Ortenau

Versteigerung am Freitag: So kommen die Fundräder zur Auktion

Autor: 
Ines Schwendemann
Lesezeit 3 Minuten
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23. Mai 2019

Auktionator Manfred Eckstein (links) versteigert am Freitag 120 Fahrräder, die auf dem Gelände des Bahnhofs oder in den Zügen gefunden wurden. ©Ulrich Marx

Am Freitag werden wieder Fundräder in der alten Gepäckhalle am Offenburger Bahnhof versteigert. 120 Räder, drei Cityroller und ein Auto-Kindersitz sind seit der letzten Versteigerung zusammen gekommen. Wir sprachen mit Auktionator Manfred Eckstein von der Bahn über die Fundrad-Versteigerung.

Woher kommen die Fahrräder, die versteigert werden?

Manfred Eckstein: Die Fahrräder sind von den Bahnhöfen aus dem Ortenaukreis oder aus den Zügen. Es gibt typische Bahnhofsräder, aber auch manchmal hochwertigere Mountainsbikes. 

Was glauben Sie, wieso die Räder nicht abgeholt werden? 

Eckstein: Zum Teil sind es berufliche oder schulische Wechsel, die dafür sorgen, dass die Räder zurückbleiben. Überprüft wurden alle 120 Fahrräder von der Polizei. Mit dabei sind in diesem Jahr auch drei Cityroller, ein Auto-Kindersitz und zwei relativ neuwertige Mountainbike-Reifen. Die waren zu schade zum Wegwerfen. 

Was ist das kurioseste, was sie je versteigert haben? 

Eckstein: Einmal habe ich ein so gut wie neues Mountainbike versteigert. Wir haben es auch überprüfen lassen, aber es gab keinen Besitzer. Ab und zu gibt es solche Räder. Ich frage mich dann, was dahinter steckt. Und letztes Jahr habe ich ein ganz normales Bahnhoffahrrad abgemacht. Das besondere war das Schloss: Das war so gut wie neu. Im Internet habe ich nachgeschaut, es war etwa 65 Euro wert. Das Abmachen mit der Akku-Flex ging dann etwas länger, hat aber funktioniert.

Wie läuft die Versteigerung ab? 

Eckstein: Ab 13 Uhr gibt es Zeit für die Vorbesichtigung der Räder, um 14 Uhr startet dann die eigentliche Versteigerung. Dann wird jedes einzelne Fahrrad vorgestellt und kommt auf den Tisch. Wir beginnen bei der Nummer 120 und arbeiten uns dann nach vorne. Die Fahrräder werden nach ihrem Funddatum versteigert, es gibt also keine Staffelung.

Gibt es ein Mindest-Gebot? 

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Eckstein: Die normalen Fahrräder beginnen bei zwei Euro. Die etwas hochwertigeren starten etwas höher um Zeit zu sparen. Bis zu 50 Euro versteigern wir die Räder in Zwei-Euro-Schritten, ab 50 Euro in Fünf-Euro-Schritten.

Ist das Interesse groß?

Eckstein: Ja es ist sehr groß. Allerdings gehen viele bereits nach der ersten Stunde. Dabei kann man in der zweiten Runde richtig gute Schnäppchen machen. Deshalb rate ich immer, bis zum Schluss zu bleiben. 

Sind 120 Räder vergleichweise viel?

Eckstein: Das ist schon ein Spitzenwert. Normalerweise versteigern wir die Räder aber auch im März, dieses Mal sind wir etwas später dran. In der Zeit hat sich einiges angesammelt. 

Und was passiert, wenn Räder nicht versteigert werden?

Eckstein: Die werden dann entsorgt. Allerdings bleibt eigentlich nie ein Rad übrig. Ich bin gespannt, wie es dieses Mal ist!

 

TIPP VOM EXPERTEN: Immer die Rahmennummer des Fahrrads notieren. Bei einer Diebstahlanzeige ist diese wichtig.

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