Offenburg

Seit 40 Jahren für die Schäfchen da

Autor: 
Rosa Harmuth
Lesezeit 3 Minuten
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12. Mai 2011
Foto: Gerhard Harmuth

Foto: Gerhard Harmuth

Der beliebte Pfarrer Paul Engel feierte sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Pfarrer Dietmar Mathe ging in seiner Festpredigt beim Festgottesdienst in Ebersweier auf den Wandel des Priesterbilds ein.
Durbach-Ebersweier. Am Samstag beging Pfarrer Paul Engel in der Heilig-Kreuz-Kirche zu Ebersweier sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Seit zehn Jahren wohnt der Subsidiar (unterstützender Geistlicher) in Ebersweier. Pfarrer Dietmar Mathe zelebrierte mit ihm gemeinsam die Heilige Messe. Unter Leitung von Kirsten Bormann sang der Durbacher Kirchenchor die Missa brève Nr. 7 in C von Charles Gounod. An der Orgel spielte Burkart Clemens. Zahlreiche Gäste waren der Einladung zum besonderen Vorabendgottesdienst gefolgt – darunter auch Angehörige des Jubilars. Pfarrer Mathe dankte dem Subsidiar im Namen der Kirchengemeinde für dessen tatkräftiges Mitwirken in Seelsorge und Liturgie: »Als Dienstältester der Seelsorgeeinheit bist du ein gefragter Priester«, sagte Mathe. Brautleute und junge Eltern verlangten nach Engel, der treu seinen Dienst in der gesamten Seelsorgeeinheit verrichte. »Hochwürden ist tot« »Hochwürden ist tot…«, mit diesen Worten (Titel eines französischen Romans in den 60er-Jahren) begann Pfarrer Mathe die inhaltsreiche Festpredigt. Er schilderte den tiefgreifenden Wandel des Priesterbilds in den letzten 50 Jahren und erinnerte an die Veränderung der Kirche durch die Reform des zweiten Vatikanischen Konzils. Er beschrieb die Zeit der Wandlung und Öffnung als Herausforderung, die auch »das Amt des Priesters auf den Prüfstand stellte«. Priester hätten sich fortgebildet – und seien in den 70er- und 80er-Jahren zu Alleskönnern geworden, erklärte Mathe. »Sie standen an der Basis, papsttreu – und doch kritisch.« Jene Jahre seien ereignisreich gewesen, so der Leiter der Seelsorgeeinheit: »Man probierte vieles aus. Die Kirche war lebendig – nach vorne orientiert.« Die Gemeinde sei lebendig gewesen – und mittendrin der Pfarrer, zum Teil bis zur Selbstaufgabe gefordert. Mehr und mehr Manager Nach 1980 habe man »Pfarreien mitverwaltet«. Unter Beibehaltung bisheriger Aufgaben mussten Priester zusätzliche Aufträge übernehmen. Im Zuge der Fusionierung mehrerer Pfarrgemeinden zu »Seelsorgeeinheiten« hätten Priester sich schließlich der bitteren Realität stellen müssen: Sie seien mehr und mehr zum Manager geworden, zerrissen inmitten ihrer vielfältigen Aufgaben. »Die Jahre haben dich bewegt – und du hast dich bewegen lassen«, sagte Mathe zum Jubilar gewandt. Paul Engel war 1971, mit 28 Jahren, zum Priester geweiht worden und erfüllte in Düren seine erste Kaplanstelle. Die Mitwirkung von Pensionären – wie Pfarrer Engel sie aktuell und in den letzten zehn Jahren leistet, empfindet Pfarrer Mathe als Erleichterung: »Nur dadurch wird jetzt das kirchliche Leben in den Gemeinden aufrecht erhalten!« Nach der Messfeier gratulierten Vertreter der Kirchen- und politischen Gemeinde dem volksnahen Jubilar mit weiteren Ansprachen. Die Festgemeinde klatschte lang anhaltend, alle erhoben sich von den Plätzen. Anschließend luden die Pfarrgemeinde­räte zum Stehempfang ein. Während die Gäste sich draußen unterhielten, gab es im Pfarrkeller eine Bilddokumentation über den Lebensweg von »Paul«, wie ihn viele seiner »Schäfchen« freundschaftlich nennen. Das Blasmusikorchester Ebersweier spielte dazu volkstümliche Melodien. Paul Engel 1943: Geboren in Mechernich in der Eifel, jüngster von vier Geschwistern 1964: Abitur, Theologiestudium, Theologisches Jahr in Frankreich 1971: Priesterweihe, Kaplanstelle in Düren /bei Köln 1975 Lobberich am Niederrhein 1981 wieder in Düren, 20 Jahre lang Jugendarbeit und mehr seit 2001 Subsidiar in Ebersweier Hobbys: Lesen, Sprachen, Kunst, Besichtigung des Freiburger Münsters

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