Bühl, Griesheim und Weier

Trotz Regen und Kälte: Jungstörche haben überlebt

Autor: 
Martin Röderer
Lesezeit 3 Minuten
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29. Juni 2020

Die beringten Jungstörche in Reih und Glied liegen auf dem Horst in Griesheim. © Gerard Mercier

Trotz schlechten Witterungsbedingungen haben die Jungstörche in Bühl, Griesheim und Weier überlebt. Das OT hat mit Gerard Mercier vom Nabu über die Beringung der Vögel gesprochen. 

 Im Gegensatz zu denen auf den innerstädtischen Horsten haben die Jungvögel in Bühl, Griesheim und Weier die Witterungsstrapazen schadlos überstanden. „Regen und kalte Nächte um die Eisheiligen haben leider dazu geführt, dass viele Jungvögel den Kältetod gestorben sind“, erklärt Gerard Mercier vom Naturschutzbund (Nabu), Ortsgruppe Hanauerland. Er war mit seinen Mitstreitern in den vergangenen Wochen in der Umgebung unterwegs, um den Storchennachwuchs zu beringen. 

Über dem Durchschnitt

Während auf dem Horst in Weier zwei Jungvögel für die Zukunft „gläsern“ präpariert wurden, waren es bei der Kirche in Griesheim sogar vier. „Weit über dem Durchschnitt, der in diesem Jahr mit 1,5 Jungvögel pro Horstpaar äußerst schlecht war. Für den Erhalt der Population wären 2,0 erforderlich“, erklärt der Storchenexperte. 

124 Jungvögel auf 59 Horsten wurden von ihm beringt. 50 Jungstörche auf weiteren 28 Horsten wurden nicht beringt, weil immer weniger Ringe ausgegeben werden. Es werden deshalb diejenigen Horste nicht bestiegen, die schwer zu erreichen sind. So unter anderem das Storchennest auf dem Tragmast der Bahnstromleitung Freiburg-Appenweier gegenüber dem Bühler Sportplatz, auf welchem im vergangenen Jahr drei Jungvögel beringt wurden und in diesem Jahr zweifach Nachwuchs vorhanden ist. 

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„Es war traurig, ansehen zu müssen, wie auf 28 weiteren Horsten die Jungstörche aufgrund der Witterungsbedingungen nur noch tot geborgen werden konnten“, schildert Mercier. Aber nicht nur die Witterung ist es, welche ein Überleben verhindert. „Auf zwei Nestern ist der Nachwuchs von fremden Paaren getötet worden“, sagt Mercier. Und auch die Umwelt forderte ihren Tribut. „Zwei Jungvögel sind an Plastikmüll verendet, die Schnur steckte in ihren Schnäbeln und ein Packet Schnüre hing heraus“, so Mercier. 

Um das Verhalten der Jungstörche weiter zu studieren, läuft eine neue Verhaltensforschung durch das Max-Plank Institut für Verhaltensbiologie in Radolfzell, bekannt als Vogelwarte. Von dort aus wurden fünf Jungstörche auf einem Nest in Wagshurst mit Sendern versehen, um ihre Bewegungsdaten zu sichern. „Wann fliegen sie wo hin, wie lange und wie hoch fliegen sie, wo halten sie sich an welchem Tag auf“, berichtet Mercier. Der „gläserne“ Storch lässt grüßen. Von den sieben Ringen, welche Mercier noch zur Verfügung hat, sind in den kommenden Tagen drei Ringe für Bühl vorgesehen, um das Jungvogelpaar auf dem Horst des Pfarrhauses und den Jungvogel auf dem Horst des Verteilermasten des EW-Mittelbaden beim Vereinsheim der Kleintierzüchter zu beringen. Dieser ist bereits kräftig dabei, macht Trockenübungen in dem Nest, schlägt die Flügel auf und zu. 

Hilfe der Feuerwehr

Möglich wird dies durch die Unterstützung der Offenburger Feuerwehr, welche die Drehleiter zur Verfügung stellen wird, da der Hubwagen des EW-Mittelbaden derzeit nicht eingesetzt werden kann. Wann diese Beringungen stattfinden werden, konnte Mercier noch nicht sagen. So dürften die Zugstrecken- und Wege der Gottswälder Jungstörche in den nächsten Jahren zu verfolgen sein, mit Ausnahme der beiden unberingten Tiere auf dem Tragmast der Bahnstromleitung.

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