Offenburg

Stadt will Jugendarbeit stärker fördern

Autor: 
Sascha Bäuerle
Lesezeit 3 Minuten
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20. Juli 2019

Für viele Jugendliche ist der Skaterplatz auf dem Gifiz-Parkplatz ein beliebter Treffpunkt. ©Archivfoto

Die Stadtverwaltung hat bei der Sitzung des Ausschusses für Familie und Jugend ein Rahmenkonzept der kommunalen Jugendarbeit vorgestellt. Sie plant für 2020/2021 eine Erhöhung um 1,45 auf 6,45 Stellen und drei Stellen für das duale Studium der Sozialpädagogik.

Zirka 10 000 junge Menschen leben in Offenburg – davon sind 5400 im Alter von zwölf bis 20 Jahren. Die Nachfrage nach Angeboten der kommunalen Jugendarbeit ist groß. Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung im Auftrag des Gemeinderats ein Rahmenkonzept entwickelt, um die kommunale Jugendarbeit zu fördern. »Es war schon lange ein Wunsch des Gemeinderats, dass wir das Thema Jugend in Offenburg in den Blick nehmen. Diese Gruppe befindet sich momentan in einer Sandwich-Position«, sagte Offenburgs Bürgermeister Hans-Peter Kopp am Mittwochabend in der Sitzung des Ausschusses für Familie und Jugend. Die Leiterin der Abteilung Familie, Jugend und Senioren, Martina Köllner, stellte das Rahmenkonzept vor. 

Jugend im Fokus

»Jugendarbeit ist für alle offen und berücksichtigt die verschiedenen Lebenslagen und Ressourcen der jungen  Menschen«, erklärte Köllner. Die Zielgruppe seien junge Menschen im Alter von zwölf bis zirka 27 Jahren. Die Stadt setze sich das Ziel, sich an den Interessen der Jugendlichen zu orientieren. Die Hauptamtlichen nehmen dabei eine neue Rolle ein: Sie seien »Ermöglicher«, um die Interessen junger Menschen umzusetzen. 
»Jugendarbeit findet dort statt, wo sich die Jugendlichen aufhalten«, sagte die Leiterin der Abteilung Familie, Jugend und Senioren. Das bedeute, dass die Jugendarbeiter häufiger draußen unterwegs sind und auf die Jugendlichen zugehen – und zwar dort, wo diese sich aufhalten. 

Bereits fünf Fachstellen sind bei den Stadtteil- und Familienzentren vorhanden. Kopp erklärte, dass diese aufgestockt werden müssen: »Wir können uns 1,45 Stellen mehr im Bereich Jugend vorstellen.« Des Weiteren gibt es laut Köllner aktuell eine Stelle für das duale Studium, die auf drei Stellen für das duale Studium der Sozialpädagogik erhöht werden soll. 

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Damit das Konzept umgesetzt werden kann, plant die Stadt, die Jugendarbeit künftig in drei Regionalteams zu organisieren. Jedes Team erhält damit 2,15 Stellen und eine Stelle für das duale Sozialpädagogik-Studium. Außerdem möchte die Stadt jedem Regionalteam Projektmittel in Höhe von 10 000 Euro zur Verfügung stellen, um eigene Veranstaltungen und Aktionen umzusetzen. »Das ganze Konzept wird rund 180 000 Euro mehr im Jahr kosten«, sagte Kopp. 
Jess Haberer (CDU) lobte die bisher geleistete Arbeit der Sozialarbeiter, stimmte der Stellenerhöhung zunächst aber nicht zu: »Wir wollen das Rahmenkonzept mit dem derzeitigen Personal realisieren und keine Aufstockung auf 6,45 Stellen.« Jürgen Ochs (Grüne) erwiderte, dass man nicht länger warten könne, das Konzept umzusetzen.

Jens-Uwe Folkens (SPD) sprach sich für einen Beschluss der Vorlage aus: »Wir müssen die Personalstruktur erhöhen, auch wenn es Geld kostet.« Das Konzept sei dringend notwendig, »weil wir uns dieser Zielgruppe widmen müssen«. Rudi Zipf (Freie Wähler) betonte, dass Sozialarbeiter im Bereich der Jugend wichtig seien. »Ich kann meiner Fraktion nur vorschlagen, der Vorlage zuzustimmen«, so Zipf, dessen Zeit als Stadtrat am Montag endet. 

Kontinuität entwickeln

Martina Köllner machte deutlich, dass es wichtig sei, Kontinuität in der Jugendarbeit zu erhalten. Sie erklärte: »Wir brauchen Teams, die für die kommunale Jugendarbeit hinausgehen.« Daraufhin sagte Haberer, dass die CDU das Konzept nicht blockieren wolle. »Wir lassen uns gerne davon überzeugen.«
Die Fraktionen waren sich einig, dass sich die Stadt für die jungen Menschen einsetzen muss. Sie votierten einstimmig für das Rahmenkonzept Jugendarbeit. 

Das Thema steht am Montag, 22. Juli, im Aufruf-Teil der Gemeinderatssitzung. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im Salmen.

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