Theaterprobe

Teilen und Tauschen: Kunstprojekt fördert soziales Verhalten

Autor: 
Sascha Bäuerle
Lesezeit 3 Minuten
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07. Juni 2019

Junge Teilnehmer proben in der letzten Projektwoche ein Theaterstück für die Abschlussveranstaltung der ersten Programmreihe. ©Ulrich Marx

Unter dem Motto »Mirakel – geben, nehmen, teilen, tauschen« ist das dreijährige Kunstprojekt der Kunstschule Offenburg zum Thema »Nachhaltigkeit – Kinder gestalten Zukunft« im Herbst 2018 gestartet. In der letzten Projektwoche probten die Kinder ein Theaterstück für die Abschlussveranstaltung des ersten Jahres.

Seit vergangenen Herbst fördert die Baden-Württemberg-Stiftung in ihrem Programm »Nachhaltigkeit lernen – Kinder gestalten  Zukunft« das von der Kunstschule Offenburg entwickelte Projekt »Mirakel – geben, nehmen, teilen, tauschen«. Nach vier Projektveranstaltungen sollen 40 Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren aus der Astrid-Lindgren-Schule Offenburg, Astrid-Lindgren-Schule Willstätt-Hesselhurst und dem Kindergarten des Stadtteil- und Familienzentrums Oststadt alle Impulse und Wissensbausteine aus den ersten Schuljahren künstlerisch zusammenbringen. 

Aufführung im Juli

»Die Kinder entwickeln in dieser Woche mit einer Theaterpädagogin und einer Künstlerin ein Theaterstück mit Kulissen und Requisiten. Dabei schaffen sie eine Welt, in der das Geben, Nehmen, Teilen und Tauschen zur Herzensangelegenheit wird«, sagt Projektleiterin Almut von Koenen. Im Juli werde das Stück in einer Abschlussveranstaltung aufgeführt. 

Von Koenen geht es in diesem Projekt darum, das Prinzip des Gebens, Nehmens, Teilens, Tauschens auf sozialer, ökologischer und ökonomischer Basis spielerisch zu erforschen und in der Kunst umzusetzen. »Stellen wir uns vor, die Erde ist ein Raumschiff im Universum und wir, die Menschen, sind die Besatzung, die das Raumschiff steuert«, beschreibt die Projektleiterin. »Tiere und Pflanzen, die Natur und alle Elemente sind die Ressourcen, die den Kraftstoff für die Besatzung und das Raumschiff bereitstellen. Es kann nichts hinzugefügt oder ausgetauscht werden.«

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In ihrer ersten Projektwoche im November hatten die Kinder in vier Ateliergruppen 40 individuell gestaltete, mobile Spielbretter mit Tauschflächen, Stauräumen, Kommunikationsfeldern und Tischfunktion gebaut, woraus ein großes Gesellschaftsspiel gebildet werden konnte. Die Aktionsfelder forderten dabei auf, Mitgebrachtes einem Mitspieler zu geben, zu nehmen, mit ihm zu teilen oder zu tauschen. 

Im Frühjahr trafen die jungen Teilnehmer zwei Experten. Stadtrat Stefan Böhm (Die Grünen) zeigte ihnen, wie man eine Stadt baut und wie diese funktioniert. Physiotherapeut Matthias Kreuzer forschte mit den Kindern über das Herz. »Das war ein Schlüsselerlebnis für die Kinder«, blickt von Koenen zurück. 

Auch die Eltern beteiligten sich an der Programmreihe: An einem Projektsonntag im Dezember wurden gemeinsam und generationsübergreifend Ideen für ein gutes Leben auf dem »Raumschiff Erde« der Kunstschule kreativ und künstlerisch umgesetzt. 

Natur im Mittelpunkt

Im kommenden Schuljahr wird die Programmreihe fortgesetzt. Dann steht die Natur im Mittelpunkt. Projektleiterin von Koenen erklärt: »Es geht unter anderem darum, wie der Kreislauf der Pflanzen funktioniert und welche Rolle die Tiere in der Natur spielen.«

Info

Kunstprojekt wird fortgesetzt

Die Baden-Württemberg-Stiftung in Stuttgart fördert das Projekt der Kunstschule Offenburg in Kooperation mit der Heidehof-Stiftung mit einer Gesamtsumme von 35.000 Euro. 
Nach dem mehrjährigen Ökologie- und Kunstprojekt »Natürlich – würzig, rauschend, süß«, das es bis auf die Vorschlagsliste für den Bundespreis »Kinder zum Olymp« in 2017 geschafft hat, konnte die Kunstschule das Programm mit einer neuen Idee bis 2021 fortsetzen. »Die positive Rückmeldung der Lehrer, Eltern und Kinder war ausschlaggebend, ein weiteres Projekt auf die Beine zu stellen«, sagt Projektleiterin Almut von Koenen. (bsa)

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