Offenburg

So gestalten die Klosterschulen den Online-Unterricht

Autor: 
red/ins
Lesezeit 4 Minuten
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23. Februar 2021

Auf dem Foto zu sehen ist die Siegerklasse R5a. Sie haben das beliebte Märchen „Cinderella“ in ihren Bildern mit verschiedenen Kostümen als Collage dargestellt. ©Klosterschulen Offenburg

Lehrer und Schülerinnen der Klosterschulen nutzen den digitalen Raum derzeit, um kreativ zu. Einer Umfrage zufolge gibt es von den Eltern positive Rückmeldungen zum Online-Unterricht .

Der Laptop ersetzt die Tafel, Video-Konferenzen das Klassenzimmer. Homeschooling statt Präsenzunterricht gibt es seit Mitte Dezember auch an den Klosterschulen. Wie die Schule in einer Mitteilung berichtet, hätten die Klassenstufen 5 und 6 eigentlich um diese Jahreszeit die beliebte Unterstufenfasnacht gefeiert. Das ging in diesem Jahr nicht. Was also tun? 

„Wir haben uns überlegt, wie wir Fasnacht ganze einfach digital umsetzten könnten”, wird Lehrerin Edith Roth in der Mitteilung zitiert. Gemeinsam mit der SMV sei die Idee aufgekommen, dass die Klassen eine Klassen-Fotocollage unter dem Motto „Lieblingsfilm-Helden oder Märchen“ entwerfen könnten. So seien tolle Gemeinschaftsbilder jeder Klasse entstanden. Das Ganze sei als Wettbewerb, gestaltet worden, den am Ende die R5a mit ihrer Lehrerin Anna Bruder für sich entscheiden konnte.

Ein unterhaltsamer Gedanke sei auch der Lehrerin Marie Bauknecht in den Sinn gekommen, als sie an das digitale Lernen am Kloster dachte. „Wie es sich für altehrwürdige Klostermauern gehört, gibt es hier bei uns ein digitales Schulgespenst“, berichtet sie, „Ingrid Kamm“.

Das Gespenst geistere durch die Klassen-Teams und -Chats. „Mir ist zu Ohren gekommen, dass einige Schülerinnen schon etwas beunruhigt beobachtet haben, dass diese Phantom-Schülerin sich in mehreren Klassenteams einloggt und angeblich in die Klasse G9b gehen soll, die es aber gar nicht gibt. Unheimlich, oder?“, wird die Lehrerin zitiert. 

Phantom-Schülerin

Bald wurde aber aufgedeckt,  dass es sich bei diesem Spuk in Wirklichkeit um eine „virtuelle Test-Schülerin“ handle, also einen Account, mit dem sich Lehrer zu Übungszwecken einloggen können, etwa um auszuprobieren, wie beispielsweise eine Videokonferenz aus Schülerinnensicht aussieht. Denn in Sachen digitales Lernen würden die Lehrer nichts dem Zufall überlassen und wollen gut vorbereitet sein. 

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Dass dem so ist, meldeten dem Kollegium auch viele Mitschülerinnen und deren Eltern zurück. „Im Homeschooling fühle ich mich eigentlich ziemlich gut“, wird Emilia aus der G9a in der Mitteilung zitiert. Es motiviere sie, dass man von den Lehrern eine Rückmeldung zu den hochgeladenen Aufgaben bekomme. Auch eine andere Schülerin kann der Organisation des Fernunterrichts Positives abgewinnen, auch wenn sie, wie sie sagt, die Gemeinschaft und ihre Klassenkameradinnen sehr vermisst. „Gut ist, man kann sich seine Zeit selbst einteilen und Pausen machen, wenn sie nötig sind“, bemerkt die Sechstklässlerin in der Mitteilung der Klosterschulen. 

Auch die Rückmeldung der Eltern falle in sehr großen Teilen positiv aus, wie eine Umfrage in den 5. Klassen gezeigt habe. Da an der Klosterschule der Online- Unterricht nach Stundenplan stattfindet, sei der Schultag gut strukturiert. Durch die Wochenpläne, die vor allem die unteren Klassen erhalten, wissen sowohl Eltern als auch Schüler, wann sie Online sein müssen und wann Phasen der eigenständigen Bearbeitung sind. 

Die große Mehrheit der Eltern habe in der Umfrage zudem angegeben, dass ihre Tochter Unterstützung erhält, wenn Fragen auftauchen oder Aufgaben unklar sind. Das sei gut so, denn manchmal können es auch viele Aufgaben sein und das eigenständige Lernen werde auf die Probe gestellt. Kompliziert werde es auch dann, wenn das Internet zu langsam ist oder gar nicht erst funktioniert oder jemand etwas sagen will, aber der Ton sich nicht einschalten lässt. 

Kamera meist aus

Diese Erfahrungen machen aber nicht nur Schüler. „Schwierig, wenn die Technik klemmt und man viel wiederholen muss“, weiß auch Lehrerin Regina Törnig-Grohe zu berichten. Auch sei es schade, dass man nur in so wenige Gesichter schauen könne, da die Kameras in der Regel aus sind. Beruhigend sei aber das Gefühl, dass Online- Unterricht zu guten Lernergebnissen führen kann. 

„Respekteinflößend sind die Motivation und Ausdauer vieler Schülerinnen“, so der O-Ton vieler Lehrer. Dies bestätige auch die Mehrheit der Eltern. Die Klosterschulen ziehen daher in der Mitteilung das folgende Fazit: „Keine Frage, wir wünschen uns alle bald wieder Präsenzunterricht, Kontakte und den Austausch am Kloster. Aber bis dahin ist unser digitaler Unterricht definitiv viel besser als nichts.“

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