Offenburg

Sein Hit ging um die Welt

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
11. August 2012
Privat

Privat

Am morgigen Sonntag feiert Klaus Lippok seinen 70. Geburtstag. Und auch wenn der Name seiner früheren Band »Rainbows« nicht mehr allen geläufig ist, kennen Musikfreunde landauf, landab heute noch den Hit, den der Jubilar verfasst hat: »My Baby Baby Balla Balla...«.

Offenburg. Klaus Lippok ist ein echter Berliner. Am 12. August 1942 in der Hauptstadt geboren, erlebte er als Kleinkind das Kriegsende. Seine Familie wurde ausgebombt, und als während der Berlin-Blockade die »Rosinenbomber« flogen, stand der sechsjährige Klaus Lippock wie andere Kinder am S-Bahnhof Tempelhof in der Einflugschneise, wo die Piloten Schokolade an kleinen Fallschirmchen abwarfen.

Sein Vater kam erst spät aus der Gefangenschaft heim, und neun Jahre wurde Lippok »bei den schwarz-weißen Hauben«, wie er humorvoll formuliert, erzogen. »Da gab es mehr Rohrstock als zu essen – aber das war eben die Zeit!«, resümiert er ohne Bitterkeit. Und – sowohl die Bewunderung für die Leistung der Piloten als auch das Liedgut dieser frühen Jahre sollten in seinem Leben noch eine Rolle spielen!

Nach der Volksschule besuchte Lippok die »Oberschule, Technischer Zweig«, kurz »OTZ« genannt. In der Ingenieursschule »Zitadelle Spandau« begann er danach das Studium des Hoch- und Tiefbaus, »aber dann kam die Musik dazwischen«, erläutert der Jubilar. Schon als Jugendlicher hatte er sich selbst das Gitarrespielen beigebracht, und an der Freiwilligen Abendschule des Konservatoriums bildete er sich drei Jahre lang in Harmonielehre weiter.

Es war die Zeit des Beat und des Rock ’n’ Roll – der von der Elterngeneration als »Hottentottenmusik« gescholten wurde, die ja doch keine Zukunft habe. Die junge Generation sah das naturgemäß ganz anders: Im Jahr 1961 gründete Lippok­ seine erste Band, die »Wild Players«, und 1963 dann die »Rainbows«. Die junge Band, die im angesagten Charlottenburger Tanzlokal »Songpause« spielte, coverte vor allem die Stars der Zeit. Eines Tages wollten »spendable Gäste« den Beatles-Song »Clarabella« hören, den die Musiker leider nicht drauf hatten. Um die Zuhörer nicht zu enttäuschen, improvisierte Lippok flugs »etwas Ähnliches in A-Dur« auf der Gitarre und erfand einen Text dazu, zu dem ihn ein Kinderreim seiner Jugend inspirierte – in dem »Balla Balla« vorkam!

- Anzeige -

Den Gästen gefiel’s, und so spielten die »Rainbows« die Improvisation, die sich auch noch veränderte, immer wieder – auch als B-Seite einer Single, die sie bei CBS von »Ju Ju Hand« von »Sam the Sham & the Pharaos« aufnahmen. »Spielt doch das lustige Ding!«, empfahl der Aufnahmeleiter. Erst als die Single schon aufgenommen war, wurde »die Platte umgedreht« und »My Baby Balla Balla« kam auf die erste Seite. Es wurde ein weltweiter Erfolg, den heute noch die Spatzen von den Dächern pfeifen. Für die »Rainbows« ging mitten in den wilden 60er-Jahren eine verrückte Zeit mit Touren durch ganz Deutschland und ausverkauften Konzerten los.

Für Firma VIS geflogen

Aber Lippock hatte neben der Musik noch eine zweiten Lebenstraum: Pilot zu werden! Da dies im geteilten Berlin nicht möglich war, brach er seine Zelte ab und begann 1972 in Westdeutschland die Ausbildung zum Piloten. Ab 1974, als er die Berufspiloten-Lizenz hatte, bis 2000 flog er für die Firma VIS Kunststofftechnik. Auch während dieser Zeit blieb er musikalisch aktiv: Ab 1970 in Offenburg mit der Band »Crazy Motion«, später 16 Jahre lang mit dem Tanzorchester Schwarz-Weiß Baden-Baden. Lippok komponierte weiter und hat heute noch 16 Songs bei der Gema gelistet. Seine aktuelle Band sind die »R.O.C.K.S.«

Aber auch wenn der Vater die Musik über alles liebt, bestand er doch darauf, dass seine beiden Kinder höchst »bürgerliche Berufe« ergriffen: Seine Tochter ist Lehrerin, der Sohn Human Resources Manager bei Siemens!

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
Goldschmiede Patrick Schell in Achern
11.12.2018
Schmuck zu Weihnachten ist ein besonderes Geschenk. Doch welches Stück ist das richtige für einen lieben Menschen? Die Goldschmiede Patrick Schell in Achern gibt hier individuelle Beratung – und als besonderes Highlight: Personalisierte Schmuckstücke und Uhren mit Gravur.
Fachberatung aus Ortenberg
07.12.2018
Smart Home vernetzt das eigene Zuhause und spart Zeit und senkt Energiekosten. Es sorgt aber vor allem für mehr Sicherheit – wenn man die passende Ausrüstung hat. Der Einstieg ist mit dem richtigen Fachmann aber gar nicht schwierig.
Netzwerk Fortbildung
06.12.2018
Die Weiterbildung boomt – und immer mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer erkennen, wie wichtig es ist, sich durch eine Weiterqualifizierung sicher in der Welt zurecht zu finden. Wer eine geeignete Weiterbildung sucht, ist beim „Netzwerk Fortbildung“, dem Weiterbildungsportal des Landes Baden-...
Bodyscan bei Möbel Singler in Lahr
05.12.2018
Der Schlaf ist für den Menschen besonders wichtig. Wer nicht gut schläft, ist morgens müde und nicht fit für den Alltag. Im schlimmsten Fall entstehen sogar dauerhafte Rückenschmerzen. Matratzen mit dem Bodyscan-Liegesystem ändern das, denn sie sind perfekt auf den eigenen Körper abgestimmt.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

19 Frauen und 20 Männer bewerben sich um einen Sitz
vor 2 Stunden
Die Liste der Offenburger Grünen für die Kommunalwahl im Mai steht fest.
Offenburger OB-Kandidat
vor 7 Stunden
»Meiner Zukunft in Offenburg steht nichts mehr im Wege«, sagt Tobias Isenmann, Drittplatzierter bei der OB-Wahl.
Denis Arifov hat acht Jahre lang das Hip-Hop-Benefiz veranstaltet. Er selbst feiert kein Weihnachten, wünscht aber allen ein schönes Fest mit der Familie.
Serie »Offenburger Adventstürchen«
vor 8 Stunden
In unserem Adventskalender, den »Offenburger Adventstürchen«, öffnen wir jeden Tag eine Tür in Offenburg mit der passenden Hausnummer – von 1 bis 24. Heute: Hip-Hop-Benefiz-Organisator Denis Arifov in der Englerstraße 18.
Musikverein Prinzbach-Schönberg
vor 10 Stunden
»Mystik und Magie« war die Leitidee des Jahreskonzerts des Musikvereins Prinzbach-Schönberg. Ein Bühnenbild im goldenen Sternenglanz und vor allem leidenschaftliche Musikalität eröffneten neue Horizonte.  
Reiter erleuchteten Weg zur Waldhütte
vor 10 Stunden
Für Samstag hatte der Reitverein Ichenheim zu seinem »Winterzauber« eingeladen. Höhepunkt war die Fackelwanderung zur Waldhütte, wo der Nikolaus die Kinder bescherte.
Nächstes Konzert am 19. Januar
vor 10 Stunden
Mit einem Lied eröffnete der Eisenbahnerchor Offenburg unter Leitung seines Dirigenten Reinhard Ruf seine traditionelle Jahresabschlussfeier im Gasthaus »Feldschlössle« in Hildboltsweier. 
Tannenbäume selbst abgesägt
vor 10 Stunden
Wer noch keinen Weihnachtsbaum hatte, konnte sich am Samstag in der Christbaumkultur Dundenheim selbst einen absägen. Mehr als 150 Besucher folgten der Einladung von Gunter Hepfer und genossen das liebevoll gestaltete Rahmenprogramm.
Bei der Königsfeier des KK-Schützenvereins Zell-Weierbach (von links): Alois Braun, Benjamin Braun, Wolfgang Fey, Maria Petrovic, Thomas Schneider und Wolfgang Paulsen.
Neue Mitglieder sind das Ziel
vor 10 Stunden
Zell-Weierbach ist auch dieses Jahr wieder mit Hoheiten gesegnet. Neben Weinprinzessin Melanie Lampert hat der Ortsteil seit Kurzem auch wieder eine (Schützen-)Königin. Die Kette akzeptierte für ein Jahr die strahlende Maria Petrovic bei der Königsfeier.
Adventssingen in Niederschopfheim
vor 17 Stunden
Die Scheunenkrippe in Niederschopfheim hat ihre Tore wieder geöffnet – für Sonntag hatte der Handwerkerverein zum Adventssingen eingeladen.
Blasorchester Niederschopfheim begeistert die Zuhörer
vor 17 Stunden
Mit Spannung war das Jahreskonzert des Blasorchesters Niederschopfheim erwartet worden. Wie hat sich das Orchester mit ihrem neuen Dirigenten Stefan Kiefer entwickelt? Kann es das Niveau halten?
Bei der Auszeichnung: Gabriele und Horst Schimpf-Schöppner mit Frank Ebner (von links).
Interesse an der Geschichte ist groß
vor 18 Stunden
Vor drei Jahren war Frank Ebner schon einmal im Hotel »Sonne«, um eine Auszeichnung zu überreichen. Damals wurde das Traditionshaus in die Liste der »historischen Gasthäuser« in Baden aufgenommen. Am Donnerstag gab es eine Medaille für 160-jähriges Bestehen im Familienbesitz.
Entwicklung der Schule im Ortschaftsrat Bohlsbach
vor 19 Stunden
Es läuft gut an der Lorenz-Oken-Schule. Zu diesem Ergebnis kam der Ortschaftsrat. Schulleiterin Frédérique Kerker hatte über das vergangene Jahr berichtet.