. Man geht halt gerne »zum Edi« - damals wie heute. Die Kundschaft kommt aus Schutterwald, Hohberg, Neuried, Goldscheuer und sogar Offenburg. Denn die Nähe zum Schutterwälder Baggersee bietet sich für eine Radtour mit einem Abstecher ins Café bestens an. Den Stammkunden haben die Celots und Santins das definitive Ende bereits gesagt. »Viele hatten es für einen Scherz gehalten« - zumal das »Europa« im Sommer noch 30-jähriges Bestehen feierte. Celots und Santins sprechen von einem »großen Vertrauen«, das die Gäste in all den Jahren ihnen entgegenbrachten. »Dafür sind wir sehr dankbar.« Schwerer Abschied Und was den Abschied noch erschwert: »Schutterwald ist für uns zur Heimat geworden«, so Fabio Celot, der seit seinem achten Lebensjahr im Ort wohnt. In Colle Umberto, seiner Geburtsstadt in der Nähe von Treviso, der Region Venezien, will Fabio Celot zusammen mit seiner Schwester Carla eine Osteria betreiben. »Die gibt es dort schon seit 100 Jahren.« Dass es eine Umstellung für die beiden Familien wird, ist ihnen klar. »Wir haben uns zu diesem Schritt entschieden und damit basta«, sagt Fabio Celot, als müsste er die Entscheidung nochmals für sich selbst unterstreichen. »So ganz aus der Welt sind wir ja nicht - in siebenstündiger Autofahrt ist man in Colle Umberto«, freut sich Mara Celot auf Besuche aus Schutterwald. Die zukünftigen Besitzer des Eiscafés »Europa« stammen aus Portugal und haben bereits in einem Eiscafé in Kehl sechs Jahre mitgearbeitet. Fabio Celot überlässt ihnen Eisrezepte, Ausstattung und sogar Speisekarten und hofft, dass die Qualität erhalten bleibt und es einen nahtlosen Übergang gibt.

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