Offenburg

Solidarität in Offenburg: Apotheker hilft Apotheker

Autor: 
Tanja Proisl
Lesezeit 3 Minuten
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19. Oktober 2016

©Ulrich Marx

Ein Apotheker aus Deutschland kümmert sich um einen jungen Apotheker aus Syrien: Gerhard Hund, ehemaliger Inhaber der Stadt-Apotheke, hat Ali M. einen Praktikumsplatz in der Stadt-Apotheke organisiert. Auch bei der Wohnungssuche hat er dem 24-Jährigen geholfen.

Ali M., der aus Sorge um seine noch in Syrien lebende Familie seinen vollständigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hat große Pläne. »Ich möchte als Apotheker in Deutschland arbeiten«, sagt er. Damit das klappt, sind vor allem zwei Sachen wichtig: »Ich muss gut Deutsch können und ich brauche eine Aufenthaltserlaubnis«, betont Ali M. Im März 2015 schloss er an der Universität in Damaskus sein Pharmaziestudium ab. Dann floh er aus Syrien. Seit September 2015 lebt er in Deutschland. Nach Aufenthalten in verschiedenen Unterkünften kam er im Dezember 2015 nach Offenburg. 

Auf die Aufenthaltserlaubnis hat er keinen Einfluss, das entscheidet die Behörde. Den Antrag hat er im Oktober 2015 gestellt. An seinen Deutschkenntnissen arbeitet er fleißig. »Von Montag bis Freitag besucht er vormittags einen Deutschkurs im Institut für deutsche Sprache, dem IDS in Offenburg«, berichtet Gerhard Hund, der sich in der Flüchtlingshilfe Rebland engagiert. 30 Jahre lang, bis Ende 2010, führte Hund die Stadt-Apotheke. Mittlerweile hat diese Aufgabe Christian Brenner übernommen.

»Ich habe da einen syrischen Apotheker kennengelernt« – mit diesen Worten habe sich Heribert Schramm, Koordinator der Flüchtlingshilfe­ Rebland, an ihn gewandt, erzählt Hund. Schramm traf Ali in der Flüchtlingsunterkunft am Flugplatz, wo der 24-Jährige von Dezember 2015 bis März 2016 lebte. »Dort war es mir aber zu laut und es war zu viel los. Auch wegen Streits unter den Flüchtlingen, zu denen die Polizei hinzugerufen wurde, wollte ich so schnell wie möglich in eine eigene Wohnung ziehen«, erklärt Ali M. 

Wohnung gefunden

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Er machte sich auf Wohnungssuche, unterstützt wurde er dabei von den Sozialarbeitern. In Oppenau wurde er fündig. Im März zog er von Offenburg dorthin. Doch schnell merkte er, dass die tägliche Pendelei nach Offenburg viel Zeit in Anspruch nimmt.  »Mein Sprachunterricht ist in Offenburg.« Der junge Syrer wünschte sich eine Wohnung in Offenburg oder der näheren Umgebung. Gerhard Hund half ihm bei der Wohnungssuche. Er nahm mit einer Vermieterin Kontakt auf. »Diese fand Ali nach einem Kennenlernen sehr sympathisch, sodass sie die Wohnung an ihn vermietet hat«, berichtet Hund, der auch das Ausländerbüro von einem Umzug überzeugen konnte. Nun lebt Ali M. in einer Wohnung in Offenburg. 

Was Ali M.s berufliche Zukunft angeht, hat sich Hund kundig gemacht: »Um die Approbation als Apotheker zu bekommen, muss er Sprachkenntnisse in Deutsch auf dem Niveau C1 nachweisen.« C1 bedeutet nach dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen »fortgeschrittene Kenntnisse«, die höchste Stufe ist C2. Hund hat seinem Schützling im Sommer ein sechswöchiges Praktikum in der Stadt-Apotheke vermittelt. 

Medikamente einräumen

»Morgens war ich im IDS, von nachmittags bis abends habe ich gearbeitet. Durch Gespräche mit den anderen Mitarbeitern habe ich meine Sprachkenntnisse weiter verbessern können«, freut sich Ali M. und fügt hinzu: »Es ist so wichtig, dass ich gut Deutsch kann.« 

Im Februar 2017 will er seine Prüfung des Sprachniveaus B1 machen. »Wenn ich die geschafft habe, darf ich ein Praktikum in der Krankenhausapotheke des Ortenau-Klinikums Offenburg machen«, strahlt der Syrer. Das hat er mit der Agentur für Arbeit besprochen. Wenn das klappt, ist Ali M. seinem Traum, als Apotheker in Deutschland zu arbeiten, wieder ein Stück nähergekommen.  

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