Offenburg

Soroptimistinnen kochen für Flüchtlingsfrauen

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 2 Minuten
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17. Dezember 2015

(Bild 1/2) ©Ulrich Marx

Ihr Weihnachtsessen haben die Soroptimistinnen des Clubs Offenburg-Ortenau auf besondere Weise gestaltet: Sie luden Flüchtlingsfrauen zum Essen ein. Ihnen stellten sie die deutsche Küche vor, vor allem im Hinblick auf Weihnachten. Hintergrund war ein spezielles Projekt.

Festlich eingedeckt war im evangelischen Gemeindezentrum in Offenburg, und auch vom Büfett lockten schon die tollsten Dinge. Kartoffelsalat, Feldsalat, Eierspeisen, Fleisch und Frikadellen. Typische Gerichte, die Deutsche an Heiligabend auftischen. Damit wollten die Soroptimistinnen Flüchtlingsfrauen einen Einblick in die deutsche Festkultur geben. Die Idee der gemeinsamen Weihnachtsfeier entspringe dem Projekt »Kochen über den Tellerrand«, wie Stephanie Kovacs berichtete.

Dekanin Jutta Wellhöner hatte den Club angesprochen, ob er das Projekt der evangelischen Erwachsenenbildung in Offenburg unterstützen möchte. Die Soroptimistinnen waren bereit, die Kosten für die Lebensmittel zu tragen und einige Mitglieder nahmen auch an den Treffen teil.

Die Rollen getauscht

»Bislang präsentierten die Frauen die Küche ihrer Länder für uns«, sagte Christel Steurer, Präsidentin der Ortenauer Soroptimistinnen. Abwechselnd standen die Flüchtlingsfrauen in der Küche – die anderen Teilnehmer stellten das Küchenteam. Unter Anleitung der Expertinnen wurden dann die unterschiedlichsten Gerichte gezaubert. Afrikanisch gab es schon, auch aus dem Iran konnte man schon Speisen kosten, und auch die Teilnehmerinnen aus Afghanistan und Syrien kochten mit Gruppe.

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»Stolz und glücklich« haben die Neuankömmlinge Traditionelles aus ihrer Heimat präsentiert, zeigte sich die Präsidentin erfreut. Und Stephanie Kovacs erinnerte sich an leckere Blätterteigtaschen, Lamm, Kichererbsen und »einen unglaublich scharfen Salat«.

Anfangs seien die Frauen sehr schüchtern gewesen, berichtete Kovacs. Inzwischen seien richtige Freundschaften entstanden, und auch mit der Verständigung läuft es inzwischen recht gut. Es wird jetzt auch über Privateres gesprochen, und die Soroptimistinnen freuen sich, wenn sie den Frauen Tipps oder Hinweise geben können.

Zehn bis 15 kommen zu den Treffen, manche bringen auch ihre Kinder mit, eine davon ist  die 13-jährige Chiana aus dem Iran. Sie lebt seit zweieinhalb Jahren in Deutschland, inzwischen besucht sie die siebte Klasse des Kloster-Gymnasiums. »Das Essen aus den anderen Ländern war auch neu für mich«, berichtete sie. Und natürlich war sie auch gespannt auf die deutsche Küche, obwohl sie einiges bereits kennt: »Wir haben in der Schule in der Aula eine Mensa, da habe ich schon einiges gegessen.«

Infos: cluboffenburg-ortenau.soroptimist.de

Hintergrund

Wichtiges Projekt

Eines der wichtigsten sozialen Projekten der Soroptimistinnen ist das Kunstprojekt. Seit sechs Jahren fördern die Damen mit 2500 Euro pro Semester »Kinder – Kunst – Perspektiven« für Viertklässler der Offenburger Astrid-Lindgren-Schule.
Interessierte und begabte Kinder, deren Eltern keine Möglichkeiten haben, werden dabei mit verschiedenen künstlerischen Techniken vertraut gemacht.
Außer dem Kurs bezahlt der Club auch die Fahrt der Kinder zur Kunstschule. »Einige Kinder haben uns ihre Motive gegeben, damit wir Karten davon drucken können«, informierte Marion Hermann-Malecha. Diese werden dann wiederum für den guten Zweck verkauft.

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