Offenburg

Sommerhäuser mit Tradition

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09. September 2011
Foto: Ulrich Marx - Der Liebfrauenhof in Fessenbach ist das Feriendomizil der Ordensschwestern aus Offenburg.

Foto: Ulrich Marx - Der Liebfrauenhof in Fessenbach ist das Feriendomizil der Ordensschwestern aus Offenburg.

Man findet sie im hinteren Teil des Offenburger Ortsteils Fessenbach: Schloss Seebach, liebevoll »Schlössle« genannt, und der Liebfrauenhof waren und sind beliebte Sommerresidenzen ihrer Besitzer.
Offenburg-Fessenbach. Viele Fachwerkhäuser prägen Fessenbach, wobei die meisten Fachwerkhäuser nach dem Brand 1632 entstanden sind. Eines der schönsten historischen Häuser, das weithin die Vorbergzone markiert, ist sicherlich das Fessenbacher »Schlössle«, das bereits in früheren Zeiten als »Marienhof« ein Klostergut gewesen sein muss. Wenn man von Offenburg kommend die Fessenbacher Straße entlang-spaziert oder -fährt und den Blick ins Rebgebirge genießt, grüßt es von weitem, das Schloss Seebach, wie es offiziell heißt. Direkt neben dem Hohen-Horn-Turm gelegen, ist es so etwas wie ein Wahrzeichen Fessenbachs. Doch bevor man das »Schlössle« erreicht, schweift der Blick hinüber zur Bacchus-Anlage, die der Senator Dr. Franz Burda noch selbst im Jahr 1984 an der Kreuzung Fessenbacher Straße/Weinbergstraße eingeweiht hat. Gegenüber der Anlage befindet sich ebenfalls ein historisches Gasthaus, die »Traube«, als älteste erhaltende Wirtschaft bekannt. Erbaut wurde sie 1829 und entwickelte sich zu einem gastronomischen Anziehungspunkt für die Ortenau. Das »Schlössle« wurde im Jahr 1786 vom österreichischen Ritter von Neuburg erbaut, dem neben den großen Gärten und Parkanlagen auch umfangreiche Matten und Weinberge gehörten. Nur wenige Jahre später, 1793, erwarb es der Staatsrat von Gulat-Wellenburg, der fünf Jahre zuvor als Oberamtsrat zu dem kaiserlich-königlichen österreichischen Oberamte der Landvogtei Ortenau zu Offenburg berufen wurde. Im gleichen Jahr heiratete er die Tochter des Landvogtes Wellenburg. Tochter Josephine, verheiratet mit dem Straßburger Bankier Franz Nebel, erbte das Schlösschen und vererbte es ihrerseits an ihre Tochter Emilie, die den französischen Kürassiermajor Eugen von Piccard heiratete. Besitz der Burda-Familie Danach ging es in den Besitz von Baron Lothar von Seebach über, der wiederum eine Tochter von Emilie Piccard ehelichte und das herrliche Landgut auch als Sommerresidenz nutzte. Heute ist das Schloss Seebach im Besitz der Familie Burda, wobei es mit dem Felix-Burda-Park wieder an die ursprüngliche Nutzung von Haus und Park erinnert. Versteckt hinter Mauern Beim Besuch des »Schlössles« in der Senator-Burda-Straße kommt man auf halber Höhe nicht umhin, die gewaltigen Mauern eines großen Gartens zu erspähen. Wer oder was verbirgt sich hinter diesen Mauern? Es ist der Liebfrauenhof, heute als »Klösterle« bekannt. Viktoria von Wellenburg, eine Schwägerin des Staatsrates von Gulat-Wellenburg, der wiederum Herr des Landgutes war, ließ im Jahr 1840 den Liebfrauenhof, in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihren Verwandten, erbauen. Später vererbte sie es an ihre Nichte Pauline von Seebach, die es über ihre Cousine Elisabeth von Schönau, die ein Mitglied des Ordens der Augustiner Chorfrauen war, an das Offenburger Kloster »Unserer Lieben Frau« verkaufte. Es war und ist bis heute ein Feriendomizil für Schwestern und Internatsschülerinnen des Klosters. Im angebauten Kirchlein werden auch heute noch gerne Heilige Messen abgehalten. In der nächsten Folge unserer ­­ Serie lesen Sie die Geschichte der Urbanskapelle in Rammersweier.

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