Wallfahrt: 330 Jahre altes Versprechen eingelöst

Talgemeinden erfüllten das Gelöbnis von einst

Autor: 
Karl-August Lehmann
Lesezeit 3 Minuten
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10. September 2019

Die Vertreter der Gemeinden in der ersten Bank der Wallfahrtskirche: von links die Bürgermeister Carsten Erhardt, Daniela Paletta, Günter Pfundstein und Richard Weith sowie die Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner und Lorenz Breig. ©Lehmann-Archiv

Gemeinsam erinnerte die Seelsorgeeinheit Zell am Samstag mit Prozession, Gottesdienst und einer Votivkerze an das einst von den Talgemeinden gegebene Versprechen. Die Ausrichtung der vor 330 Jahren entstandenen Gelöbniswallfahrt lag turnusgemäß bei der Katholischen Pfarrgemeinde St. Ulrich aus Nordrach.

 Weltliche Herrschaft wie geistliche Obrigkeit aus den Talgemeinden hatten sich 1689 und noch einmal 1703 mit Brief und Siegel verpflichtet, als Dank für die Verschonung vor Krieg und Zerstörung jedes Jahr eine Prozession in die Wallfahrtskirche »Maria zu den Ketten« abzuhalten. Das Gelöbnis sollte jedes Jahr neu erfüllt werden. 

Entsprechend waren auch in diesem Jahr am Samstag die Gemeinden Zell (Bürgermeister Günter Pfundstein, Ortvorsteher Hanspeter Wagner, Unterharmersbach, Lorenz Breig, Ortsvorsteher Oberentersbach), Biberach (Bürgermeisterin Daniela Paletta), Nordrach (Bürgermeister Carsten Erhardt) und Oberharmersbach (Bürgermeister Richard Weith) vertreten, um in der Prozession durch die Stadt zu ziehen und den Dankgottesdienst mitzufeiern. Pfarrer Bonaventura Gerner, Bruder Markus, Bruder Berthold, Bruder Hadrian, Bruder Pirmin sowie Pfarrer Pater Seibt konzelebrierten die Messe, die Adrian Sieferle an der Orgel begleitete.

Gleich zu Beginn überreichten Agnes Schwarz und Gisela Boschert im Namen der ausrichtenden Pfarrgemeinde Nordrach die große Votivkerze, die Bruder Markus entzündete und vor dem Altar der Wallfahrtskirche platzierte. Sie soll nach den Worten der Stifter immer ein leuchtendes und mahnendes Beispiel für dieses Versprechen sein.

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Mehr Zeit nehmen

Pfarrrer Bonaventura Gerner mahnte in seiner Predigt die Gläubigen, sich etwas mehr Zeit zu nehmen. »Alles steht unter dem Diktat Zeit«, beschrieb er die Schnelllebigkeit des Alltags. Es sei erfreulich, dass sich heute die Besucher des Dankgottesdienstes Zeit für Gott nähmen. Es gelte aber auch, sich Zeit für sich und die anderen zu nehmen. Jedem sei es überlassen, ob er diese Zeit sinnvoll nutze oder diese eher mit den »Zeitvernichtungsmaschinen« verbringe. »Zeit ist uns allen geschenkt. Es liegt an uns, was wir daraus machen. Nehmen wir uns die Zeit zum Leben«, ermunterte er die Gläubigen.

Während Pfarrer Peter Seibt die Gläubigen zur nächsten gemeinsamen Feier, dem »Ökumenischen Kirchentag« am Sonntag, 15. September, nach Zell a. H. einlud, bedankte sich Pfarrer Bonaventura Gerner für das beeindruckende Beispiel einer lebendigen Seelsorgeeinheit. Diesem Dank schloss sich die Pfarrgemeinde Nordrach an. 

Von ihr kam auch die Einladung zur gemeinsamen »Nachfeier« in der Klosterhalle. Es ist seit Jahren guter Brauch, dass die ausrichtende Gemeinde die Pilger zu einem Fest der Begegnung mit kleinem Umtrunk und einem stärkenden Imbiss einlädt. 
Auch das Zusammenspiel von kirchlicher und weltlicher Gemeinde läuft an diesem Tag reibungslos, denn die politische Gemeinde trägt jeweils die Kosten für die Speisung der Pilger. 

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