Gemeinsames Ausbildungszentrum geplant

TBO und Feuerwehr wollen in Offenburg enger kooperieren

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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23. Oktober 2020

Die Offenburger Feuerwehr will zukünftig enger mit den Technischen Betrieben zusammenarbeiten. Vom Technischen Ausschuss gab es dafür grünes Licht. ©Archivfoto: Ulrich Marx

Die Technischen Betriebe Offenburg und die Feuerwehr wollen enger kooperieren. Der Technische Ausschuss steht hinter der Entscheidung. Auch ein Ausbildungszentrum ist in Überlegung.  

Alex Müller, Betriebsleiter Technische Betriebe (TBO), und Feuerwehr-Kommandant Peter Schwinn berichteten im Technischen Ausschuss über den aktuellen Stand und die künftigen Planungen der Kooperation TBO/Wehr. Wie Müller darstellte, zähle zu den bereits gepflegten Feldern unter anderem der Hochwasserschutz. Die Sandsack-Abfüllanlage der Wehr musste mittlerweile an den Flugplatz verlegt werden, in diesem Zug wurde auch die Lagerung des Sands überdacht. 

Auf dem TBO-Betriebsgelände wird nun eigens ein Anteil Sand aufbewahrt, der im Bedarfsfall schnell an den Flugplatz transportiert werden kann. Ebenso wird eine gemeinsam definierte Mindestmenge bei der Katastrophenschutz-Halle am Flugplatz aufbewahrt. Weitere von Müller dargestellte Felder sind Einsatzunterstützung durch Absperrungen, das Hinzuziehen eines „Fachberaters TBO“ zur koordinierenden Einsatzunterstützung – etwa, was Fahrzeuge und Geräte betrifft. 

Ebenso geht es um die Unterstützung durch TBO-Mitarbeiter, die in anderen Wehren aktiv sind und bei Sonderlagen wie der Pandemie Fachkenntnisse einbringen. Auch in der Ausbildung funktioniert „die gut gepflegte Zusammenarbeit“ (Bürgermeister Oliver Martini) – beispielsweise durch TBO-Mitarbeiter der Abteilung Forst, die regelmäßig „Motorsäge-Kurse“ anbieten.

Künftig ist angedacht, im Ausbildungsbereich noch intensiver zu kooperieren. Das betrifft den Bereich Forst, insbesondere aber die Heißbrandausbildung. Alle zwei Jahre müssen rund 220 Atemschutzträger der Wehr einen Heißbrand-Durchlauf absolvieren, was mit Kosten von 60 000 Euro einhergeht. Um die wichtige Ausbildung effizienter zu gestalten, reifte die Idee zum Bau eines Ausbildungszentrums. 

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Ehemaliges „Kasino“

Auch die Forstabteilung der TBO benötigt eine Unterbringungsmöglichkeit, sodass sich schnell Synergien abzeichneten. Als möglicher Standort gilt das ehemalige „Kasino“ im Forststützpunkt (Waltersweierer Wald, rund 680 Quadratmeter). Die Planungskosten liegen bei rund 30 000 Euro, die abschnittweise Realisierung könnte 2021/2022 folgen. Die Baurechtsbehörde ließ erkennen, dass das Vorhaben genehmigungsfähig wäre. 

Weitere Felder sollen Extremwetterlagen und Bekämpfung von Waldbränden sein. Die Zahl an Extremwetter-Ereignissen nehme weiter zu, worauf es sich vorzubereiten gelte. Dazu soll im Rebland ein Tanklöschfahrzeug (TLF) stationiert werden, ergänzt durch ein weiteres TLF der Abteilung Mitte (6000 Liter Kapazität). Die Elgerweierer Sondereinheit „Löschwasserversorgung“ wird ergänzend ins Waldbrandkonzept einbezogen. Für ein TBO-Tankfahrzeug soll zudem 2021 ein Tank-
aufsatzbehälter (Kapazität: rund 10 000 Liter) beschafft werden. 

Neben ersten Informationen ging es in der Sitzung auch um konkrete Willensbekundung des Ausschusses. Die Fraktionen stellten sich hinter die Pläne. Andrea Thomann (Grüne) sprach von „einer klugen und zukunftsfähigen Kooperation“. Andreas Heck (CDU) erwartete „ein klares Zeichen aus dem Gemeinderat“, sich ebenfalls hinter die Pläne im Sinne des Bevölkerungsschutzes zu stellen. Die Kosten des Ausbildungszentrums würden sich nach seiner Sicht in zwei, drei Jahren amortisieren. 

Tobias Isenmann (FWO) begrüßte „die großen Synergie-Effekte“ als weitere Stärkung der Kooperation von TBO und Feuerwehr, während Martina Bregler (SPD) das gegenseitige Lernen voneinander würdigte. Das Ausbildungszentrum erachte sie „als dringend notwendig“, daran schloss sich auch Thomas Bauknecht (FDP) an. Peter Schwinn bedankte sich für die klare politische Willensbekundung der Fraktionen und stellte auf Nachfrage fest, dass für das anzuschaffende TLF kurzfristige Fördergelder frei werden könnten.

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