Neuried

Wasserrechtliche Erlaubnis: Unterlagen werden 2021 eingereicht

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
29. November 2020

Die Vertreter der Verbandskläranlage arbeiten an der wasserrechtlichen Erlaubnis. ©Hans Weide

Der Abwasserverband Neuried/Schutterwald hätte eigentlich allen Grund zur Zufriedenheit. Oder beinahe allen Grund, denn das Thema wasserrechtliche Erlaubnis beschäftigt die Verbandsgemeinden schon seit Jahren. In der aktuellen Verbandsversammlung am Montag wurde zum Sachstand berichtet.

Der Technische Leiter Bruno Hahn erinnerte daran, dass die vorige wasserrechtliche Erlaubnis für die Kläranlage zum Jahresende 2018 ablief, so dass man sich seit dem 1. Januar 2019 faktisch in „einem rechtsfreien Zustand“ befinde. Was insofern nicht schlimm ist, weil die in die Jahre gekommene Anlage dennoch über gute Ablaufwerte verfüge. Zudem konnten die Verantwortlichen die Entwicklung absehen. Daher wurden bereits 2016 mit dem Landratsamt erste Gespräche aufgenommen, um Ablauf und Inhalte einer neuen wasserrechtlichen Erlaubnis abzustecken. 

Die erste Stufe war ein fachliches Gutachten für den Mühlbach, also das Gewässer, in den die Anlage ihr gereinigtes Abwasser ableitet. Das im Sommer 2018 vorliegende Gutachten ergab keine wesentlichen Beeinträchtigungen, so dass als nächste Schritte eine Schmutzfrachtberechnung seitens der Gemeinde Schutterwald und eine Computer-Simulation für die Kläranlagen-Leistungsfähigkeit vorgenommen wurden. Beide Maßnahmen wurden Anfang des Jahres abgeschlossen, lieferten für den weiteren Dialog mit dem Landratsamt wesentliche Erkenntnisse. Laut Ingenieur Andreas Michael Maier (iat/Stuttgart) und Bruno Hahn sei eine wesentliche Erkenntnis, dass für die Anlage die bisher genehmigte Zulaufmenge an Abwasser bei Regenwetter verringert werden müsse. Bisher lag der maximale Wert bei 180 Litern pro Sekunde (jeweils 90 aus beiden Verbandsgemeinden), was bisher selten geschah. 

- Anzeige -

Nicht leistungsfähig

Wie sich aber zeigte, sei die Kläranlage bei einem solchen Wert nicht leistungsfähig. Daher werde nun angeregt, die Zulaufmenge auf 140 Liter pro Sekunde (90 Liter aus Schutterwald (Mischsystem), 50 aus Neuried (Trennsystem) zu drosseln. Weitere Untersuchungen sind 2021 vorgesehen, unter anderem der General-Entwässerungsplan für Schutterwald. Sollte festgestellt werden, dass die Zulaufmenge von 140 Litern nicht einzuhalten ist, seien bauliche Maßnahmen auf der Anlage – drittes Nachklär- oder größeres Belebungsbecken – zu diskutieren.

Aus der Versammlung kamen Fragen. Maier sagte, dass die Kläranlage weiter Perspektive habe. Solange die Verbandsgemeinden in den kommenden Jahren nur langsam wachsen würden, sehe er keine Probleme. In Sachen Wasserrückhaltung nannte Bruno Hahn für den Fall extrem ankommender Wassermengen die alte Kläranlage als Rückhaltebecken, über den Kanal in der Schutterwälder Hauptstraße könne ebenfalls eingestaut werden. Komme dann noch immer zu viel Wasser, werde es verdünnt in den Graben abgeleitet. Das sei aber nur eine Notlösung, „denn obgleich verdünnt, bleibt es Abwasser“, so Hahn. Die Antragsunterlagen zur wasserrechtlichen Erlaubnis sollen jetzt bis Ende des Jahres vorbereitet und Anfang 2021 eingereicht werden.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

Die Bürgergemeinschaft Uffhofen wusste zwar, dass Bäume für die Neugestaltung der Gifiz-Halbinsel gefällt würden. Doch war eigentlich im Vorfeld ein Vor-Ort-Termin mit der Verwaltung vorgesehen, der nun ausgefallen ist – sehr zum Ärger des Vorsitzenden der Bürgergemeinschaft.
vor 5 Stunden
Kritik an fehlender Kommunikation
Auf der Gifiz-Halbinsel sind 21 Bäume gefällt worden – und Robert Schulz von der Bürgergemeinschaft ist verärgert. Er beklagt eine fehlende Kommunikation vonseiten der Stadt Offenburg.
Mit gelben und schwarzen Plakaten in den Schaufenstern beteiligt sich das Modehaus Zinser an der bundesweiten Aktion „Wir machen auf – merksam“.
vor 6 Stunden
Filialgeschäftsführer berichtet
Das Modehaus Zinser legt die Karten auf den Tisch: Der Einzelhändler rechnet in seinen acht Filialen, darunter Offenburg, mit Umsatzverlusten von 35 Millionen Euro bis Ende des Geschäftsjahres.
An diesem Fenster können die Kunden ihre Bestellungen bei der Buchhandlung Roth abholen.
vor 6 Stunden
Offenburger Händler berichten
Auch in Offenburg sind viele Einzelhändler froh, dass sie durch „Click and Collect“ eine zusätzliche Option haben, ihre Waren zu verkaufen. Allerdings wird sie unterschiedlich stark in Anspruch genommen.
vor 6 Stunden
Neuried
Serie Ortsgespräche (78): Christian Messerschmidt, Leiter des Neurieder Jugendzentrums, über ein hartes Jahr für die Jugendlichen – und wie sie es mit Bravour meisterten.
vor 8 Stunden
Offenburg
Die Wärmestube in Offenburg ist ein Ort für Menschen in Not. Seit der Pandemie dürfen die Räume nicht betreten werden. Die Verpflegung und Betreuung muss derzeit im Freien stattfinden.
vor 9 Stunden
In allen Einrichtungen
Für Kita- und Schulkinder der Klassen eins bis sieben gibt es in Offenburg wie bereits beim ersten Lockdown eine Notbetreuung. Die Stadtverwaltung informiert über die Details.
vor 11 Stunden
Nachruf
Werner Junker aus Langhurst verstarb am vergangenen Sonntag im Alter von 76 Jahren. Der frühere OT-Mitarbeiter war in zahlreichen Vereinen aktiv und erhielt sogar die Landesehrennadel.
Bürgermeister Hans-Peter Kopp.
vor 14 Stunden
Kopp ruft zur Solidarität auf
Die Stadt Offenburg setzt im Hinblick auf die Impfungen älterer Menschen auch auf die Hilfe durch die Mitbürger. Es soll Unterstützung bei der Terminvereinbarung und bei Fahrdiensten geben.
vor 15 Stunden
Wechsel im Ortschaftsrat Zell-Weierbach
Die Weinprinzessin Lea Armbruster verabschiedet sich und zieht in den Schwarzwald. Ihr Nachfolger Wolfram Reister engagiert sich für den Musikverein.
vor 16 Stunden
LKA-Spezialisten rückten am Donnerstag an
Das Salzhaus mit rund 70 Mitarbeitern musste am Donnerstagnachmittag evakuiert werden, weil ein Mann einen Rucksack mit verdächtigem Inhalt im Foyer deponiert hatte. Nach drei Stunden gaben LKA-Entschärfer Entwarnung.
vor 16 Stunden
Ortsvorsteherin im Interview
In einem Kurzinterview verrät Ortsvorsteherin Nicole Kränkel-Schwarz, was sie sich für den Ortsteil in Zukunft wünscht und welche die größte Herausforderung 2021 werden könnte.
vor 19 Stunden
Ehrenamtlicher Helfer des Hospizdiensts Offenburg
Mit seiner Restaurierungswerkstatt bietet Thomas Bonau, Ehrenamtlicher des Offenburger Hospizvereins, einen Ort, an dem Trauernde mit Basteln und Werkeln den Verlust verarbeiten können.