Diersburg damals

Theater als Wettbewerb

Autor: 
Franz Feißt
Lesezeit 3 Minuten
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04. Mai 2021
Im jüdischen Gasthaus Badischer Hof in der Diersburger Strittmatt gab es Theateraufführungen - wie in anderen Sälen auch.

Im jüdischen Gasthaus Badischer Hof in der Diersburger Strittmatt gab es Theateraufführungen - wie in anderen Sälen auch. ©jürgen stude

Franz Feißt erinnert sich (1): Diersburg hatte einmal eine große Tradition an Theateraufführungen. Bei den winterlichen Aufführungen spielten manche für gleich drei Vereine.

Wer in seinem Dorf und mit seinem Dorf lebt, der hat irgendwann eine Menge zu erzählen. Bei Franz Feißt ist das der Fall. Der 86-Jährige hat einen Teil der Erinnerungen niedergeschrieben. Wir veröffentlichen sie in lockerere Reihenfolge. Heute geht es um die alte Bräuche in Diersburg. Franz Feißt schrieb sie 2019 auf Wunsch von Stefani Roeder von Diersburg auf.

Ein wichtiger Brauch war das winterliche Theaterspielen der Vereine von Diersburg. Über die Weihnachtstage, Neujahr, Dreikönig bot jeder Verein sein Theaterstück dem Publikum dar. Der Sportverein im Saal des Badischen Hofs, der Gesangverein im Hirschensaal, der Musikverein auch im Hirschsaal. Diese Abende waren sehr wichtig für das finanzielle Fortbestehung der Vereine im nächsten Jahr.

Bis fünf Akte

Ende Oktober fing man an, mit dem Aussuchen der verschiedenen Charakterstücke mit drei bis fünf Akten an. Es waren große und schwere Stücke, es herrschte ein kleiner Wettbewerb unter den spielenden Vereinen, denn es sollten Stücke mit Lebensgeschichte sein, die auch in der Bevölkerung gut ankamen und sie zum Besuch anregte.

So wurden viele Stücke zur Aufführung gebracht: Das Kreuz im Moor, Genoveva, Der Blinde unter dem Weihnachtsbaum, Vogt auf Mühlstein, Heimweh am Wolgastrand, Untergang des Schiffes Titanic und weitere. Zuerst ging es los die notwendigen Spielersuche, männlich, weiblich, jugendlich oder Kind, je nach dem Inhalt des Charakterstückes.

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Nach gefundener Arbeit fing man mit zweimal wöchentlicher Leseprobe in Privathäusern an, die letzten Proben waren dann zur Einspielung auf der Bühne im aufführenden Saal. Da viele in der damaligen Hukla in Gengenbach in Schicht arbeiteten, fing man des öfters um 22.30 Uhr mit der Probe an, das ging in die Nacht hinein, bei kaltem Saal.

Als anfangs der 50er-Jahre der heutige Lindensaal erbaut wurde, waren alle Vereinsvorführungen in diesem schlecht isolierten Probensaal, so dass wir zum Teil Holz und Brikett für die Heizung des Gußofens mitbrachten, und der alte Lindenknecht, der Sepp, uns den Ofen anheizte für ein gutes Wort oder ne Zigarre, Zuckerbrötchen.

Der Lindensepp war öfter unsere Rettung in später Nacht. Er war Mädchen für alles. Jeder aufführende Verein hatte zwei Abendveranstaltungen, für Mittglieder, und allgemein. Für die Kinder war nachmittags die Hauptprobe mit freiem Eintritt, und es war immer voll. Als Abschluss des Abends gab es ein Luststück.
Diese verschiedenen Veranstaltungen waren ein uralter Brauch, und Überlieverung in der Geschichte von unseren Eltern.

Sicher gab es Überschneidungen, dass man zum Teil in mehreren Vereinen als Spieler mitwirkte, dann war es besonders hart, man musste je nach Rolle viel lernen, ich selber hatte im Jahre 1959 etwa 1250 Probeneinsätze zu erlernen bei drei Vereinen, aber es war für uns Spieler trotzdem ein Erlebnis mit den mitspielenden älteren Spielkameraden – nach der Tagesarbeit.

Wir waren eine Gemeinschaft, die sich kannte, und verträglich zeigte. Nach all den schönen gemeinsamen Stunden war man doch froh, als es wieder zuende war. Nach gespielten Auftritten wurde ein vom Verein bezahltes Essen und Trinken serviert in der Gaststätte.

Diese Winter-Theateraufführungen waren ein großer Bestandteil der Diersburger Dorfgeschichte.

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