Rheinau

Verein »Helfende Hände für Kinder« bilanziert Zehnjähriges

Autor: 
Stefan Bruder
Lesezeit 3 Minuten
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07. Dezember 2017

(Bild 1/5) Das Patenkind Amina ©Archivfoto: Stefan Bruder

Vor zehn Jahren gründeten Brigitte und Roland Schmidt aus Memprechtshofen den Verein Helfende »Hände für Kinder«. Am Samstag zogen die beiden Afrika-Fahrer in der gut besuchten Hauptversammlung eine ermutigende Zwischenbilanz. Und dennoch: Die Arbeit geht wohl nie aus.
 

Dass nur Bildung den Teufelskreis aus Armut und Perspektivlosigkeit durchbrechen könne, verdeutlichte Vorsitzende Brigitte Schmidt am Samstagabend in der Hauptversammlung des Vereins »Helfende Hände für Kinder« (HHK) im Gasthaus Rössel in Scherzheim. Dazu zeigte sie den Mitgliedern mehrere Dauerbaustellen auf, die genau darauf abzielen. Im Rückblick auf die Arbeit im zu Ende gehenden Jahr, in dem sie mit ihrem Mann Roland wieder mehrere Monate vor Ort im Kilimanjaro-Gebiet im Norden Tansanias war, berichtete die Vorsitzende auch von jedem der derzeit 30 Patenkinder. Diese können Dank der Hilfe der Vereinsmitglieder eine Schule besuchen – keine Selbstverständlichkeit in dem ostafrikanischen Land. Gut die Hälfte der Einnahmen seien zuletzt dafür investiert worden. 

Über Jahre begleitet

Beim Rückblick auf die vergangenen zehn Jahren rückte Brigitte Schmidt die persönliche Entwicklung der einzelnen Patenkinder in den Vordergrund: So sei beispielsweise das 2012 als kleines Kind schwer unterernährt aufgenommene Patenkind Glory heute eine erfolgreiche Schülerin. »Wir sind sehr stolz auf ihn«, meinte die Vorsitzendet, als sie auf Patenkind Hamisi zu sprechen kam, der mittlerweile sogar Bergbau im ferner Daressalam studiere. Bei Armina, die eine spezielle Schule für körperlich behinderte Kinder besucht, sei die dritte, dringend nötige Operation am Fuß unter vielen Tränen erfolgreich verlaufen. 

Besonders stolz ist man im Verein, wenn nach Jahren die jungen Erwachsenen nach vom Verein bezahlter Schule und Ausbildung in die Selbstständigkeit entlassen werden –als Erzieher, Lehrer, Handwerker oder Touristenführer.

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Sanierung ist nötig

Zu den Dauerbaustellen gehört die vom Verein ins Leben gerufene »Second Chance«-Schule – eine umgebaute ehemalige Fischhalle – in dem verarmten Dorf Mikocheni, die komplett vom HHK getragen und finanziert wird – von den derzeit drei Lehrern, über eine Reinigungsfrau, eine Köchin bis hin zur baulichen Unterhaltung. Rund 4000 Euro müssten man nach den sintflutartigen Regenfällen im Frühjahr und den dadurch verursachten Schäden dringend in das Gebäude investiert werden, rechnete Roland Schmidt vor. 

Eine allgemeine Herausforderung sei die stark schwankende Landeswährung Schilling. »Die Preissteigerung ist immens«, erklärte Roland Schmidt; sie mache sich vor allem bei den um rund 20 Prozent gestiegenen Schulgebühren gegenüber dem Vorjahr bemerkbar. Er verwies ferner auf die neu von ihm entworfene Homepage hin, auf der die Arbeit des Vereins nachzulesen ist.

In Namibia unterstützt der Verein eine Suppenküche und ein Kindergarten in einer Armensiedlung außerhalb der Stadt Swakopmund.

Hintergrund

Auf weitere fünf Jahre gewählt

Vorsitzende Brigitte Schmidt, die mit ihrem Mann seit vielen Jahren Hilfsprojekte in Tansania und Namibia unterhält und dieses Engagement 2007 mit der HHK-Vereinsgründung auf eine breitere Basis stellte, wurde in der Hauptversammlung einstimmig wiedergewählt. 
Dies gilt auch für die weiteren Vorstandsmitglieder, die sich für fünf Jahre bestätigen ließen: die stellvertretende Vorsitzende Jan Marie Müller, Schatzmeister Roland Schmidt, Kassenprüfer Michael Müller und Schriftführerin Monika Seidemann. 

Info

Helfende Hände für Kinder (HHK)

◼ Vorsitzende: Brigitte Schmidt
◼ Gründung: 2007
◼ Mitglieder: 90
◼ Einsatzorte: Tansania und Namibia

www.hhk-ev.de

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