Offenburg

"Story Offenburg": Schauspieler im Bauwagen

Autor: 
Tanja Proisl
Lesezeit 3 Minuten
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26. Juli 2016
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Freuen sich auf die Premiere von »Story Offenburg« (vorne von links): Barbara Höfler, Christian Kessler, Annette Müller, Leonard Küßner und Jonathan Rieder.

Freuen sich auf die Premiere von »Story Offenburg« (vorne von links): Barbara Höfler, Christian Kessler, Annette Müller, Leonard Küßner und Jonathan Rieder. ©Ulrich Marx

Rund 30 Schauspieler, ein Bauwagen und 50 Kopfhörer sind wesentlicher Bestandteil der Theater-Sound-Performance »Story Offenburg«. Bei dem Projekt unter der Leitung von Regisseurin Annette Müller erzählen Offenburger, was Freiheit für sie bedeutet. Premiere ist am 11. September beim Freiheitsfest. 

»Ist es nicht besser ein Leben zu führen mit weniger Geld und dafür mehr Freiheit zu haben?«, fragt die Frauenstimme direkt ins Ohr – Kopfhörer machen es möglich. Die Sequenz ist eine Kostprobe, die die Anwesenden bei der Vorstellung der Theater-Sound-Performance »Story Offenburg« am Montag bekommen haben. Sie saßen dabei in dem Bauwagen, in dem die rund 30 Schauspieler, die in Offenburg leben, bei der Premiere am 11. September im Rahmen des Freiheitsfestes in der Lange Straße tanzen, spielen und sprechen werden. 

»Bis dahin wird der Bauwagen auch verglast sein. Was im Inneren gesprochen wird, können die Zuschauer nur über Kopfhörer mitbekommen, die sie gegen ein Pfand ausleihen können«, erklärte Regisseurin Annette Müller. Die Premiere beim Freiheitsfest lässt auf das Thema schließen: »In ›Story Offenburg‹ erzählen Offenburger, was Freiheit für sie bedeutet«, sagte Müller. Sie sprechen darüber, was für sie persönliche Freiheit ist, über Freiheit und Geld, über Freiheit und Konsum und darüber, was Freiheit einschränkt – Terror zum Beispiel. »Durch die Ereignisse der letzten Tage ist das  Thema umso aktueller«, betonte Müller. 

Doch nicht in allen der 29 Szenen sprechen die Mitwirkenden im Bauwagen. In einigen Szenen bekommen die Zuschauer die von Christian Kessler, im Fachbereich Kultur für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, und Leonard Küßner gestalteten Tonspuren, beispielsweise Hühnergegacker, und Kompositionen zu hören. »Wir haben Geräusche in Offenburg eingefangen und daraus Musik gemacht. Diese werden wir mit Live-Elektronik kombinieren, sodass nicht alles programmiert ist«, schilderte Küßner. Auch Kessler findet es spannend, »auf Kopfhörer zu produzieren«. 

50 von ihnen werden bei den Aufführungen für die Zuschauer bereitliegen. »Jeder Besucher kann kommen und gehen, wie er will. Die Freiheit kann man sich nehmen«, betonte die Regisseurin. Ob man die Szenen im Bauwagen 30 Minuten oder die kompletten rund zweieinhalb Stunden verfolgt, bleibt jedem selbst überlassen. 

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Bürger auf die Bühne

Die Idee zu »Story Offenburg« kam Müller vor drei Jahren, wegen Projekten wie »Das kalte Herz« musste die Umsetzung ein bisschen warten. Sie wolle Bürger zu Wort kommen lassen und auf die Bühne bringen, allerdings nicht auf eine Bühne wie die der Reithalle. So sei die Idee mit dem Bauwagen entstanden, der zuvor übrigens von den Pfadfindern genutzt wurde, erzählte Müller. Für das Projekt wurden Interviews aufgenommen, außerdem beantworteten 100 Leute einen Fragebogen zum Thema Freiheit. 

15 bis 80 Jahre alt 

Wie Müller verriet, ist das Ensemble bunt gemischt. Die Altersspanne der Schauspieler reicht von 15 bis 80 Jahre. »Manche von ihnen haben noch nie Theater gemacht«, sagte Müller. Sie kann sich gut vorstellen, dass der Bauwagen eine Institution wird und auf Reisen geht, sei es innerhalb von Offenburg oder darüber hinaus.

Ursprünglich war die Premiere des Projekts, das eine Kooperation der Jungen Theaterakademie mit dem Theater im Gewölbe ist, für Juli geplant. Krankheitsbedingt wird es nun September. Dann aber in einem Rahmen, der durch das Freiheitsfest nicht besser passen könnte. 

Hintergrund

Vorstellungen

Premiere feiert »Story Offenburg« am Sonntag, 11. September, ab 13 Uhr im Rahmen des Freiheitsfestes in der Lange Straße. Weitere Aufführungen auf dem Lindenplatz sind am Freitag, 7., und Samstag, 8. Oktober, jeweils ab 18.30 Uhr sowie am Sonntag, 9. Oktober, ab 14 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Kopfhörer werden gegen ein Pfand ausgeliehen.

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