Neuried

Trockenheit noch keine Gefahr

Autor: 
Hans Weide
Lesezeit 3 Minuten
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06. April 2017

Harald Heitz (rechts) mit zwei Erntehelfern auf dem Spargelfeld. ©Hans Weide

Seit ein paar Tagen gibt es wieder Spargel bei den Anbauern in der Region zu kaufen. Wir haben die Tatsache, dass die Leckerei in den nächsten Wochen wieder häufig auf den Tisch kommt, zum Anlass für ein Gespräch mit Landwirt Harald Heitz aus Altenheim, einem der größten Spargelanbauer in der Ortenau, genommen.

Zunächst eine Verständnisfrage: Ihr Unternehmen wird unter zwei Namen Hügel-Heitz geführt. Sie sind jedoch alleiniger Inhaber. Wie hängt das zusammen?
Harald Heitz: Mein Vater Wilhelm Heitz hat mit meinem Onkel Friedrich Hügel zunächst gemeinsam mit dem Spargelanbau in Altenheim begonnen. 1975 haben sie den Aussiedlerhof an der heutigen Stelle errichtet. 1999 wurde dann der Teil meines Onkels an meinen Vater überschrieben. Nach dessen Tod im Jahr 2000 war ich schließlich alleiniger Inhaber.
Wie groß ist Ihr Betrieb und was bauen Sie außer Spargel noch an?
Heitz: Ich bewirtschafte zur Zeit 90 Hektar und baue neben dem Spargel hauptsächlich Erdbeeren und in jüngster Zeit auch Heidelbeeren und ganz neu auch Mini-Kiwis an. 
Das sind alles Sonderkulturen, die gewisse Voraussetzungen verlangen und auch einer besonderen Pflege bedürfen. Wie bringen Sie das in Einklang?
Heitz: Zum einen ziehen wir zum Beispiel Heidelbeeren und ein Teil der Erdbeeren in Gewächshäusern oder Tunneln und zum anderen haben wir außer beim Spargel entsprechende Bewässerungsanlagen.
Kommen wir zurück zum Spargel. Sie erzeugen das »königliche Gemüse« im großen Stil. Kann man also davon ausgehen, dass die Bedingungen für den Spargelanbau vor allen Dingen im Hinblick auf den Boden bei Ihnen besonders gut sind?
Heitz: Nicht unbedingt. Spargel benötigt lockeren und leichten Boden. Unsere Böden sind jedoch schwer. Das bedeutet, dass sie im Hinblick auf die Menge der Erträge nicht besonders gut geeignet sind. Auf der anderen Seite ist die Qualität unseres Spargels durch den hohen Nährstoffreichtum der Böden besonders gut. Dies trifft vor allen Dingen auf den Geschmack zu, was uns auch immer wieder bestätigt wird. 
Wie wirkt sich die gegenwärtige Trockenheit auf den Spargel aus?
Heitz: Beim Spargel ist es noch nicht so problematisch, denn er hat tiefe Wurzeln. Außerdem hält die Abdeckung mit der Folie die Feuchtigkeit noch etwas.
Wie vermarkten Sie Ihre Produkte und jetzt insbesondere den Spargel mit dem Beginn der Ernte?
Heitz: In erster Linie durch den privaten Verkauf, aber auch an Gaststätten und auf dem Wochenmarkt.
Ihre Sonderkulturen sind sehr arbeitsaufwendig, zum Beispiel die Spargel- und Erdbeerernte. Wieviele Erntehelfer beschäftigen Sie in diesem Zusammenhang? 
Heitz: Zur Zeit 17 während der Spargelernte und mit Beginn der Erdbeersaison dannweitere 15. Mit der Einführung des Mindestlohns war ich leider gezwungen, gerade beim Anbau von Erdbeeren außerhalb der Pflanztunnel von zwölf auf drei Hektar zurückzufahren. Insgesamt ist der Mindestlohn gerade für Landwirte mit Sonderkulturen ein Nachteil.
Ich habe mir heute fast mit dem Kontrolleur für die Zertifikation die Tierklinke in die Hand gegeben. Was wird in diesem Zusammenhang kontrolliert? 
Heitz: Wir bewirtschaften zum Beispiel unser Land nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit, was wir auch gegenüber den entsprechenden Behörden nachweisen müssen. Die Einhaltung dieser Voraussetzungen, unter anderem Hygiene, Pflanzenschutzanwendung, Umweltschutz werden daher laufend überprüft. 

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