Musik als große Leidenschaft

Thomas Trappe aus Durbach feiert seinen 80. Geburtstag

Autor: 
Karl Joggerst
Lesezeit 4 Minuten
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26. November 2020

Die Musik hat Thomas Trappe zeitlebens begleitet. Angefangen hat alles mit dem Klavier. ©Karl Joggerst

Thomas Trappe aus Durbach feiert seinen 80. Geburtstag. Zeitlebens hat ihn Musik begeistert, aber auch sportlich war der Jubilar erfolgreich.

Heute, Donnerstag, feiert Thomas Trappe seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar kann bei bester Gesundheit auf ein bewegtes Leben zurückblicken, in dem neben einem interessanten beruflichen Werdegang, Sport und vor allem Musik seine großen Leidenschaften bis heute sind. In Berlin geboren kam Trappe nach dem Krieg nach Freiburg, wo seine Mutter als ehemalige Charité-Ärztin eine Anstellung an der Universitätsklinik fand. Die kleine Familie kam in einer Dachwohnung in Freiburg-Wiehre bei einer Cousine von Nobelpreisträger Albert Schweitzer unter. So ergab es sich, dass Trappe als kleiner Junge Albert Schweizer einmal die Hand geben durfte. „Darauf bin ich heute noch ein wenig stolz“, erinnert er sich gerne. 

Während eines mehrjährigen Kinderheim-Aufenthaltes Ende der 40er-Jahre im Hotzenwald erlernte er das Skilaufen „weil der Schulweg im Winter nur mit Ski zu meistern war“. Zeitlebens blieb das Skilaufen eine Lieblingssportart. Als er später im Burda-Verlag eine Anstellung fand nahm er regelmäßig erfolgreich an den Burda-Skimeisterschaften teil. Ab 1950 besuchte Trappe das Rotteck-Gymnasium in Freiburg, in dem seine musikalische Begabung entdeckt und gefördert wurde. 

Begonnen mit Klavierunterricht über Violine weckten die tiefen Instrumente sein Interesse. So stieg er auf Kontrabass um, wurde mit 16 Jahren an der Musikhochschule in Freiburg aufgenommen, um zwei Jahre später an die Orchesterschule in München zu gehen. Dort wechselte er auf Cello, was er fortan in verschiedenen Streichquartetten spielte, unter anderem auch bei Aufführungen in der Offenburger Dreifaltigkeitskirche unter Bernhard Klär und viele Jahre auch im Ortenau-Orchester. In seiner Zeit bei Burda wirkte er im Burda-Streichquartett mit. Senator Franz Burda verfügte damals, dass Trappe den Mittwochnachmittag für Musikunterricht frei bekam.

Bevor ihn sein beruflicher Werdegang nach Offenburg führte, ergab sich ein Volontariat in der Musikabteilung des Südwestfunks in Baden-Baden, was dann zu einem Angebot in Köln bei der „Deutschen Welle“ führte. Aus familiären Gründen sollte sein Weg in die Ortenau führen und so gab Trappe bei Burda eine Bewerbung ab. Bis zum Eintritt ins Rentnerleben war er dort rund 30 Jahre angestellt: „Ich verdanke Burda ein gutes, gesichertes und interessantes Leben.“

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Nach dem Umzug 1967 in die Ortenau brachte er seine musikalische Erfahrung als Chor-Dirigent ein. Anfangs als Chorleiter vom Elgersweierer Männerchor wurde später auch ein Frauenchor gegründet, in dem er seine Frau Renate kennenlernte. 38 Jahre lang waren sie glücklich verheiratet, ehe Renate im Jahr 2016 im Alter von 66 Jahren starb.

Unvergessliche Konzerte

Mittlerweile in Durbach wohnhaft dirigierte Trappe elf Jahre lang den gemischten Chor in Nesselried. 1978 bekam er ein Angebot aus Oberweier bei der dortigen „Harmonie“. Es folgten 27 Jahren mit großen, unvergesslichen Aufführungen in der Sternenberghalle. Nachdem er den Dirigentenstab aus der Hand gelegt hatte, wurde er im Herbst 2016 vom Wandererchor aus Windschläg angefragt. Es war zunächst nur ein Versuch, der aber im Laufe von über drei Jahren (bis Corona kam) zu einem sehr erfolgreichen Wirken, oft zusammen mit der Nordracher Stubenmusik, führte.

Neben der Musik war Trappe zeitlebens ein begeisterter Sportler. Als Mitglied des DVA frönte er seiner Liebe für die Alpen mit Hochgebirgstouren. Als leidenschaftlicher Radfahrer macht er seit Jahren große Touren und hat in diesem Jahr schon über 10 000 Kilometer zurückgelegt. Auch auf der Laufstrecke war er äußerst aktiv, unzählige Meistertitel im Berglauf hat er gewonnen, zuletzt 2016 den Belchen-Berglauf in der Klasse M75. Durch seine Bekanntschaft mit Weltklasseläufer Peter Lessing kam er zum SC Önsbach, wurde dreimal Deutscher Berglaufmeister und 2007 in Bludenz im Team mit Peter Lessing und Georg Groß Weltmeister in der Klasse M65.
 

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