Offenburg

Spur führt nach Offenburg

Pollak Meike
Lesezeit 3 Minuten
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04. April 2012
Am 2. November 2011 wurde die Geschichte des vermissten Daniel Eberhardt bei »Aktenzeichen XY« gezeigt. Danach bekam seine Mutter Hinweise, dass er in Offenburg gesehen wurde. Sie machte sich auf nach Offenburg.

Am 2. November 2011 wurde die Geschichte des vermissten Daniel Eberhardt bei »Aktenzeichen XY« gezeigt. Danach bekam seine Mutter Hinweise, dass er in Offenburg gesehen wurde. Sie machte sich auf nach Offenburg.

Daniel Eberhardt verschwand im Jahr 2004 im Alter von 15 Jahren spurlos aus seinem Heimatort Ulm im Schwäbischen. Jetzt wurde er angeblich in Offenburg gesehen. Die verzweifelte Mutter geht der Spur auf eigene Faust nach.

Offenburg. Sobald Karola Eberhardt (56) ein Haus verlässt, suchen ihre Augen nach ihm. Seit siebeneinhalb Jahren. Ihr Sohn Daniel gilt seit dem 25. Oktober 2004 als vermisst. Damals war er 15 Jahre alt. »Kein Lebenszeichen. Alle Spuren verlaufen im Sand«, erzählt sie gegenüber dem OT.

Seither klammert sie sich an jeden Hinweis, der bei der Polizei oder bei ihr persönlich eingeht. »Deshalb bin ich jetzt von Ulm nach Offenburg gekommen.« Am 2. November des vergangenen Jahres trat Karola Eberhardt in der ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY« auf. Danach seien bei der Polizei zwei Hinweise aus Offenburg eingegangen, erzählt Eberhardt. Ihr Sohn wurde Ende November angeblich am Bahnhof und später an einem Offenburger Baumarkt gesehen. Die Polizei hat die Hinweise verfolgt, aber es war nichts nachzuweisen. Die verzweifelte Mutter ermittelt deshalb auf eigene Faust. »Sonst halte ich das nicht aus.« Mit Flyern bewaffnet, auf denen ihr Sohn beschrieben und abgebildet ist, folgt sie den möglichen Spuren. Bislang ohne Erfolg. Für die Polizei ist die Akte Eberhardt ohne weitere Hinweise nicht mehr neu aufzurollen.

Bevor Daniel Eberhardt (heute 23 Jahre alt) verschwand, haben sich seine Eltern getrennt. »Er war schüchtern, etwas zurückgezogen und für sein Alter recht groß (damals 1,76 Meter)«, berichtet die Mutter. Wenn sie von der Zeit mit ihrem Sohn spricht, lächelt sie. »Er hat sich für Computer und Autos interessiert. Wir sind gemeinsam auch zu Rennen gegangen.« Am Tag, als er verschwand, hat er alles zurückgelassen. In seinem Schulspind fanden die Ermittler der Kriminialpolizei Ulm seine Brille, sein Handy und auch den Geldbeutel mit allen persönlichen Papieren.

Immer wieder hat die Mutter alle Szenarien gedanklich durchgespielt. Wurde er entführt? Hat er sich das Leben genommen? Will er einfach nur keinen Kontakt mehr? Sie kämpft mit den Tränen. »Selbst wenn er keinen Kontakt mehr haben möchte, ist das okay. »Mittlerweile ist sie gesundheitlich angeschlagen. »Deshalb kann ich auch erst jetzt weitersuchen – über den Winter wurde ich operiert.« Sie habe sich vorgenommen, ihm keine Vorwürfe zu machen. Karola Eberhardt wünscht sich nichts sehnlicher, als ein Lebenszeichen.

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Bei der Fremdenlegion?

Es gab Momente, in denen die 56-Jährige resignierte. Doch dann fand sie immer wieder Kraft. »Vor allem, wenn einer der kuriosen Anrufe kam«, erzählt sie. Mehrere Minuten lang herrscht Stille an der anderen Leitung und sie ist sich sicher, dass genau das ihr Junge ist. »Ich kann es mir nicht erklären, warum er nichts sagt. Aber ich habe ihm immer Fragen gestellt.«

Einige Spuren führten 2005 zur Fremdenlegion nach Frankreich. Er habe sich früher für eine militärische Laufbahn interessiert, erinnert sich Karola Eberhardt. Im Jahr 2006 soll er wiederum bei einer Drücker­kolonne in Frankfurt gesehen worden sein. Dann blieb er einem Bauern in Montélimar in Frankreich im Gedächtnis, wo er anscheinend gearbeitet haben soll. Von da aus wollte er auf den Jakobsweg, sagte der Bauer. Doch für die Mutter bleibt nichts Greifbares. Wie auch bei den Hinweisen aus Offenburg. Jetzt folgt sie den Spuren nach Frankreich. Für die verzweifelte Mutter ist klar: »Ich gebe erst auf, wenn mein Sohn mir sagt, dass ich

aufgeben soll!«

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