Großer Dank von allen Seiten

Unterharmersbach: Ortsvorsteher Wagner verabschiedet

Autor: 
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
20. Oktober 2019

(Bild 1/5) Vor dem Fürstenberger Hof marschierten Bürgerwehr und Musikverein Unterharmersbach vor den Gästen auf (Foto oben, von links): Traudel Siener (Lebensgefährtin von Hans-Peter Wagner), Ortsvorsteher Ludwig Schütze, Hans-Peter Wagner, René Knobel (Gemeindepräsident Tuggen), Zells Bürgermeister Günter Pfundstein und Frau Heike sowie Tuggens ehemaliger Gemeindepräsident Jürg Wyrsch. ©Dietmar Ruh

Mit einer emotionalen Feier vor und im Fürstenberger Hof wurde am Freitagabend Unterharmersbachs langjähriger Ortsvorsteher Hans-Peter Wagner verabschiedet. 29 Jahre lang setzte er sich für „seinen Hombe“ ein, entsprechend viele Wegbegleiter und Gäste würdigten die Verdienste des 75-Jährigen.

Hans-Peter Wagner (CDU) war 40 Jahre Gemeinderat in Zell a. H., seit 1976 im Ortschaftsrat und seit 1990 Ortsvorsteher von Unterharmersbach, als er vor der jüngsten Kommunalwahl bekannt gab, nicht mehr zu kandidieren. Hans-Peter Wagner ist ein kommunalpolitisches Urgestein, der sich zeitlebens für die Stadt Zell und für den Ortsteil Unterharmersbach eingesetzt hat. Die Stadt Zell wird Wagner beim Silvesterempfang für seine Verdienste die Ehrenbürgerwürde verleihen. „Sein Unterharmersbach“, sprich Ortsverwaltung, Ortschaftsrat, Vereine und viele Weggefährten, würdigte den langjährigen Ortsvorsteher am Freitagabend mit einer sehr emotionalen Feier.

Zum ersten Mal in seinem Leben hatte Hans-Peter Wagner für fünf Tage Hausverbot im Fürstenberger Hof. Das war keine Strafmaßnahme wegen ungebührlichen Verhaltens. Nein, Hans-Peter Wagner sollte vorab nicht mitbekommen, was da im Innern des Heimatmuseums für seine Verabschiedung vorbereitet wurde. So blieb ihm verborgen, dass der Weg zur Tenne des Hofs voll war mit Fotos aus Wagners Leben, vom kleinen Steppke bis hin zum gestandenen Kommunalpolitiker. 

Die Geheimniskrämerei hatte sich gelohnt: „»Ich bin tief gerührt und überwältigt“, sagte Hans-Peter Wagner am Ende der rund zweistündigen Feier, die mit einem Aufmarsch von Bürgerwehr und Musikverein vor dem Bauernhof begonnen hatte. Dort zeigte sich übrigens ein letztes Mal Wagners guter Draht zum Himmel. Kaum war der Salutschuss verklungen, setzte der Regen wieder ein, der für den Empfang im Außengelände eine Pause eingelegt hatte.

In der festlich geschmückten Tenne des Hofs gaben sich die Ehrengäste das Mikrofon in die Hand und keiner sparte mit Anerkennung und Lob für Hans-Peter Wagner, der 29 Jahre lang als Ortsvorsteher Tag und Nacht für „seinen Hombe“ da war. Diese Rundum-Bereitschaft ist übrigens wörtlich zu nehmen, wie der vielfach Geehrte in seinen Schlussworten bekräftigte. So riefen die Unterharmersbacher Landwirte schon mal um 6 Uhr in der Früh beim Ortsvorsteher an, bevor sie aufs Feld fuhren. 

„Ich bin von Dankbarkeit erfüllt, dass ich dieses Amt innehaben durfte“, so Wagner zu den vielen Gästen. 1990, als er Ortsvorsteher wurde, waren die Gräben zwischen Zell und Unterharmersbach noch tief, erinnerte sich Wagner. „Aber das legte sich, denn die Zeller sahen ihren Wunsch erfüllt, dass einer der ihren den Hombe regiert“, spielte der gebürtige Zeller auf seine städtische Herkunft an.

- Anzeige -

Wagner dankte seinen engsten Mitarbeitern Martin Müller und Lisa Willmann, die ihn stets perfekt unterstützt hatten. Die Bedeutung des Teams der Ortsverwaltung werde auch sein Nachfolger Ludwig Schütze noch schätzen lernen, kündigte Wagner an. Und er betonte: „Ludwig Schütze ist der richtige Mann am richtigen Ort!“

Schütze hatte eingangs die vielen Gäste begrüßt, unter ihnen auch eine große Delegation aus der Partnergemeinde Tuggen. Schütze betonte, dass es schlicht nicht möglich sei, die 29 Jahre Tätigkeit Wagners in einer Rede vollumfänglich zu würdigen.

Um ein paar Highlights aus Wagners Amtszeit kam auch sein Nachfolger nicht herum: So managte Wagner nach dem Brand des Fürstenberger Hofs 1991 dessen Wiederaufbau als Bürgeraktion.
In Wagners Amtszeit sei auch der Zustrom vieler Aussiedler gut bewältigt worden, eine Herausforderung, die  sich mit der Integration der Asyl-bewerber wiederholt habe. Wagners jüngster Erfolg sei die Aufnahme der Ortsdurchfahrt ins Landessanierungsprogramm. „Im Namen von Ortschaftsrat und aller Unterharmersbacher möchte ich mich stellvertretend vor Deinen Leistungen verneigen“, schloss Schütze seine Laudatio.

Zells Bürgermeister Günter Pfundstein zog den Vergleich zu dem Beruf des Wagners und fand viele Parallelen zum scheidenden Ortsvorsteher. Ein Wagner sei ein Baumeister, er baut Fahrzeuge: „Ohne ihn läuft und fährt nichts. Ein Wagner musste Holz hobeln, sägen, bohren. Auch Feinschliffe waren gefragt. Manchmal waren auch Schraubzwingen und Stemmeisen im Einsatz. Ein Wagner ist jedenfalls ein wahrer Experte, der sein Handwerk versteht“, betonte Pfundstein. 

Ganz persönlich versicherte Zells Stadtoberhaupt dem ehemaligen Ortsvorsteher, dass die bei der Zusammenarbeit während der L-94-Sanierung entstandene Freundschaft für immer bestehen bleibe. „Danke Peter!“, schloss Günter Pfundstein seine Rede unter dem Beifall der Gäste.

Die Feierstunden wurde musikalisch umrahmt von einem Ensemble des Musikvereins Unterharmersbach. Später spielte die Band „Es rennt ä Sau de Garde na“.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

vor 2 Stunden
Schutterwald
Swinging Spirit, der Ortenauer Gospelchor mit Sitz in Schutterwald, löste bei seinem Benefizkonzert in der Schutterwälder Pfarrkirche Beifallsstürme aus. 
vor 2 Stunden
Hohberg - Hofweier
In der Hauptversammlung des Förderverein der Handballjugend in Hofweier gab es Positives zu hören. Der Verein hat 45 Mitglieder – und das im ersten Jahr.
vor 2 Stunden
Räumlichkeiten besichtigen
Mit „Unverpackt“-Läden soll möglichst viel Verpackungsmüll im Alltag vermieden werden. Auch in Offenburg soll so ein Geschäft eröffnen. Die Initiative „Unverpackt Offenburg“ hat jetzt passende Räumlichkeiten gefunden. 
vor 3 Stunden
Gemeinderat Zell
Der Zeller Gemeinderat hat am Dienstag einstimmig dafür gestimmt, dass die Firma Bresch Henne Mühlinghaus (bhm) die Gestaltung des Unterharmersbacher Rat-hausvorplatzes plant und die genauen Kosten berechnet. Erst wenn diese vorliegen, wird über die endgültige Ausstattung des Platzes entschieden.  
vor 3 Stunden
Hohberg
Das neue Gebäude der Gemeinschaftsschule in Hofweier bekommt einen Balkon an der Mensa und einen hohen, verglasten Eingangsbereich – so, wie es der Siegerentwurf des Büros Kopfarchitekten vorgesehen hatte. Das beschloss der Gemeinderat am Montag.
vor 3 Stunden
Neues Inklusionsprojekt
Durch gemeinsames Kochen in der Volkshochschule soll in diesem Semester das Band zwischen jungen und älteren, behinderten und nicht behinderten Menschen gestärkt werden. Nicole Schilli (VHS) und Rosina Heuberger (Lebenshilfe) stellten nun das Projekt vor. Die Kurse sind am 20. November und 10....
vor 3 Stunden
Offenburg - Bühl
Begeisterte Zuhörer hinterließ der Bühler Projektchor in einer voll besetzten Kirche. Das dargebotene Beatles-Repertoire fiel offensichtlich auf fruchtbaren Boden.
vor 3 Stunden
Für den guten Zweck
Freudige Überraschung für das Ortenauer Kinder- und Jugendhospiz: Das Offenburger Traditions-Autohaus Linck hat der Einrichtung 2500 Euro zukommen lassen.
vor 4 Stunden
Aufführung im Januar
Etwa 280 Sänger kamen am Wochenende in der evangelischen Auferstehungskirche zusammen. Sie probten für das Musical „Martin Luther King“. Insgesamt beteiligen sich 750 Chorsänger aus der Ortenau an dem Projekt.
vor 4 Stunden
Göppingen/Offenburg
Ignacio Lausen ist allen davongeschwommen: Der 19-jährige Auszubildende im Freizeitbad Stegermatt hat am Sonntag bei den Deutschen Meisterschaften der Schwimmmeister in Göppingen gleich fünf Goldmedaillen gewonnen. Dafür gab es die Ehrung von OB Marco Steffens.
vor 10 Stunden
Für Kinder ab vier Jahren
Am Samstag, 16. November, um 15 Uhr gastiert das Theater Liberi aus Bochum mit der Produktion „Die Schöne und Biest – das Musical“ in der Oberrheinhalle. 
vor 10 Stunden
Sitzung der Bezirkssynode
Die evangelische Landeskirche in Baden muss sich wegen rückläufiger Einnahmen von einem Drittel des Gebäudebestands, vor allem Gemeindehausflächen, trennen.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 11.11.2019
    Bewegung analysieren
    Die moderne Arbeitswelt kann krank machen. Körperliche Unterforderung und psychische Überforderung resultieren in Rückenschmerzen, Gelenkproblemen, Burnout und Stoffwechselstörungen. Stinus Orthopädie bietet Unternehmen Bewegungsanalysen für Beschäftigte an – die auch im Betrieb durchgeführt werden...
  • 08.11.2019
    Medizinische Therapie und Fitness-Training
    „Fit werden – Fit bleiben“ – das ist das Motto des Rehazentrums Offenburg. Darum bietet es in familiärer und freundlicher Atmosphäre vielfältige Therapiemöglichkeiten an. Egal, ob chronische Schmerzen oder Beschwerden nach einer Operation – das Rehazentrum Offenburg findet die individuelle Hilfe...
  • 05.11.2019
    "Maschinen-Wagner" lädt ein
    Ob drehen, fräsen, bohren oder schleifen – „Maschinen-Wagner“ in Renchen ist der Experte auf dem Gebiet der Metallverarbeitung. Im November lädt das Unternehmen zur Hausmesse ein. Hier können sich die Besucher rund um die Themen Innovative Technologien, 5-Achs-Fräsen und Automatisierung informieren...
  • 04.11.2019
    Ausbildung und Praktikum
    Hermann Uhl KG in Schutterwald: Seit über 85 Jahren steht die Firma UHL aus Schutterwald für hohe Qualität rund um Sand, Kies, Beton und Betonerzeugnisse. Ohne gute Mitarbeiter geht so etwas nicht. Genau deshalb investiert UHL viel in die persönliche berufliche Entwicklung und in die Ausbildung...