Volksbank und Sparkasse eröffnet SB-Filiale

Unmut wegen Schließung von Bankfilialen in Elgersweier

Autor: 
Biegert, Sandra
Lesezeit 4 Minuten
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08. Mai 2021
Karl Bähr (rechts) und Clemens Fritz erläuterten in der Sitzung des Ortschaftsrats die Pläne von Sparkasse und Volksbank ihre Plände, die Filialen mit Personal zu schließen und nur noch eine SB-Filiale gemeinsam zu betreiben. Links im Bild Ortsvorsteher Kurt Augustin.

Karl Bähr (rechts) und Clemens Fritz erläuterten in der Sitzung des Ortschaftsrats die Pläne von Sparkasse und Volksbank ihre Plände, die Filialen mit Personal zu schließen und nur noch eine SB-Filiale gemeinsam zu betreiben. Links im Bild Ortsvorsteher Kurt Augustin. ©Manfred Vetter

In der Sitzung des Elgersweierer Ortschaftsrats haben Karl Bähr von der Sparkasse Offenburg/Ortenau und Clemens Fritz von der Volksbank Offenburg die Pläne der Banken vorgestellt, wie die Kunden im Ort bedient werden sollen. Zum 1. Juli werden beide Filialen geschlossen. Künftig werden sie zusammen eine SB-Filiale am Standort der jetzigen Sparkassenfiliale unterhalten.

Seit zwei Jahren macht sich der Ortschaftsrat Gedanken über die Umgestaltung des Linde-Areals, so Ortsvorsteher Kurt Augustin. Es gab Gespräche über die Zukunft der Volksbank-Filiale, auch die Sparkasse prüfte, wie ihre Filiale weiterbetrieben wird.

Für die Sparkasse warb Karl Bähr für Verständnis. „Die Zeiten sind für die Banken nicht einfach, die Herausforderungen sind groß durch Digitalisierung und negative Zinsen.“ Im vergangenen Jahr habe es 20 Prozent weniger Barverfügungen als 2019 gegeben, der Kontoauszugdrucker sei zu 15 Prozent weniger genutzt worden. Man habe inzwischen eine Online-Quote von 70 Prozent. Die Zahl der Kunden, die das elektronische Postfach nutzen, stieg um 18 Prozent. Das kontaktlose Zahlen legte um 110 Prozent zu.

Jetzt 20 Kooperationen

Die Internetfiliale zähle inzwischen 6,5 Millionen Besucher im Jahr, rund 17 800 am Tag und die Telefon-Geschäftsstelle 1000 Anrufe täglich. „Diese Kunden gehen nicht mehr auf die Geschäftsstelle“, so Karl Bähr. Hatte die Sparkasse Offenburg/Ortenau in den 90er-Jahren noch 76 Filialen, sind das aktuell 28 und ab dem 1. Juli 24 Geschäftsstellen mit Personal.

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Es gebe 20 Kooperationen mit der Volksbank. Auch in Elgersweier wird es diese Zusammenarbeit am bisherigen Standort der Sparkassenfiliale geben. Die Sparkasse sei zu 70 Prozent Direktbank, sei aber auch persönlich für ihre Kunden da, per Telefon oder Video, und zeige auf den Geschäftsstellen Präsenz. Das Kundenservicecenter ist von 8 bis 20 Uhr durchgehend geöffnet und telefonisch erreichbar. Hier kann man alle Vorgänge bearbeiten – das sei gut für ältere Menschen, die nicht mehr aus dem Haus zu gehen brauchen.

Clemens Fritz ist für das Filialgeschäft der Volksbank zuständig. Die Zahlen beider Banken würden sich bis auf die zweite Stelle hinter dem Komma decken. Immer wieder gebe es den Verdacht, dass die Wirtschaftlichkeit primärer Grund für die Filialschließungen sei. Wichtig sei aber das Kundenverhalten, das sich dramatsch verändert. Die Schließungen seien Folge dieses Nutzerverhaltens: „Immer, wenn umfassende Investitionen an den Gebäuden notwendig werden, denkt man über die langfristige Perspektive der Filiale nach, so auch in Elgersweier.“ Diese Perspektive habe man nicht gesehen, deshalb ist das Grundstück verkauft worden. Die Beratung der Kunden sei in der Oststadt oder in der Okenstraße gesichert.

Gemeinschaftsfiliale?

Bei Ortschaftsräten und Zuhörern kam Widerspruch auf. Man könnte auch die Filialen beider Banken zusammenfassen und zumindest zeitweise dort Personal haben. So bleibe der soziale Bezug, gerade die ältere Generation bleibe hier sonst auf der Strecke. „Diese Gemeinschaftsfilialen mit Personal gibt es vor allem in Großstädten“, so Clemens Fritz. Für Elgersweier wäre das ein schwieriges Modell und bringe wenige Ersparnisse, da man die technische Ausstattung zweimal benötige.

Karl Bähr zeigte Verständnis für die Ängste, aber als Bank sei man nicht für Kontakte der Leute zuständig. Gibt es persönlichen Beratungsbedarf, gibt es das Kundenservicecenter, und mit der Zeit kenne man auch die Stimmen der Ansprechpartner am Telefon. Er gab aber zu, dass der persönliche Kontakt fehlt. Wichtig ist aber, dass die Bargeldversorgung vor Ort bleibt.

Die ältere Generation hat die Mittel für Grundstück und Gebäude erwirtschaftet, wurde aus den Zuhörerreihen vorgetragen. Daher solle man zumindest eine stundenweise Beratung für zehn bis 20 Jahre aufrechterhalten. Da sei die Volksbank „moralisch in der Pflicht“. Clemens Fritz sagte zu, darüber noch einmal nachzudenken, aber eine Zusage könne er nicht machen.

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