Religionen gehören zur Heimat

So war die Eröffnung des Offenburger "Wegs der Religionen"

Von Barbara Puppe
Lesezeit 3 Minuten
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07. Oktober 2022
Pinar Demircan, Religionsbeauftragte Moschee-Verein, und Pfarrer Eberhard Murzko von der katholischen Kirchengemeinde St. Ursula enthüllen die Tafel an der Moschee.

(Bild 1/2) Pinar Demircan, Religionsbeauftragte Moschee-Verein, und Pfarrer Eberhard Murzko von der katholischen Kirchengemeinde St. Ursula enthüllen die Tafel an der Moschee. ©Picasa

Gutes Miteinander der Religionen gewürdigt: Der „Weg der Religionen“ wurde am Montag im Rahmen der Heimattage mit einem Festakt in der Moschee in der Stegermattstraße eröffnet.

An zehn Kirchen und Gebetsräumen in Offenburg laden künftig Tafeln mit Informationen und QR-Code zu einer Reise durch die Glaubensgemeinschaften ein. Wermutstropfen beim Festakt am Montag waren die islamfeindlichen Schmierereien, die am Sonntagmorgen vor dem Islamischen Fest an der Moschee entdeckt worden waren.

„Religionen gehören zur Heimat und bieten für viele Heimat“, so Karl Bäuerle und Pfarrer Eberhard Murzko vom Vorstand des Interreligiösen Arbeitskreises (Akido). Dieser wurde 2014 gegründet, als zwölf Religionsgemeinschaften eine Erklärung verfasst und sich für friedliches Miteinander und gegen Gewalt durch Religionen ausgesprochen haben. Heute gehören zehn Glaubensgemeinschaften zum Akido. Der „Weg der Religionen“ ist ein weiterer Schritt zu mehr Information und Miteinander. Weil der Arbeitskreis Offenburg 2020 in den Rat der Religionen Baden-Württemberg aufgenommen wurde, sprachen auch Silvan Eppinger vom Sozialministerium und Theresa Beilschmidt von der Stiftung Weltethos ein Grußwort.

„Ich möchte Ihnen gratulieren zu diesem Weg“ sagte Eppinger. Der gesellschaftliche Zusammenhalt sei ein gefährdetes Gut. Deshalb bestehe Bedarf, tätig zu werden. „Sie haben sich nicht mit Ideen und Reden begnügt, sondern den aktiven Dialog gesucht.“ Die Bedeutung des Weges habe viele Anknüpfungspunkte in den Religionen, deshalb stehe der Offenburger „Weg der Religionen“ für religionsbiografische Verbundenheit.

Gutes Miteinander

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Auch Bürgermeister Hans-Peter Kopp würdigte das Projekt als beispielhaftes Zeichen für die Verbundenheit der Religionen, nachdem er die Schmierereien an der Moschee scharf verurteilt hatte. „Wer die Moschee beschmiert, möchte spalten und Zwietracht säen, wir verurteilen das zutiefst, das hat in unserem liberalen Offenburg nichts verloren.“ In Offenburg lebten Menschen aus mehr als 130 Nationen. „Sie tragen seit 2014 zu einem guten Miteinander der Religionen bei“, würdigte er den Arbeitskreis. Die Eröffnung des „Weges der Religionen“ mache deutlich, dass für viele Menschen das religiöse Empfinden mit dem Gefühl von Heimat eng verbunden sei. Der Akido sei wichtiger Ansprechpartner bei interreligiösen Fragen und daher seit 2019 auch Mitglied im Integrationsbeirat.

Theresa Beilschmidt, stellvertretende Bereichsleiterin Interreligiöses und Gesellschaft der Stiftung Weltethos, sprach von einem besonderen Tag, der zeige, dass der Interreligiöse Dialog vor Ort weiter gehen könne trotz Corona, Krieg und Unsicherheiten. Seit 2017 unterstütze die Stiftung mit dem Sozialministerium Baden-Württemberg Kommunen und interreligiöse Initiativen beim Aufbau lokaler Räte der Religionen.

Mit über 20 Kommunen seien Gespräche geführt worden, 13 hätten sich auf den Weg gemacht hin zu einem interreligiösen Dialogforum. Der „Weg der Religionen“ sei quasi eine logische Fortsetzung dieses Engagements. „Sie machen damit verschiedene religiöse Orte Offenburgs sichtbar“, so Beilschmidt. Sie ist überzeugt, dass der „Weg der Religionen“ nicht nur gesehen, sondern auch begangen werde.

Der Einsatz für Glauben und Frieden habe eine große Kraft, sagte Andreas Scherwath von der Neuapostolischen Kirche. Pater Lorentiu Bacila von der Rumänisch-orthodoxen Kirche bezeichnete die Werte Glaube, Hoffnung und Liebe als bedeutsam für die Stadt und den Einzelnen. Andreas Oßwald, Zen-buddhistisches Dojo, hob die Gemeinsamkeiten hervor, die man suchen müsse, um dem Leben zu dienen.

INFO: Nach der  Enthüllung der Stationentafel an der Moschee wurde die Tafel an der Neuapostolischen Kirche enthüllt. Interessierte sind eingeladen, an fünf Terminen je zwei  Religionsgemeinschaften bei einem geführten Besuch näher kennenzulernen. Weitere Infos: www.friedenserklaerung-offenburg.de.

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