Alemannischer Liederabend

Uli Führe gastierte in Zell a. H. - Funke sprang sofort über

Autor: 
Gisela Albrecht
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
26. Mai 2019

Uli Führe ©Gisela Albrecht

Der alemannische Liedermacher Uli Führe gastierte in Zell am Harmersbach. Das Publikum war begeistert von Hintersinn, Humor und Melancholie der Stücke aus der neuen CD.

Zell a. H. (ga). »Muul uf« nannte Uli Führe seinen Auftritt, bei dem er am Donnerstagabend im Foyer des Zeller Strochenturms seine gleichnamige CD mit 20 Liedern vorstellte und Geschichten, Menschen, das Zeitgeschehen und vor allem Dialekte betrachtete. Führe liebt und lebt diese und wagte sich sogar daran, die alemannischen Texte des Dichters Johann Peter Hebel zu vertonen. Führe beherrscht nicht nur den alemannischen Dialekt, sondern auch den Dialekt aus dem Elsass und aus der Schwyz. Kenntnisreich zeigt er Parallelen und Unterschiede der Dialekte auf und wie sie sich gegenseitig beeinflusst haben.

»Dialekt ist ein Kulturgut«, erklärte Führe. Der Funke von ihm zum Publikum sprang sofort über. Er gestaltete den Liederabend in ständiger Interaktion mit dem Publikum, indem er nach Ausdrücken in Mundart fragte, aus welcher Region diese Begriffe und die Gäste stammen, die das wussten,  und welche Lieder bekannt sind.

Führe sang einige Volkslieder, die das überwiegend ältere Publikum kannte und gerne mitsang. Bei dem »In Mutters Stübele, da geht ein mh mh mh, in Mutters Stübele, da geht der Wind«, fühlte sich so mancher an seine Kindheit erinnert. Auch das oft gehörte und immer wieder schöne Lied vom »Hans im Schnoogeloch« ist ein alter Klassiker.

- Anzeige -

Moderne Themen in alemannischer Mundart klingen sonderbar und witzig. Zum Beispiel sein Lied von der Handy-Manie der jungen Generation, die im Straßenbild auf ihr Gerät starrend unterwegs sind. »Die Sekte mit de gesenkte Chöpfg« nennt er das Lied. Einen weiteren Zeitgeist besingt er beim folgenden »Google weiß alles«. Selbstkritisch kann Führe auch sein, indem er seine Zeit als Vater in Mundart besingt. »Dialekt kann alles ausdrücken«, erklärt Führe. Sämtliche Stimmungen von poetisch, traurig, fröhlich oder nachdenklich.

Nach der Pause widmet er sich ausführlich Johann Peter Hebel, der einen alemannischen Gedichtband geschrieben hat. Daraus hat Führe einige Lieder vertont. Sein Lieblingslied daraus heißt »Trost«. Darin beschreibt der Autor seine Gefühle am Ende seines Lebens. Weitere Themen sind der »Onkel Max im Altersheim« und seine erfolglose Suche nach einer Frau im Internet.

»Leute, seid nicht fuul«

Sehr amüsant sind die Ausführungen zum schwäbischen Dialekt: »Schwäbisch ist die höchste Form von Alemannisch«, behauptet er und zeigt die Parallelen auf. Mit dem Titel des Abends »Muul uf« beendet er seinen Liederabend.. Er singt eindringlich: »Liebe Leute, seid nicht fuul, Dialekte gehören ins muul (Maul). Sie kommen sonst auf die Rote Liste und gelten bald als Vermisste.« Heinz Scherzinger vom Verein der Museumsfreunde hatte die Gäste zu Beginn des Abends begrüßt und sprach auch am Ende der Veranstaltung: »Danke für diesen großartigen Abend.«

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

vor 1 Stunde
Volksliederband entdeckt, der einst Jacob Grimm gehörte
Die »Wunderland«-Ausstellung im Museum Haus Löwenberg in Gengenbach verspricht reichlich Anlässe zum Wundern. Alles Wunderbare toppt aber nun ein fünfbändiges Werk, dessen Bedeutung erst jetzt entdeckt wurde. Es bezieht unter anderem den Märchensammler Jacob Grimm mit ein, eine große Schauspielerin...
Nach dem Festgottesdienst zog die Prozession angeführt vom Ortenberger Musikverein zum Dorfplatz, wo das Pfarrfest mit viel Musik und Unterhaltung für die ganze Familie gefeiert wurde.
vor 1 Stunde
Gottesdienst, Prozession und Unterhaltung
Festgottesdienst, Prozession und unterhaltsames Bühnenprogramm: Ortenberg feierte seinen Ortspatron St. Bartholomäus am Sonnntag mit einem großen Pfarrfest. Auch eine Delegation aus der Partnergemeinde Stotzheim war vor Ort. 
vor 9 Stunden
In Ichenheim
Am Samstag fand im Schützenhaus das traditionelle Königsvogelschießen des Schützenvereins statt – diesmal mit dem Kleinkaliber.
vor 9 Stunden
Sage aus Schutterwald
Nachfolgende Geschichte wurde in den 1930er-Jahren von Hauptlehrer Paul Schott verfasst, aus Erzählungen seiner Nachbarin, der betagten Bauersfrau, Katharina Seigel. Nacherzählt ...
vor 10 Stunden
In Elgersweier
Das Rahmenkonzept zur Entwicklung der Begegnungs- und Versorgungsstätten in Offenburg wurde dem Ortschaftsrat Elgersweier vorgestellt.  
vor 10 Stunden
Diersburg
Das Ökumenische Familienfest in der Diersburger Gemeindehalle war wieder ein Anziehungspunkt für die ganze Familie. Die Halle war von morgens bis abends fast komplett gefüllt.
vor 11 Stunden
Offenburg
Die Technischen Betriebe Offenburg haben seit dem Sommer drei Fahrzeuge im Einsatz, die mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet sind. Dadurch sollen Unfälle vermieden werden – die Technik soll vor allem Radfahrer schützen.
vor 11 Stunden
Schutterwald - Fragen zum Sommer (5)
Wie das Wetter im heraufdämmernden Herbst auch sein mag – an den Sommer denken wir gerne zurück. Und genau dazu hätten wir ein paar Fragen; sieben an der Zahl. Heute stellt sich Domenic Preukschas unserer Neugier.
Die Offenburger Stadtverwaltung präferiert eine »Rundum-sorglos-Lösung«. Die LTE-Technologie soll die Maximal-Versorgung bieten.
vor 11 Stunden
Internet in der Innenstadt
Nachdem es OB Marco Steffens in seinem Wahlkampf versprochen hatte und die SPD einen Antrag stellte, soll nun öffentliches WLAN in der Offenburger Innenstadt auf den Weg gebracht werden. Und das sogar schon ziemlich bald.
Das etwa 70-köpfige Jugendsinfonieorchester hat am Sonntagabend sein Jahreskonzert in der Oberrheinhalle gegeben. Die Stücke waren dabei sehr verschieden.
vor 12 Stunden
Mal leicht, mal dramatisch, mal träumerisch
Mit einem mehrere Jahrhunderte und viele Länder durchstreifenden Konzert begeisterte das Jugendsinfonieorchester der Stadt Offenburg am Sonntag in der Oberrheinhalle. Dabei standen vier Solisten besonders im Mittelpunkt.
vor 14 Stunden
Er wusste schon warum
Eine Verfolgungsjagd durch Einbahnstraßen, an roten Ampeln vorbei und über Grundstücke hinweg hat sich ein 24-Jähriger Montagnacht in Offenburg mit der Polizei geliefert. Wie sich später heraustellte: Der junge Mann hatte jede Menge Gründe, um abzuhauen.
vor 14 Stunden
Zwei Kriege raubten das Geläut
Zweimal war der Oberharmersbacher Glockenturm weitgehend verstummt, weil die Kriegsindustrie 1917 und 1942 das wertvolle Metall raubte. Vor 70 Jahren kehrten die ersten Glocken zurück, vier Jahre später hatte der Glockenturm wieder seine volle Besetzung.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 10.09.2019
    Feiern in Dirndl und Lederhose
    Fürs Oktoberfest nach München fahren? Das muss nicht sein! Denn die »Wunderbar« in Neuried-Altenheim holt das Event am 2. und 5. Oktober stilecht in die Ortenau – im beheizten Zelt mit Maßbier, Haxn und Live-Band.
  • 06.09.2019
    Die Edelbrennerei Wurth in Neuried-Altenheim feiert Mitte September ihr 100-jähriges Bestehen. 
  • Auch eine neue Brennerei wird am 14. September eingeweiht und vorgestellt.
    30.08.2019
    Am 14. und 15. September
    Die Edelbrennerei Wurth in Neuried-Altenheim feiert Mitte September ihr 100-jähriges Bestehen. Dafür öffnet Inhaber Markus Wurth ein Wochenende lang seine Tore und bietet außerdem exklusive Editionen seiner Kreationen an. 
  • 28.08.2019
    Relaxen und Genießen im Renchtal
    Das Ringhotel Sonnenhof in Lautenbach im Renchtal begrüßt seine Gäste mit einer einzigartigen Kulisse am Fuße des Schwarzwaldes. Ob im Restaurant, bei den Spa-Angeboten, für Tagungen oder Hochzeiten – der Sonnenhof ist die ideale Adresse zum Relaxen und Genießen.