Nachruf

Unterharmersbach trauert um Friedrich Riehle

Autor: 
Hans-Peter Wagner
Lesezeit 4 Minuten
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26. Januar 2020

Friedrich Riehle bleibt nicht nur als Unternehmer weit über Unterharmersbach hinaus unvergessen. ©Hans-Peter Wagner

Mit großer Bestürzung wurde in Unterharmersbach die Nachricht von Tod des Schmiedemeisters Friedrich Riehle aufgenommen. Noch in den vergangenen Wochen konnte man ihm immer wieder bei Spaziergängen mit seiner Frau Lisbeth im Ort begegnen – wie man ihn kannte, mit einem Lächeln. Jetzt wird er am Freitag, 31. Januar, um 15 Uhr beigesetzt.
 

Beim Silvesterempfang der Stadt Zell am Harmersbach war Friedrich Riehle noch einer der Ehrengäste. Doch vergangene Woche begannen seine Kräfte nachzulassen, so dass er stationär im Krankenhaus Wolfach aufgenommen werden musste. Doch die Ärzte konnten ihm nicht mehr helfen. Wenige Tage vor seinem 91. Geburtstag starb er am Donnerstagmorgen an den Folgen eines schweren Herzinfarktes.

Friedrich Riehle zählte zu den profiliertesten Bürgern Unterharmersbachs und der Stadt Zell. Als Geschäftsmann und Kommunalpolitiker war er hochangesehen. Immer mit hohen Stimmenzahlen gewählt, gehörte Friedrich Riehle 31 Jahre dem Gemeinderat von Unterharmersbach und nach der Gemeindereform dem Stadtrat Zell sowie dem Ortschaftsrat Unterharmersbach an.

Sein Einsatz war vorbildlich, sein Rat hatte Gewicht. Mit Weitblick und großer Erfahrung war an vielen wichtigen Beschlüssen maßgeblich beteiligt. Über Jahrzehnte hinweg hat er in öffentlichen Leben der Ortschaft und der Stadt viele Ehrenämter begleitet. So übte er lange Jahre das Amt des Bürgermeisterstellvertreters aus. Aufgrund seiner großen Verdienste wurde er 1989 mit dem Ehrenring der Stadt Zell ausgezeichnet. 

Nach der Schulzeit absolvierte Friedrich Riehle in der Volksbank Zell eine Lehre als Bankkaufmann. Nachdem sein ältester Bruder Gustav, der Schmied gelernt hatte und die elterliche Schmiede übernehmen sollte, nicht mehr aus dem Krieg heimkehrte und sein Bruder Franz als Schwerkriegsbeschädigter den Beruf nicht ausüben konnte, entschloss sich Friedrich Riehle, eine Lehre zum Schmied zu absolvieren. Außerdem besuchte er mit gutem Erfolg die Hufbeschlagschule in Karlsruhe. Seit 1951 setzte er die 1882 begonnene Handwerkstradition der Familie Riehle fort. 1955 absolvierte er die Meisterprüfung mit sehr gutem Erfolg. 

Hohes Ansehen erworben

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Als erfolgreicher und sachkundiger Handwerksmeister hat sich „Riehle-Schmied“ hohes Ansehen erworben. Aus der kleinen Dorfschmiede mit Landwirtschaft formte er ein weit über die Ortsgrenzen bekanntes und angesehenes Metallbauunternehmen. Auch im örtlichen Vereinsleben war er aktiv. Besonders dem Chorgesang galt seine große Leidenschaft. 74 Jahre gehörte er als ausgezeichneter Bassist dem Männergesangverein Unterharmersbach an. Hierfür wurde er zum Ehrenmitglied ernannt und vom deutschen Chorverband mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Auch in der Feuerwehr war er 75 Jahre aktiv. Schon als 15-jähriger hatte er am 14. Februar 1945 tatkräftig mitgeholfen, gemeinsam mit der damaligen Unterharmersbacher Frauenfeuerwehr, da die Männer im Krieg waren, die Brände der Anwesen Rössle und Schlager zu löschen. Jagdbomber hatten beide Häuser angegriffen und bombardiert, weil sie hier ein Munitionslager  vermuteten.

1958 heiratete Friedrich Riehle Elisabeth Echle von Höllhakenhof. Nach der Hochzeit wurde die alte bisherige Schmiede abgerissen und eine neue Werkstatt gebaut. Im neuen Wohnhaus an der Hauptstraße entstand im Erdgeschoss ein Ladengeschäft –  zunächst mit Kleingeräten für Landwirtschaft und Garten. Der neue Verkaufsraum wurde hervorragend angenommen und schon ein Jahr später wurde das Geschäft mit den Bereichen Haushaltswaren und Geschenkartikeln erweitert.

Noch oft in der Werkstatt

Bis vor eineinhalb Jahren stand Friedrich Riehle noch täglich in der Werkstatt, und er war sich auch nicht zu schade, da, wo er gerade gebraucht wurde, seine Arbeit zu verrichten, um so seinen Sohn Xaver zu unterstützen. Eine schwere Krankheit zwang ihn aber, kürzerzutreten. Aber bis zuletzt schaute er immer wieder in der Werkstatt vorbei und er freute sich, dass der Metallbaubetrieb unter der Führung seines Sohnes Xaver weiter eine gute Entwicklung nahm. 

Das Totengebet wird am Donnerstag, 30. Januar, um 19 Uhr, in der Wallfahrtskirche „Maria zu den Ketten“ gehalten. Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung auf findet am Freitag, 31. Januar, um 15 Uhr findet in der Kirche St. Symphorian statt.

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