Offenburg

Special Olympics beim Offenburger Reiterverein in Bühl

Autor: 
Martin Röderer
Lesezeit 3 Minuten
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22. Mai 2017

In der Halle beim Turnier und später beim Ausritt: Bei den Special Olympics im Reiten beim Reiterverein Offenburg strahlten die Teilnehmer um die Wette. ©Martin Röderer

Drei Tage lang war die Reitanlage des Reitervereins Offenburg in Bühl das Mekka der Reiter. Dafür sorgten die Special Olympics. Athleten und Besucher genossen die besondere Atmosphäre, überall gab es strahlende Gesichter. Fazit: Es gab nur Sieger, sowohl bei den Athleten als auch beim Gastgeber, dem Reiterverein Offenburg.

Jaycen Schlesinger mit der Startnummer 351 ist mit seinen neun Jahren der jüngste Athlet beim Wettbewerb. Der Junge ist am Down-Syndrom erkrankt. Mit seinen Eltern und dem Therapiepferd der Rasse Niederländisches Welsh A Pony kommt er aus dem rheinland-pfälzischen Monheim angereist. Sichtlich stolz, aber auch aufgeregt, kann er den Wettbewerb kaum erwarten. Seine Mutter ist gleichzeitig seine Reittherapeutin. Jaycen pflegt den täglichen Umgang mit seinem Pferd, das in einem Reitstall seines Nachbarorts steht.

 
Geritten wurden an den drei Tagen verschiedene Prüfungen mit den unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen, beginnend mit den Klassifizierungen. Gefragt waren sowohl Dressur als auch Geschicklichkeit. Mit den Prüfungen konnte man sich für die Nationalen Sommerspiele, welche nächstes Jahr in Kiel stattfinden, qualifizieren.
Den Abschluss am Freitag bildete das Kostümreiten, Inklusion war hierbei ebenfalls ein Thema. Ein nichtbehinderter Reiter bildete jeweils mit einem behinderten Athleten ein Paar, das Reiten wurde von passender Musik untermalt.

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Wie am Schnürchen
Dabei waren die Vorführungen kreativ. Zu sehen war unter anderem ein Liebespaar, zum Titel »Bye, bye« von Cro sowie der Auftritt zweier Erdbeeren zum »Erdbeersong«. Aber auch »Fluch der Karibik«, »Eiskönigin«, »Drachen zähmen leicht gemacht« und »Ich und mein Holz« wurden meisterhaft interpretiert.
Maike Huber hatte als Koordinator vor Ort die Fäden in der Hand: Prüfungen einteilen, Starterlisten erstellen, Ergebnisse erfassen. Alles lief wie am Schnürchen, auch der Regen am Freitag tat keinen Abbruch. Das Einreiten erfolgte in der Halle, so blieben Ross und Reiter trocken.

Mit der Startnummer 361 ist die 17 Jahre alte Katharina Vogt aus Aschaffenburg dabei. Sie leidet am Nooman-Syndrom, einem Gendefekt. Mit dem Pferd Riverdance reitet sie Level C (Schritt). Sie war nicht gerade vom Glück verfolgt: Ihr Pferd erlitt kurz vor dem Start einen Kreislaufkollaps. Mit einem Leihpferd absolvierte sie dann aber die Prüfung mit Bravour. Mit angereist sind ihre Therapeutin und Trainerin Barbara Sander sowie ihre Eltern. »Katharina lebt in ihrer Pferdewelt, sie schläft mit Pferdegedanken ein und wacht auch so auf«, erzählt ihr Vater.

Monatelanges Training 
Franz Kaiser vom Verein für therapeutisches Reiten Bolheim, nahe Heidenheim, ist mit seiner Tochter Marie (24), die geistige Defizite aufweist, mit dabei. In seiner Begleitung sind vier Pferde des Vereins. »Das ist für meine Tochter heute das Highlight des Jahres nach monatelangem Training – zwei- bis dreimal pro Woche.« Diese Aussage bringt deutlich zum Ausdruck, welchen Stellenwert dieser besondere Tag im Leben seiner Tochter einnimmt. 
Das Fazit von Peter Borutta, dem rührigen Vorsitzenden des Offenburger Reitervereins, der mit seinen 30 Helfern präsent war, lautete: »Ganz toll, eine Atmosphäre, die man selten wiederfindet, alles entspannt, keine Probleme.« 

Hintergrund

Therapiereiten

Der Reiterverein Offenburg bietet seit dem Jahr 2016 therapeutisches Reiten mit der Hippotherapeutin Petra Huschle an. Das Angebot läuft momentan an zwei Terminen pro Woche, mit mehreren Teilnehmern. Eigens hierzu wurde ein Pferd gekauft und ausgebildet. So kamen die Special Olympics dem Reiterverein mehr als gelegen, hierfür Werbung in eigener Sache zu betreiben. 

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