Vortrag zur Besiedlung in Ebersweier

Steinbruch lieferte Baumaterial

Autor: 
Rosa Harmuth
Lesezeit 2 Minuten
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16. Dezember 2019

Bei einer Exkursion in den Steinbruch im Ebersweierer Hardtwald lernten die Teilnehmer des Vereins „Heimatgeschichte“ Interessantes über die Entstehung von Ebersweier. Hans Haffner (Vierter von links) hatte zu dem Thema geforscht. ©Gerhard Harmuth

Der Verein „Heimatgeschichte“ aus Ebersweier hat sich mit dem Steinbruch im Hardtwald beschäftigt. Hans Haffner führte in seine interessante Geschichte ein.
 

Am vergangenen Samstag erkundeten einige Mitglieder des Ebersweierer Vereins Heimatgeschichte e.V. den historischen Steinbruch im Ebersweierer Hardtwald. Hans Haffner hatte nach ergiebiger Geschichtsforschung zum Treffen eingeladen. Er wollte die Gruppe, die aus der Geschichtswerkstatt zur 800-Jahrfeier (2015) hervorgegangen war, über seine Nachforschungen informieren.

Sieben Zuhörer folgten seinen interessanten Ausführungen: Ebersweier wurde nach derzeitigem Wissen 1215 erstmals erwähnt. Das heißt, für Gebäude und erforderliche Befestigungen war Baumaterial (Steine) erforderlich. In dieser Anfangszeit (etwa die ersten 130 Jahre) gab es für die Nutzung der Wälder keinerlei Vorschriften. Ab 1447 entschied die Staufenberger Waldordnung wohl über die Entnahme von Gesteinen und deren Beförderungswege durch den Wald. Das erfolgte kostenlos für die Angehörigen der Waldgenossenschaft. Der Holzschlag für ein Wohnhaus betrug 70 Stämme. Ein Keller mit Gestein brauchte 40 Stämme, eine Scheuer 60 Stück.

Vom 324 Quadratmeter großen Steinbruch im Ebersweierer Hardtwald gewann man im Spätmittelalter (1250 bis 16. Jahrhundert) über 1300 Kubikmeter Steinmaterial für die stetig zunehmende Besiedlung.

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Folgen des Kriegs

Abbaumenge und Bevölkerungszuwachs lassen vermuten, dass der Steinbruch circa 1550 aufgelassen wurde. Der mittlere Steinbruch wurde erschlossen und ist derzeit zu Dreiviertel mit Grünabfällen und Bauschutt aufgefüllt. Als Folge des Dreißigjährigen Kriegs reduzierten sich die Anwohner auf ein Viertel. Auch Ebersweier zählte nur noch 28 Bürger plus deren Familienangehörige. Dadurch kam der Steinbedarf so über 100 Jahre zum Erliegen.
Erst nach 1700 erfolgte die Ausbeutung des mittleren Steinbruchs bis 1849. Dieser lieferte für die Straße Appenweier-Offenburg (heute B3) auf voller Länge den Unterbau.

Die innere Verwaltung des Großherzogtums Baden beschrieb das Gestein 1867 im 25. Heft, S. 31: „...der Fuß dieses Berges besteht aus Granit, dessen Spitze und nördlicher Abhang aus Porphyr.“ 
Die Zuhörer dankten Hans Haffner für seinen aufschlussreichen Vortrag und freuen sich auf weitere künftige Lehrausflüge.

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