Offenburg

Vergleich abgelehnt: Ex-Heimkind will nicht für Mutter zahlen

Autor: 
dpa
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17. Mai 2018
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©Archivfoto: Mittelbadische Presse

Vor dem Familiengericht Offenburg ist am Donnerstag zu dem Verfahren um eine finanzielle Forderungen der Behörden an ein ehemaliges Heimkind eine Entscheidung gefallen.

Ein ehemaliges Heimkind, das für seine pflegebedürftige Mutter keinen Unterhalt zahlen will, hat einen Vergleichsvorschlag des Familiengerichts Offenburg abgelehnt. Das sagte der Anwalt der 55-Jährigen, Michael Klatt, der dpa am Donnerstag.

Zuvor hatte das Gericht vorgeschlagen, dass die Klägerin künftig 30 Prozent des errechneten Unterhalts – er beträgt etwa 760 Euro – monatlich zahlt. Das Landratsamt erhebt entsprechende Ansprüche.

Die Frau aus dem hessischen Rodgau wehrt sich vor dem Familiengericht gegen, die Unterhaltsforderung. Sie argumentiert, ihre Mutter habe sie nach der Geburt weggegeben, sie sei im Kinderheim aufgewachsen und habe so gut wie keinen Kontakt zu ihr gehabt.

Dem Anwalt zufolge hat ein Zeuge am Donnerstag die Aussage der Tochter gestützt. Er habe sinngemäß gesagt, die Mutter hätte sich damals zwar um ihr Kind kümmern können, sie habe dies aber nicht gewollt. Damit sei zumindest Klarheit in der Sache geschaffen worden, sagte der Anwalt. »Was den Ausgang des Verfahrens angeht, sind wir leicht optimistisch.«

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Landratsamt wartet auf Beschluss

Die Beweisaufnahme wurde am Donnerstag geschlossen. Das Familiengericht will den Beschluss am 19. Juni mitteilen. Kai Hockenjos, Sprecher des Landratsamtes im Ortenaukreis, sagte, man sei wegen der Forderungen von Anfang an gesprächsbereit gewesen. 

Das Landratsamt hätte den Vergleichsvorschlag des Gerichts akzeptiert, hieß es am Freitag aus der dortigen Pressestelle. Dieser wurde aber vom Anwalt der Klägerin abgelehnt. Nach der abgeschlossenen Beweisaufnahme hat das Familiengericht angekündigt, den Beschluss am 19. Juni mitzuteilen. Diesen werde das Landratsamt prüfen und anschließend entscheiden, ob der Beschluss akzeptiert wird oder ob man die Entscheidung in der nächsten Instanz überprüfen lässt.

 

Hinweis der Redaktion: Ursprünglich stand in diesem Artikel, dass das Landratsamt die Entscheidung akzeptieren würde. Das war nicht zutreffend und wurde entsprechend im letzten Absatz korrigiert.

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