"Mühlbachhopser"-Vorfälle

Anklage gegen drei Erzieherinnen aus Offenburger Kita erhoben

red/flo
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24. Januar 2020
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Vor dem Amtsgericht Offenburg wird gegen drei ehemalige Erzieherinnen der "Mühlbachhopser" verhandelt.

Vor dem Amtsgericht Offenburg wird gegen drei ehemalige Erzieherinnen der "Mühlbachhopser" verhandelt. ©Archivfoto: Ulrich Marx

Die Offenburger Kita „Mühlbachhopser“ hatte im Juni 2019 für Gesprächsstoff gesorgt. Drei Mitarbeiterinnen waren entlassen worden, weil sie Kinder zum Essen und zum Schlafen gezwungen haben sollen. Nun hat die Staatsanwaltschaft Offenburg Anklage erhoben.

Die Staatsanwaltschaft Offenburg hat nach den Übergriffen in der Offenburger Kindertageseinrichtung „Mühlbachhopser“, die im Juni 2019 öffentlich bekannt geworden waren, nun gegen drei ehemals in der Einrichtung tätige Erzieherinnen Anklage erhoben. Das hat die Staatsanwaltschaft am Freitagvormittag in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. 

Den zur Tatzeit zwischen 26 und 51 Jahre alten Angeschuldigten wird demnach vorgeworfen, im Zeitraum zwischen September 2017 und Juni 2019 in insgesamt mindestens 26 Fällen ihnen zur Betreuung anvertraute Kinder im Alter von ein und zwei Jahren der Freiheit beraubt oder diese misshandelt zu haben.

Zum Essen gezwungen

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Im Einzelnen wird den Angeschuldigten dabei insbesondere zur Last gelegt, mehrere Kleinkinder gewaltsam zum Essen gezwungen zu haben, indem sie ihnen unter anderem ausgespucktes Essen erneut in den Mund geschoben beziehungsweise den Kiefer der Kinder gewaltsam auseinandergedrückt hätten, so die Staatsanwaltschaft.

Zwei der Angeschuldigten wird darüber hinaus vorgeworfen, mehrere Kinder über einen längeren Zeitraum in Reisebetten eingesperrt zu haben, die sie teilweise mit einer Matratze bedeckt hätten, um Befreiungsversuche der Kinder zu vereiteln.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet auf Freiheitsberaubung in insgesamt 17 Fällen und Misshandlung von Schutzbefohlenen in insgesamt neun Fällen gemäß § 225 Absatz 1 Nummer 3 und § 239 Absatz 1 des Strafgesetzbuches (StGB). Im Falle einer Verurteilung droht den Angeschuldigten eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Ein Hauptverhandlungstermin vor dem Amtsgericht Offenburg steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch nicht fest.

Info

Selbst an die Öffentlichkeit gegangen

Im Juni 2019 war Thomas Hauser, Geschäftsführer des Trägervereins Eltern-Kind-Zentrum Offenburg, selbst an die Öffentlichkeit getreten, um über die Entlassung von drei pädagogischen Fachkräften zu berichten. Sie sollen Kinder unter anderem zum Essen und zum Schlafen gezwungen haben, hieß es damals.

Diese „Turbulenzen“ habe der Verein überwurden, verkündete der Geschäftsführer im September zum Start ins neue Kindergartenjahr, der auch mit einer neuen Leitung verbunden war. „Der Blick geht voll in die Zukunft“, betonte Hauser bei der Gelegenheit.

Hintergrund

Auf Vergleich geeinigt

Zwei der drei entlassenen Erzieherinnen hatten noch im Sommer 2019 vor dem Arbeitsgericht Offenburg gegen ihre Kündigung geklagt. In beiden Fällen haben sich die Parteien nach Angaben von Wolfgang Gundel, Pressesprecher des Amtsgerichts Freiburg, in Form eines Vergleichs geeinigt.

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