Interesse ist derzeit groß

Stadt drückt beim Ausbau der Fernwärme aufs Tempo

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red/flo
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24. Mai 2020
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S:\Produktionsbilder\2020-05-24\file7apos93chzs1hd9pqdg5.jpg ©Stadt Offenburg

Der Bau der neuen Fernwärmeleitungen in der Stadt schreitet voran. Geplant wird derzeit bis zum Jahr 2025. Klimaschutzmanagerin Bernadette Kurte verbindet damit ein wichtiges Ziel.

Auffällig an der aktuellen Version des „Masterplans“ zum Ausbau der Fernwärme in Offenburg: Der Planungshorizont reicht nur noch bis 2025 – bisher endete er 2035. Das zeigt aus Sicht der Stadt Offenburg die Dynamik auf, die dieses Thema aufgenommen hat. „Der Ausbau der Fernwärme ist eine wichtige Maßnahme zur Erreichung unserer Klimaschutzziele“, freut sich Bernadette Kurte, Klimaschutzmanagerin der Stadt Offenburg. Sie hofft, dass das Interesse nicht abflaut.

Was erklärt die rasante Entwicklung in diesem Sektor? „Fernwärme ist für viele Gebäudeeigentümer attraktiv, und wenn Interessenten mit relativ viel Wärmebedarf in der Nähe einer bestehenden Leitung oder eines unserer Wärmeerzeuger sind, lässt sich die Erschließung auch für uns wirtschaftlich darstellen“, erklärt Martin Wenz, Geschäftsführer der Wärmeversorgung Offenburg (WVO). 

„Unsere Fernwärmenetze sind mit sehr guten Primärenergiefaktoren zertifiziert, was es etwa Wohnungsbaugesellschaften erleichtert, die gesetzlichen Anforderungen beim Heizungstausch oder im Neubau einzuhalten“, führt Wenz aus. Dies habe sich besonders im Mühlbachareal gezeigt, wo sich alle Investoren für den Anschluss an das Fernwärmenetz entschieden hatten.

Neben Wohnungsbaugesellschaften und größeren Dienstleistungsunternehmen ist die Stadt mit ihren Einrichtungen eine wichtige Wärmeabnehmerin. „Bei einer Reihe von städtischen Gebäuden steht wegen des Alters der Anlagen ein Kesseltausch an“, erklärt Hans Jürgen Schneble vom städtischen Energiemanagement. 

Keine neuen Heizkessel

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Besonders freut ihn, dass das bestehende Netz östlich der Moltkestraße ab der nächsten Woche in die Prinz-Eugen-Straße weitergeführt wird. „Statt neue Heizkessel einzubauen haben wir jetzt Wärmelieferverträge für die Oststadtschulen und das Bunte Haus abgeschlossen“, ergänzt er. Darüber hinaus legt er Wert auf nachhaltige Wärmeerzeugung: „Es ist vorgesehen, die Leitung in Richtung der Bahngleise weiterzuführen, um bisher ungenutzte Abwärme aus der neuen Burda-Druckerei im Netz zu nutzen. Damit wird die Wärmeversorgung noch effizienter und damit auch immer klimafreundlicher.“ 

Zusätzliches Kraftwerk 

Eine weitere Entwicklung findet derzeit in der Innenstadt statt. Dort werden Wärmeleitungen in der Gustav-Rée-Anlage verlegt, die das „Rée-Carré“ über die Haupt-, Oken- und Seestraße sowie Teile der Gaswerkstraße an das bestehende Netz im Mühlbachareal anschließen werden. Die Heizanlage des Netzes, das derzeit mit Produktionswärme der Burda-Druck gespeist wird, erhält Ende des Jahres Verstärkung über ein zusätzliches Blockheizkraftwerk auf dem Gelände des E-Werks in der Freiburger Straße.

Die dritte Entwicklung des Fernwärmeausbaus geht vom Netz im Kreuzschlag aus. Eine neue Leitung verbindet das Netz über die Schutterwälder Straße mit Albersbösch. Dort ist der Anschluss in die Eichendorff-Schule verlegt, die Heizung soll in diesem Sommer angeschlossen werden. 

Neben Albersbösch und Hildboltsweier ist dann die Erschließung Uffhofens vorgesehen.
 

Hintergrund

Anwohner können sich beteiligen

Ist die Fernwärmeleitung erst einmal geplant und der Bau sicher, erhalten auch kleinere Wärmeabnehmer in der Umgebung die Möglichkeit, sich anzuschließen. „Die Anwohner erhalten dann eine Postwurfsendung, in der wir sie darüber informieren, dass sie sich, wenn ein Heizungstausch im Haus ansteht, an das Fernwärmenetz anschließen können“, erklärt Thorsten Manthey von der WVO. 
Für Hauseigentümer habe der Fernwärmeanschluss gegenüber einer Einzelheizung vor allem den Vorteil, „dass die Wartung der Heizungstechnik und Einhaltung der maximalen Emissionswerte gänzlich bei uns liegen und daher die Einhaltung des gesetzlichen Anforderungen sichergestellt ist“, führt er weiter aus. 

Im Moment läuft eine größer angelegte Interessensabfrage per Postwurfsendung südlich und nördlich der Heizungsanlage im Paul-Gerhardt-Werk. „Wenn sich 30 Prozent der Bewohner in einem der Gebiete für einen Anschluss entscheiden, kann dort ab 2021 mit der Verlegung von Wärmeleitungen begonnen werden“, sagt Manthey. 

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