Schanzenbach-Gymnasium in Gengenbach

Kabarettistischer Abend: Hochbegabte mit Lernschwäche

Autor: 
Alfons Rösch
Lesezeit 2 Minuten
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06. Juni 2016

Lehrer, Kabarettist, Buchautor und Musiker: Marc Hofmann im Marta-Schanzenbach-Gymnasium bei »Marta lacht«. ©Alfons Rösch

Wie war das doch mit dem »im Grabe rumdrehen«? Marta Schanzenbach, 1907 in Gengenbach geboren und nach dem Krieg eine der führenden  Sozialdemokraten im Deutschen Bundestag, hätte jedenfalls große Freude daran, was mit ihrem wieder in Mode gekommenen Vornamen so alles passiert. Nach »Marta singt« und »Martas Mimen« hieß es am Freitag erstmals »Marta lacht«. Dass dieser kabarettistische Abend seinem Motto gerecht wurde, dafür sorgte Marc Hoffmann vor mehr als 150 Besuchern in der Aula des Marta-Schanzenbach-Gymnasiums (MSG).
 

Direktor Stefan Feld freute sich über den sehr guten Besuch: »Es gefällt mir besonders, dass es ein so buntes Publikum ist – Schüler, ehemalige Schüler, Eltern, Lehrer und auch viele ältere Interessierte.« Um den Künstler des Abends ins rechte Licht zu rücken, hatte der MSG-Chef kurzfristig selbst Hand angelegt. »Es funktioniert, aber wenn sich ein Pädagoge mit Technik befasst sieht es optisch meistens furchtbar aus, so auch bei mir«, sagte Feld und sorgte damit für  Erheiterung und den ersten Beifall. Der Schulleiter dankte dem Förderverein für die großzügige Unterstützung auch in finanzieller Hinsicht, die einen freien Eintritt ermöglichte.

Ohne lange Vorrede ging es bei Marc Hofmann gleich richtig zur Sache. In den verschiedensten Facetten beleuchtete der Freiburger Lehrer, Kabarettist und Buchautor  den »ganz normalen Wahnsinn« eines Schulalltages. »Der Sozialneid der Nachbarn auf 14 Wochen Urlaub ist unglaublich, doch was macht man mit der vielen freien Zeit? Ich habe ein Buch geschrieben«, so das Eingeständnis des Künstlers, der von »kühl und sachlich« bis zur »Fast-Ekstase« alles drauf hatte und das Publikum immer wieder zu Beifall animierte.

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Begeistertes Publikum

Der Kampf um den Medienraum, Klassenzimmer ohne Sauerstoff, Elternabend-Rollenspiel im Zehn-Minuten-Takt, ein Gehirn-Umstrukturierungs- Prozess und zu spät kommende Schüler – das waren nur einige der unzähligen Themen, die vom Kabarettisten  schonungslos offengelegt wurden. Das Publikum war begeistert – auch von Sprüchen dieser Art: »Mein Kind ist hochbegabt aber lernschwach«, »manchmal korrigiere ich schon vor« oder  »Schüler machen für eine gute Note fast alles, manche lernen sogar«.

Auch zu kurze Miniröcke, verführerische  Dekolletes und standhafte Blicke von 15-jährigen Schülerinnen waren an diesem Abend kein Tabu-Thema. »Das Handy klingelt im Unterricht, nichts besonderes, ob ich es wohl noch erlebe, dass jemand auch drangeht?«, fragte sich Hofmann, dessen Auftritt mit Gitarrenbegleitung und einer Zugabe über das Thema »Erste Schule mit Bannmeile« abgerundet wurde.
»Nach dem tollen Erfolg des heutigen Abends« könne es mit der Fortsetzung von »Marta lacht« durchaus etwas werden, resümierte Stefan Feld. Der Schulleiter, bekanntlich Schauspieler bei »Martas Mimen«, kann sich dabei einen jährlichen Rhythmus vorstellen.

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