Offenburg - Zell-Weierbach

»Sonne«: Bürger plädieren für den Erhalt des Gebäudes

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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26. Januar 2016
Im Burgundersaal der Zeller Abtsberg Winzer ging es ganz wesentlich um den Erhalt des ehemaligen Gasthauses »Sonne« in Zell-Weierbach. Auch Steffi und Wolfgang Reister von der neu gegründeten Bürgerinitiative »Liebenswertes Zell-Weierbach« (stehend) bezogen zum Erhalt des Ortsbilds Stellung.

Im Burgundersaal der Zeller Abtsberg Winzer ging es ganz wesentlich um den Erhalt des ehemaligen Gasthauses »Sonne« in Zell-Weierbach. Auch Steffi und Wolfgang Reister von der neu gegründeten Bürgerinitiative »Liebenswertes Zell-Weierbach« (stehend) bezogen zum Erhalt des Ortsbilds Stellung. ©Thorsten Mühl

Rund 150 Zuhörer haben sich am Montag im Burgundersaal der Zeller Abtsberg Winzer zur Bürgerversammlung getroffen. In einer bestens vorbereiteten Veranstaltung wurden Themen wie die Zukunft der »Sonne« diskutiert und Meinungen eingeholt.

Die zweistündige Bürgerversammlung am Montagabend im Burgundersaal bildete ab, was sich sowohl Bürger als auch Ortschaftsrat im Vorfeld erhofft hatten. Bewegende Themen wurden diskutiert, Positionen ausgetauscht, konkrete Stimmungsbilder eingeholt. Über Fraktionsgrenzen hinweg soll an einem Strang gezogen werden, auch im Verbund von Rat und Bürgern, so der Tenor. 

Thomas Schmidt (CDU) benannte die Richtung: »Gemeinsam können wir gegenüber der Stadt eine stärkere Position vertreten.« Schmidt dankte der neu gegründeten Bürgerinitiative »Liebenswertes Zell-Weierbach«, die den Rat, etwa bei Betrachtung von Themen wie größeren Bauprojekten, unterstützen will. Ziel ist, den dörflichen Charakter des Ortsteils auch künftig in gewohntem Maß zu erhalten. Nicht in die Strukturen hineinpassende Wohnmonstren sollen außen vor bleiben.

Ein Kulturdenkmal?
Einen Schwerpunkt des Abends bildete die Zukunft des ehemaligen Gasthauses »Sonne«. Gunther Abele (CDU) beantwortete die wiederholt aufkommende Frage nach der Gebäudefassade. Bei der »Sonne« handle es sich seit den 1960er-Jahren um einen verblendeten Fachwerkbau, sagte Abele. Das 23 Ar große Areal stehe zum Verkauf, wobei im Ernstfall einem Investor keine Vorschriften gemacht werden könnten. Fragen beträfen nun den ortsbildprägenden Charakter, ob das Gebäude denkmalgeschützt oder ein Kulturdenkmal sei. 
Der städtischen Ankündigung, niemand denke an einen Abriss, begegnete Sieglinde Metzler (SPD) mit Sarkasmus: »Am 15. Juni 1961 sagte in Berlin auch einmal jemand, niemand hege die Absicht, eine Mauer zu bauen.« 

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Mehrere Bürger brachten zum Ausdruck, dass sie das Gebäude als ortsbildprägend einstuften. Eine weitere Stimme sah den Fachwerkteil im Kontext des gesamten Ensembles weiterer Fachwerkhäuser im Bereich Obertal/Fuchsgasse. »Wir haben hier ein einzigartiges Fachwerkviertel. Ginge die ›Sonne‹ verloren, wäre das furchtbar«, so die Zuhörerin. 

Heribert Schramm (BLZW) zeigte auf, ein Abriss des Anbaus sei nicht auszuschließen. In jedem Fall soll darauf hingewirkt werden, das Hauptgebäude zu erhalten. In die Diskussion der künftigen Nutzung brachte er die Idee ein, Projekte für barrierefreies Wohnen oder sozialen Wohnungsbau am Ort zu verwirklichen. 

Gegen Fremdinvestoren
Bedenken, die Stadt werde im Erwerbsfall des Areals einen Bebauungsplan zu verhindern wissen, um etwas in ihrem Sinne Günstiges zu errichten, teilte Schramm nicht. »Ich sähe das lieber als einen Fremdinvestor.« Und auch die Stadt stünde unter starker Beobachtung, was die Gestaltung des Areals anginge, meinte das Ratsmitglied. Am 11. Februar laufe die Frist für Kaufgebote ab, wobei der Termin nicht das letzte Wort sein müsse, informierte Schramm. 

Die Versammlung richtete zusammenfassend zwei wesentliche Forderungen an die Stadt. Zum einen stärkeres Engagement für das »Sonne«-Areal, etwa hin zu einem Wohnprojekt (barrierefrei oder sozialer Wohnungsbau). Zum anderen soll der bereits im April 2015 befürwortete und im Juli erweiterte Beschluss des Ortschaftsrats für den Bereich »Obertal/Fuchsgasse« zwecks baldiger Umsetzung weitergetragen werden. Damit einhergehen soll eine Erhaltungssatzung für den Fachwerkteil der »Sonne«.

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