Offenburg

So fordert die Stadt kirchliche und freie Kita-Träger

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
13. Juli 2018

©Stephan Hund

Die Stadt unterstützt in Offenburg kirchliche und freie Kindergarten-Träger, und das seit 17 Jahren. In der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Familie und Jugend ging es um die Zuschüsse für 2017 und 2018.
 

Der Ausschuss für Familie und Jugend hat in aktueller Sitzung die Betriebskostenzuschüsse an kirchliche und freie Träger für 2017 und 2018 diskutiert. 

Seit 17 Jahren werden in Offenburg – geht es um den kommunalen Trägerzuschuss für kirchliche und freie Kindergarten-Träger – die Zahlen in jährlichen gemeinsamen Trägergesprächen auf Basis tatsächlicher Betriebskosten für die kirchlichen Einrichtungen verhandelt. Die reale Zahl der Vollzeitstellen basiert auf dem Wert im Kindergartenjahr betreuter Kinder. Die Gespräche im Rahmen des sogenannten »Offenburger Modells« dienen­ zur besseren Angebotsplanung und Finanzierung der Kitas. Als generelle Grundlage der Förderung kirchlicher und freier Kitas gelten die im landesweiten Kindertagesbetreuungsgesetz niedergelegten Regelungen. 

Die Kommunen zahlen einen Soll-Zuschuss, der als Mittelwert aus den Zuschüssen für Kinder über drei Jahren (Ü3) und Kinder unter drei Jahren (U3) gebildet wird. 2017 betrug dieser Soll-Zuschuss im Landesschnitt 64 Prozent. 

Wie aus dem Bericht in der Sitzung des Ausschusses für Familie und Jugend in der vergangenen Woche hervorging, wurden 2017 insgesamt 43 175 Euro Zuschuss pro Vollzeitstelle ermittelt. Mit dem Wert wird, unter Einbeziehung der Familienförderung, eine Bezuschussung der Betriebsausgaben von im Schnitt 70,2 Prozent erreicht. Eher unterdurchschnittliche Elternbeiträge werden so über einen höheren Anteil der Kommune kompensiert.

- Anzeige -

Obwohl die Konstellation seit 2016 im Ausschuss jährlich thematisiert wird, zeigten sich die Fraktionen auch diesmal wieder überrascht beim Thema Sonderzuschuss. Der Hintergrund: Vor zwei Jahren wurde mit der evangelischen Kirchengemeinde eine temporäre Sondervereinbarung getroffen. 

Gegenteilige Konstellation

Bis maximal 2018 dient ein Sonderzuschuss – 2017: 45 000 Euro – zur Deckung der Finanzierungslücke zwischen den zugewiesenen Kita-Mitteln der Landeskirche – 220 000 Euro pro Jahr – und dem tatsächlichen Anteil von zehn Prozent. »Wir haben diese Regelung getroffen, um der Landeskirche Zeit zu geben. Mit der Zeit kamen dann auch etwas mehr Mittel, aber nicht so viel, dass die zehn Prozent hätten gezahlt werden können«, erläuterte Bürgermeister Hans-Peter Kopp. Die Konstellation sei tatsächlich eher gegenteilig. »Bedingt durch Kostensteigerungen ist die Schere sogar noch etwas weiter auseinandergegangen, statt sich zu schließen«, ergänzte Kopp.

Priorität genieße nun, mit dem Auslaufen der Regelung dieses Jahr in Gesprächen eine gemeinsame Lösung zu finden. Die zehn Prozent Anteil sollen erhalten bleiben, aber auch eine Gleichbehandlung stattfinden. »Es geht um die Jahre 2019 und darüber hinaus«, äußerte Kopp und rückte die Vielfalt an Betreuungsprofilen in Offenburg – sowohl durch kirchliche als auch freie Träger – nochmals in den Mittelpunkt. »Diese Vielfalt empfinden wir als Mehrwert und Gewinn«, so Kopp. 

Für Offenburgs Kommunalhaushalt belief sich der Ansatz der Betriebskostenzuschüsse auf 8,25 Millionen Euro. Tatsächlich erreichte der Wert 7,8 Millionen unter anderem aufgrund einer Sonderrückzahlung. Für 2018 ist mit 8,9 Millionen Euro zu rechnen. Der Ausschuss empfahl dem am 23. Juli final entscheidenden Gemeinderat, die Betriebskostenzuschüsse wie vorgeschlagen umzusetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • vor 8 Stunden
    Eröffnung am 30. März
    Beim Grillen wird es jetzt richtig heiß: Der Obi Markt in Offenburg eröffnet am Samstag, 30. März, seine neue 500 Quadratmeter große »BBQ & Grillwelt« – und macht sich zur Top-Adresse für Grill-Fans. Kunden erwartet ein konkurrenzlos großes Angebot an Grills und Zubehör von Top-Marken. Zur...
  • 19.03.2019
    Kehl
    Zum 29. Mal können Gäste am Wochenende des 30. und 31. März in der Kehler Innenstadt den Kehler Autopark besuchen. Eingerahmt ist er in ein Frühlingsfest, der Sonntag ist außerdem verkaufsoffen.
  • 28.02.2019
    Kehl-Kork
    Traumhafte Bäder in den verschiedensten Varianten, zugeschnitten auf die individuellen Wünsche des Kunden - dafür stehen die Experten von Badtraum in Kehl-Kork seit 11 Jahren. Das Besondere dabei: Badtraum liefert alle Leistungen aus einer Hand und steht den Kunden von der Planung bis zum Einbau...
  • 15.02.2019
    Bars, Musik, Kostümprämierung
    Schon siebenmal fand der Gammlerball in Kehl bislang am Schmutzigen Donnerstag statt. In diesem Jahr ist das anders. Erstmals wird in der Stadthalle am Fasnachtssamstag gefeiert. Neben DJ Vuko sorgen verschiedene Narrenzünfte und die Gammlerbänd Willstätt für die Musik. Mit der Terminänderung aufs...

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

vor 8 Stunden
Das Jubiläum steht im Fokus
Der Tennisclub Weier konzentriert seine Aktivitäten für 2019 neben dem Sportbetrieb auf das Jubiläum seiner Gründung vor 40 Jahren.
vor 9 Stunden
Handwerkerstammtisch festelte
Als Papst Pius IX. 1870 den heiligen Josef zum Patron der Kirche erklärte, gab es den Handwerkerstammtisch »Alpenkräutler« noch nicht. Kein Grund für die Offenburg Handwerker, den Namenstag ihres Schutzpatrons nicht zu einem ihrer Festtage zu erheben und am Dienstag entsprechend zu feiern.  
vor 9 Stunden
Offenburg
Seit vergangenen Freitag müssen Nutzer des Obi-Parkplatzes in Offenburg eine Parkscheibe im Auto hinterlegen, um zwei Stunden kostenfrei zu parken. Hat sich die Situation mit Dauerparkern vor Ort bereits geändert? Wir haben beim Marktleiter nachgefragt.
vor 9 Stunden
Antrag der Fraktionen
Nach ihrem Vor-Ort-Termin fordern Stadträte in einem Antrag die Überprüfung der Situation auf dem Parkplatz der Nordwest-Schulen – und schlagen fünf Punkte vor.
vor 11 Stunden
Land schüttet Fördergelder aus
Finanzhilfen in Höhe von 5,4 Millionen Euro fließen durch das städtebauliche Förderprogramm 2019 in den Landtagswahlkreis Offenburg. Dies teilten gestern die Landtagsabgeordneten Volker Schebesta (CDU) und Thomas Marwein (Grüne) mit.  
vor 12 Stunden
Ausgebildet in Moskau
Im Chorwerk Ohlsbach stehen die Zeichen nach sehr erfolgreichen Jahren mit dem Ausscheiden von Dirigentin Swetlana Sessler auf Wechsel und Weiterentwicklung. Aus der Reihe der Bewerber entschieden sich die Chormitglieder mit großer Mehrheit für Uliana Nesterova, die angetreten ist, die...
vor 13 Stunden
Erster Termin am 5. April in Bohlsbach
Die Stadt Offenburg hat am Mittwoch den Fahrplan für die Bürgerinfos zur Standortsuche für den Klinik-Neubau vorgestellt. Fünf Termine sind Anfang April geplant.
vor 15 Stunden
"German Doctors"
Kinderärztin Sandra Haghir war für ein Projekt der Organisation »German Doctors« sechs Wochen im afrikanischen Sierra Leone. Neue Krankheitsbilder, eine hohe Kinder- und Müttersterblichkeit sowie das Thema Ernährung,beschäftigten sie vor Ort.
vor 18 Stunden
Jahresversammlung der Ortenberger Wehr
Auch 2019 ist die Tagesbereitschaft der Feuerwehr in Ortenberg gewährleistet. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr haben Bilanz gezogen. 20 Einsätze gab es im vergangenen Jahr. Die Wehrleute engagierten sich insgesamt 1673 Stunden in Einsätzen und Proben. 
vor 18 Stunden
Diskussion zur Einkaufsstadt
Die FDP-Gemeinderatsfraktion erarbeitete bei einem Infoabend mit Bürgern Vorschläge, um die Attraktivität der Innen- und Oststadt zu erhalten und auszubauen. Zwei Erkenntnisse: Uniformität ist kontraproduktiv, und es braucht mehr Grün.  
vor 19 Stunden
Hunde sollen bei Wildschweinjagd helfen
Die Gemeinde Nordrach kommt den Inhabern eines Jagdscheines steuerlich entgegen: Für bis zu zwei Jagdhunde müssen diese künftig keine Hundesteuer bezahlen. Dies beschloss der Gemeinderat am Montag.
vor 21 Stunden
Krisen-Abteilung Baurecht
In einem mündlichen Sachstandsbericht hat Daniel Brugger, Leiter der Abteilung Baurecht im Technischen Rathaus, über den Fortschritt in Sachen Beschleunigung der Baugenehmigungsverfahren informiert.