Projekt startete 2019

Urban Gardening: So läuft es an der evangelischen Stadtkirche

Autor: 
Barbara Puppe
Lesezeit 3 Minuten
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08. Juli 2020
Ohne gießen geht es auch in diesem Sommer nicht. Johanna Mugabi freut sich auf Helfer beim Urban-Gardening-Projekt an der evangelsichen Stadtkirche.

Ohne gießen geht es auch in diesem Sommer nicht. Johanna Mugabi freut sich auf Helfer beim Urban-Gardening-Projekt an der evangelsichen Stadtkirche. ©Barbara Puppe

Das Projekt „Urban Gardening“ an der evangelischen Stadtkirche ist in die zweite Saison gestartet. Auch wenn in diesem Jahr wegen Corona einiges anders ist, gedeiht es in dem Garten prächtig.

Eine grüne Oase mitten in der Stadt ist der Garten der evangelischen Stadtkirche: Tomaten, Zucchini, Kürbisse, Salat, Kohl, Kräuter und Physalis gedeihen hier prächtig, die Sonne scheint in diesem Jahr reichlich, Schmetterlinge sind unterwegs, es summt und brummt. Das „Urban-Gardening“-Projekt auf der Grünfläche hinter der Kirche ist die Idee der evangelischen Pfarrerin Claudia Roloff, die die Fläche aufwerten wollte und nutzen will.  

Der Stadtkirchgarten war eigentlich für die 72- Stunden-Jugendaktion im vergangenen Jahr geplant. Als das nicht klappte, war die Projektidee schon so weit fortgeschritten, dass man sie trotzdem umsetzen wollte. Finanziert wurde der Bau der fünf Hochbeete und die Wasserauffang-Anlage durch  Innovationsmittel des Kirchenbezirks, der weitere Betrieb wird durch die Evangelische Erwachsenenbildung gewährleistet. 

Gegenseitige Hilfe

Die Pfadfinder des Martin-Bucer-Stammes zimmerten im zurückliegenden Frühjahr einmal drei Meter große Hochbeete, das Jugenddorf lieferte den Kompost, Setzlinge und Samen wurden zusammengetragen, auch das zweite Offenburger Urban-Gardening-Projekt am Minigolfplatz im Bürgerpark steuert Fachwissen und Pflanzen bei. 

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Hinter dem Urban Gardening steht die Idee, versiegelte Flächen in der Stadt zu öffnen und gärtnerisch zu nutzen. „Wir wollen auch den eigenen Gemüseanbau in kleiner Form den Menschen näherbringen, Interesse wecken und  Bewusstsein dafür schaffen, woher das Essen kommt“, erklärt Johanna Mugabi, Bezirksbeauftragte für Flucht und Migration im evangelischen Dekanat. Sie macht selbst bei dem Projekt mit und freut sich, auch geflüchtete Menschen von der Idee begeistern zu können. „Sie haben bestimmte Kräuter oder Gewürze vermisst. Diese  hinter der Kirche  anzubauen, war ein guter Anknüpfungspunkt für sie, auch mit den Menschen hier in Kontakt zu kommen.“

Insgesamt gehören zwölf Es geht auch um das Gemeinschaftserleben, zusammen kümmert  man sich um die Beete, mindestens einmal am Tag muss jetzt im Sommer jemand zum Gießen kommen. Regenwasser schickt der Himmel, es wird von  der Stadtkirche in einen drei Meter hohen Wassertank an der Kirchenmauer geleitet. Gemeinsam wird auch der Lohn für die Mühe geerntet. Im vergangenen Jahr hat man sich getroffen, die Ernte verarbeitet und gemeinsam gegessen. Die am Projekt Beteiligten dürfen auch nach Bedarf selbst etwas  mitnehmen. „Den letzten Kohlkopf und Wirsing konnten wir noch im Winter ernten und verarbeiten“, berichtet Johanna Mugabi stolz. 

Start schon im Februar

Normalerweise trifft man sich an einem oder zwei Samstagen, bereitet die Beete vor und pflanzt die Setzlinge gemeinsam ein. In diesem Jahr wurde bereits im Februar mit der Gartenarbeit angefangen. „Die Tomaten, Salate, Physalis und Kürbisse sind selber gezogen, weil uns auch wichtig ist, dass kein gentechnisch verändertes Saatgut verwendet wird“, so die Gartenfreundin. 

Durch Corona ist allerdings auch im Kirchgarten-Projekt  einiges anders. Eine Whatsapp-Gruppe wurde gegründet, um die Mitglieder besser erreichen zu können und die zahlreichen Planungen zu koordinieren. Beim Unkrautzupfen dürfen nicht zu viele vor Ort sein, Abstandsregeln müssen eingehalten werden, gemeinsames Kochen und Essen wird wahrscheinlich ausfallen. 
 

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