Stadtrat übt scharfe Kritik an der Sportlerehrung der Stadt

Autor: 
Redaktion
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29. Dezember 2017

»Nachdem der Gemeinderat vor einigen Jahren den Wahlmodus weg vom Sportkreis-Gremium und hin zum Bürger-Voting änderte, war es seither nur Bürgern mit E-Mail-Adressen möglich, ihre Stimme für die von der Stadt nominierten Sportler abzugeben«, moniert Stefan Konprecht von den Freien Wählern. Das Motto »Wer in seinem Verein mobilisiert, gewinnt die Wahl« müsse man als Resümee vorwegnehmen, erklärte er in einem Schreiben an OB Edith Schreiner. 

Sechs Teams waren für die »Mannschaft des Jahres« nominiert. »Nicht jedes erhielt eine persönliche Benachrichtigung, manche erfuhren erst aus der lokalen Presse, dass sie für den Kreis der Besten ausgelobt wurden«, so Konprecht. Stolz hätten sich die Nominierten den Ehrungstermin am 21. Dezember freigehalten. Aber auch der weitere Ablauf bis zum eigentlichen Ehrungstag sei »fraglich und ein wenig respektlos«. Lediglich die Top Drei der Teams seien kurz vor dem Ehrentag gebeten worden, im Salmen zu erscheinen. Die anderen Teams seien nicht informiert worden. Man habe also als nicht geladener Gast eines nominierten Teams auf Verdacht die Veranstaltung besuchen oder auf Nummer sicher gehen und nicht erscheinen können, schildert der Stadtrat die Situation. 

»Der VCO Printus Offenburg leistete Herausragendes in der zweiten Bundesliga der Volleyball Damen und hat den ersten Platz und den Titel als ›Mannschaft des Jahres‹ unumstritten verdient«, stellt er klar. Allerdings sei eine etwas »feinfühligere Umgangsform mit den restlichen Sportlern wünschenswert«. 

In der Kategorie »Sportler des Jahres« habe die Stadt Offenburg nach Christina Obergföll einen weiteren Weltstar im Speerwerfen als nominierten Sportler. Vetter sei mit einer »unfassbaren sportlichen Leistung« 2017 Weltmeister geworden. »In den vergangenen Wochen erntete er viel Anerkennung, entpuppte sich als Zuschauerliebling und wurde mit mehreren Fernsehauftritten noch bekannter«, so Konprecht. Bei der Wahl zum Deutschen Sportler des Jahres wurde er mit Bronze geehrt.  

Publikum fassungslos

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Konprecht schreibt: »Als nicht nachvollziehbarer und peinlicher Höhepunkt des Offenburger Abends konnte der dritte Platz von Johannes Vetter angesehen werden.« Ein lautes Raunen sei nach Bekanntgabe durch den Salmen gegangen. »Man konnte die fragenden und ungläubigen Gesichter wahrnehmen«, so Konprecht. 

Nicht nur die Anwesenden waren über das Publikums-Votum erstaunt, auch die folgenden Pressemitteilungen rückten kein gutes Licht auf die Stadt Offenburg, deren Veranstaltung und den fragwürdigen Wahlmodus, heißt es weiter. Die Freien Wähler fordern: »Hier gilt es eindeutig nachzusteuern, sodass solch ein Fauxpas sich nicht wiederholt.« Man könne von Glück reden, dass Vetter am Abend verhindert war und ihm diese Schmach erspart geblieben sei.

Ein Rechtschreibfehler habe dem Abend die Krone aufgesetzt und weitere Gesprächsrunden im Anschluss an den offiziellen Teil angeheizt, so Konprecht. Die Sportler erhielten die Plakette für ihre »hervoragende Leistung im Sport« . 
Die Freien Wähler halten »einen neuen Wahlmodus, welcher wirklich herausragende Leistungen ehrt, und im organisatorischen Bereich etwas mehr Mühe« für nötig.