Herzstillstand

Übung am Offenburger Rathaus zeigt, wie man Leben retten kann

Autor: 
Redaktion
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26. September 2021
Mit einer spektakulären Übung am Offenburger Rathaus haben die Hilfsdienste aufgezeigt, was bei Herzstillstand zu tun ist. „Prüfen, rufen, drücken“ sind die lebensrettenden Schritte.

Mit einer spektakulären Übung am Offenburger Rathaus haben die Hilfsdienste aufgezeigt, was bei Herzstillstand zu tun ist. „Prüfen, rufen, drücken“ sind die lebensrettenden Schritte. ©Ortenau-Klinikum

Mit einer spektakulären Übung am Offenburger Rathaus haben die Hilfsdienste aufgezeigt, was bei Herzstillstand zu tun ist. „Prüfen, rufen, drücken“ sind die lebensrettenden Schritte.

Mit der mehrmaligen spektakulären Vorführung einer Notfallrettung direkt vor dem Offenburger Rathaus rückten die Anästhesisten und Notfallmediziner des Ortenau-Klinikums in Offenburg in Kooperation mit dem DRK und der Offenburger Feuerwehr am vergangenen Samstag das Thema Reanimation bei Herzstillstand in den Fokus der Öffentlichkeit. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Woche der Wiederbelebung vom 20. bis 26. September statt, die das Bewusstsein für die Reanimation stärken soll und unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit stand, informiert das Ortenau-Klinikum in einer Pressemitteilung.

Bei der Veranstaltung in der Offenburger Innenstadt simulierten die Rettungskräfte einen Notfall: Eine Person mit Herzstillstand wird vom Notarzt reanimiert und aus dem Rathaus über die Drehleiter der Feuerwehr vom Balkon oder aus einem Fenster heraus aus dem Haus transportiert. Anschließend erfolgt der Transport mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Eine Rettungskette, wie sie in der Praxis nicht selten vorkommt, wenn ein Transport über das Treppenhaus nicht möglich oder für die betroffene Person zu beschwerlich ist.

„Der plötzliche Herztod zählt zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland“, erläutert Dr. Peter Sutterer, Facharzt für Anästhesiologie, Notfallmedizin und Leitender Notarzt am Ortenau-Klinikum in Offenburg. Viele Menschen versterben am Herz-Kreislauf-Stillstand, weil sie nicht rechtzeitig wiederbelebt werden. Einige dieser Leben könnten gerettet werden, wenn mehr Menschen im Notfall helfend eingreifen. „Denn: Leben retten ist einfach – jeder kann es tun“, so Sutterer.

Im Ernstfall müssen nur die drei lebensrettenden Schritte „Prüfen. Rufen. Drücken“ berücksichtigt werden. Alle beteiligten Rettungskräfte, also Notärzte, Rettungssanitäter und Feuerwehr, hätten ein großes Interesse, das Thema Reanimation der Öffentlichkeit nahezubringen. Erstmaßnahmen wie die Herzdruckmassage seien maßgeblich für den Erfolg einer Rettungsaktion.

Häufige Todesursache

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Sehr zufrieden zeigte sich Sutterer mit dem Verlauf und der Resonanz auf die gemeinsam organisierte Aktion. „Die gute Resonanz zeigt, dass es uns gelungen ist, wieder zahlreiche Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren. Eine wichtige Sache, denn schließlich zählt der plötzliche Herztod zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland“, so Sutterer. Schnelles Handeln bei Herzstillstand sei absolut wichtig. Erfolge nicht innerhalb von fünf Minuten eine Herzdruckmassage, bestehe kaum noch eine Überlebenschance für den Betroffenen. „Das bedeutet im Umkehrschluss, dass eine sofortige Herzdruckmassage die Überlebenschance verdoppelt bis verdreifacht“, unterstreicht der Facharzt. Sehr wichtig sei deshalb eine große Zahl an Ersthelfern zur Reanimation.

Um die medizinische Versorgung von Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand weiter zu verbessern und die schnellstmögliche Hilfe sicherzustellen, bauen der Ortenaukreis und das Ortenau-Klinikum derzeit ein Netz an freiwilligen Ersthelfern auf. Dabei setzt der Kreis zusammen mit den DRK-Kreisverbänden Offenburg, Lahr, Kehl und Wolfach auf die bereits bundesweit eingesetzte Lebensretter-App von „FirstAED/Region der Lebensretter e.V“. Diese wurde schon in der Integrierten Leitstelle Ortenau in Betrieb genommen. Dadurch ist es den dortigen Leitstellendisponenten möglich, freiwillige, qualifizierte Ersthelfer in der Nähe eines Notfallortes über das private Smartphone zu lokalisieren und gezielt dorthin zu navigieren.

Schon über 2500 Helfer

„In Freiburg und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald funktioniert die Reanimation durch die in der App registrierten professionellen Ersthelfer bereits sehr gut“, berichtet Professor Dr. Philipp Diehl, Chefarzt des Departments Kardiologie, Pneumologie, Angiologie, Akutgeriatrie (OG) und Intensivmedizin am Ortenau-Klinikum. Seit 2018 konnte der Verein bereits über 2500 freiwillige Ersthelfer zur Teilnahme motivieren.

Der Aktionstag in Offenburg ist nicht die erste Veranstaltung, die die Notärzte am Ortenau-Klinikum zum Thema Reanimation veranstaltete. „In den vergangenen Jahren waren wir immer wieder in Schulen, auf Messen oder mit vielfältigen Angeboten im Rahmen der Woche der Wiederbelebung aktiv, um vor allem junge Menschen mit der Reanimation vertraut zu machen“, betont Sutterer.

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