Wahltipp

So funktionieren richtige Tipps

Autor: 
Redaktion
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22. September 2021
Essen mit Siegerin und Bürgermeister (von links): Wolfgang Kollmer, Christian Wagner, Tobias Uhrich, Ursula Sutter, Günther Sutter und Klaus Krüger. 

Essen mit Siegerin und Bürgermeister (von links): Wolfgang Kollmer, Christian Wagner, Tobias Uhrich, Ursula Sutter, Günther Sutter und Klaus Krüger.  ©ULRICH MARX

Essen mit Bürgermeister Tobias Uhrich – und der Siegerin des OT-Wahltipps, Ursula Sutter. Der Vorfahre ihres Mannes Günther war ebenfalls Bürgermeister (von Altenheim).

Manche Menschen haben das Bürgermeister-Gen. Das wurde den Zeitungsleuten Wolfgang Kollmer (Redaktionsleiter Mittelbadische Presse), Christian Wagner (Leiter Lokalredaktion) und mir, Klaus Krüger (zuständig für Neuried), am Dienstagabend sehr schnell bewusst – wir saßen mit Ursula Sutter, ihrem Ehemann Günther (beide aus Altenheim) und Bürgermeister Tobias Uhrich im Altenheimer Ratsstüble. Der Anlass war das außergewöhnliche Abschneiden von Ursula Sutter beim Tippspiel unserer Zeitung – als es um die Frage ging: Wer gewinnt die Bürgermeisterwahl in Neuried? Uhrich, klar, ihn hatten nahezu 70 Prozent gewählt und einige hatten ihn im Gewinnspiel vorne gesehen. Doch nur Ursula Sutter schaffte sensationelle 4,1 Punkte Abweichung bei allen Tipps!

Blumenstrauß überreicht

Eine Leistung, die im Ratsstüble Bewunderer fand. Wolfgang Kollmer überreichte ihr einen Blumenstrauß und bezeichnete sie, leicht schmunzelnd, als „Seherin von Altenheim“. Und Christian Wagner sagte, Ursula Sutter sei eine „Meinungsforscherin mit hoher lokaler Kompetenz“.
Die Altenheimerin sieht das prosaisch: „Ich beschäftige mich eben gerne und intensiv damit.“ Sie geht auf die Wahlveranstaltungen, so sie stattfinden, „wenn ich was wissen will, frage ich die Leute.“ Etwa, um die Stimmung in der Bevölkerung zu erfahren. Es war Ursula Sutters zweiter goldener Tipp gewesen, bei der Wahl von Jochen Fischer gegen Amtsinhaber Gerhard Borchert acht Jahre zuvor hatte sie schon einmal das richtige Näschen (siehe Hintergrund). Das veranlasste Wolfgang Kollmer zu der Frage, ob der gute Riecher auch bei anderen Wahlen funktioniere? Warum nicht, die Sutter-Methoden ziehen überall. Für die Bundestagswahl muss sie aber erst noch tippen. Deutlich mehr jedoch liegen ihr Wahlen im Ort – obwohl eigentlich ihr Mann Günther das Bürgermeister-Gen in sich trägt. Ein Ur-Ahn von ihm war Bürgermeister von Altenheim, ihm ist eine Straße im Industriegebiet „Basic“ gewidmet. Dennoch: An die Tipp-Ergebnisse seiner Frau kommt er nicht heran. Aber er nimmt es mit Humor.

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Es gibt allerdings noch eine andere Verbindung von Ursula Sutter zu den Bürgermeistern: Andreas König, der Schultes von Durbach, stammt aus Neuried – und ist ihr Patenkind. Allerdings sagt die Wahltipp-Siegerin: „Bürgermeister wäre kein Beruf für mich. Die Leute wissen alles über einen!“

Tobias Uhrich lebt gerne damit. Er liebt seinen Beruf, auch wenn das erste halbe Jahr als Bürgermeister brutal gewesen sei. „In manchen Wochen habe ich meine Frau kaum gesehen.“ Warum er sich ausgerechnet Neuried ausgesucht habe, eine große Flächengemeinde, wollte Wolfgang Kollmer wissen. Die Möglichkeit habe sich ergeben, nachdem er sich entschlossen habe, als Bürgermeister wirken zu wollen. Aber einfach sei der Wahlkampf nach dem plötzlichen Tod von Jochen Fischer nicht gewesen. Diese wahnsinnig anstrengende Zeit habe er als ein einziges Auf und Ab erlebt. „Manchmal hatte ich das Gefühl, es könnte reichen, dann wieder nicht.“

Aber am Ende hat es mit fast 70 Prozent mehr als gereicht. Und Ursula Sutter durfte ihr Bürgermeister-Gen beweisen und ihren sensationellen Wahltipp platzieren. Chapeau!

Hintergrund

Richtig getippt

Die Gewinnerin unseres Wahltipps, Ursula Sutter, lag bei allen vier Kandidaten der Bürgermeisterwahl nahe am Wahlergebnis. Sie hatte nur 4,1 Punkte Abweichung. 79 Bürger nahmen am Wahltipp teil.
Auch 2013 lag sie richtig: Da trennten sie lediglich rund sieben Prozent Abweichung vom richtigen Ergebnis; fast unglaublich, weil Jochen Fischers gegen den Amtsinhaber Gerhard Borchert antrat – und siegte.

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