Offenburg

Vernissage von »Die Heiterkeit des Singens« im KiK

Autor: 
Bettina Kühne
Lesezeit 4 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
20. Februar 2017

Selbst im Sucher der Kamera: Fotograf Wilfried Beege (rechts) beantwortete bei der Vernissage zu seiner Ausstellung im KiK die Fragen von Moderator Stefan Böhm. ©Stephan Hund

Es war so voll wie immer an den Abenden, an denen im KiK »Querbeet« gesungen wird. Kein Wunder – schließlich wurde zur Vernissage mit Fotografien unter dem Titel »Die Heiterkeit des Singens: Querbeet im Bild« geladen. Für Fotograf Wilfried Beege markierte der Abend sogar einen Neustart.

Eigentlich war alles wie immer: ein voller Raum, fröhliche Gesichter, begleiteter Gesang. Dieses Mal hingen allerdings Bilder an der Wand im KiK, die die Sänger zusätzlich zeigten. Man feierte die Vernissage von Wilfried Beeges Porträts. Unter dem Titel »Die Heiterkeit des Singens: Querbeet im Bild« wurden 15 Großformate und 30 Miniaturen vorgestellt.

Doch sie genauer zu betrachten, war zunächst kaum möglich. Stefan Böhm, der bei den Queerbeet-Treffen Gitarre spielt, musste sich etwas überlegen, um die Besucher von ihren Stühlen wegzulocken, damit die Vernissage-Gäste die Fotos auch von Nahem betrachten konnten. Lied, Reden, Lied, Sekt, Gugelhupf und ab ins Nebenzimmer, lautete deshalb sein Plan.

In seiner Hinführung an den Künstler brachte Böhm die Vernissage-Gäste einige Male zum Lachen. Er wollte nämlich Beeges Assoziationen zu verschiedenen Liedtiteln – tiefenpsychologisch interpretiert, versteht sich. »Im Märzen der Bauer« hieß der erste Titel, und Beege plagte prompt das schlechte Gewissen, weil er seinen Garten vernachlässigt hatte. Dabei spielte Böhm auf die Herkunft des Liedes an; es stammt aus dem Sudetenland, wo Beege 1944 geboren wurde. Da hatte der Fotograf zumindest die Spur, dass es biografisch weitergehen könnte. Tat es auch, es führte über die wilden '68 nach Offenburg. Und woran sollte »Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strand Bikini ...« erinnern? Der Künstler aus Urloffen hatte spontan nur die Antwort parat, dass er Mädchen im Bikini »rauf und runter« fotografiert hatte. Zu den »schönsten Mädchen und schönsten Stränden« führten ihn seine Reisen, zitierte Böhm den Künstler. Der wollte wissen, wo er denn diesen Spruch aufgegabelt habe. »Von deiner Homepage«, antwortete Böhm zur Erheiterung des Publikums.

Singen wirkt verjüngend

- Anzeige -

Auch im Ruhestand könne er das Fotografien nicht lassen, betonte der frühere Burda-Fotograf mit Spitzname Bee Gee. »Deshalb schnappe ich mir eben euch«, sagte er. Er nutze den umstand, dass bei Events immer etwas los ist, zu seinem Vorteil – nämlich um möglichst unauffällig zu fotografieren. Er wisse nicht, ob es immer gelänge, aber in dem Moment, in dem er jemanden fotografiert, bemerke der dies meist nicht.

Die Vernissage bezeichnete er für sich persönlich auch als Wendepunkt. Nachdem der Spinnereiverein nicht wie geplant das namensgebende Gebäude als Kreativzentrum ausbauen kann, musste man sich neu sortieren. Wie es genau weitergehen soll, kristallisiert sich vermutlich bei der Hauptversammlung am 3. März heraus. Für ihn und drei weitere Fotografen steht jedoch fest, dass sie sich als Kollegen zusammentun: »Feedback in einer kleinen Gruppe ist sehr wertvoll.« Auch Themen suche man gemeinsam.
Dirigentin Mechthild Fuchs machte noch einmal auf die entstressende und verjüngende Wirkung des Singens aufmerksam. Dass nach dem Singen weniger Stresshormone im Speichel gemessen würden, sei ja hinreichend bekannt. »Man kommt auch mit sich in Einklang, das sieht man auf den Bildern«, sagte Fuchs. Verrückt, vergnügt, konzentriert – so sehen die Sänger darauf aus. So entspannt könnten sie beim Querbeetsingen auch deshalb mitmachen, weil es kein Anspruchsniveau gebe: Es reiche die eigene Stimme. Und Fuchs hat festgestellt: »Es gibt es nicht, dass das nicht gut klingt.«

Erlös für neuen Verstärker

Die Bilder sind übrigens käuflich, die kleinen Formate gibt es für zehn, die großen für 100 Euro. Damit sollen zum einen die Kosten gedeckt werden, zum anderen hofft Bee-Gee aber auch darauf, dass ein bisschen Geld zusammenkommt für das Queerbeetsingen: »Dann könnten wir vielleicht einen neuen Verstärker anschaffen, der alte krächzt arg.«

◼ Die Ausstellung von Wilfried Beege ist bis 18. März im KiK in der Weingartenstraße 34c zu sehen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Offenburg

Natürlich hofft niemand, dass der Defibrillator gebraucht wird. Doch im Ernstfall ist er da.
vor 1 Stunde
In der Ortsmitte
Nachdem die Volksbank-Filiale in Durbach im Sommer seine Tore schloss, gab es keinen öffentlichen Defibrillator mehr in der Durbacher Ortsmitte. Doch jetzt gibt es Abhilfe
Mit dem neuen Pausenhof bekommt die Fessenbacher Hubert-Burda-Grundschule auch ein grünes Klassenzimmer.
vor 4 Stunden
Nur noch Restarbeiten im Frühjahr 2022
Nur Restarbeiten wie Aufstellung eines Sonnensegels, einer Hängematte und eines Bauwagens sollen im Frühjahr 2022 folgen. Die Stadtverwaltung dankt dem Fessenbacher Grundschulleiter Patrick Scharte für die gute Zusammenarbeit.
Die französische und die deutsche Delegationen trafen sich auf halber Strecke, damit die bestellten Bresse-Hühner übergeben werden konnten (von links): Christian Guillemaux, Eugen Bross, Rudi Glatt, Yves Gibert und Albert Dubios.
vor 7 Stunden
Partnerschaft mit St.-Denis lès Bourg
So kamen die vorbestellten Bresse-Hühner aus der Partnergemeinde Saint-Denis-lès-Bourg nach Schutterwald: Rudi Glatt und Eugen Bross haben sich am Freitag auf den Weg gemacht.
Ließen am Sonntag das Klausern im coronakonformen Rahmen hochleben: Der „neue“ Nikolaus Jonas Armbruster im Kreise seiner Gesellen.
vor 9 Stunden
Klausern in Unterentersbach
In Unterentersbach lebte am Sonntag die uralte Tradition des Klauserns wieder auf. Der Nikolaus besuchte mit einer wegen Corona abgespeckten Truppe 13 Familien.
Thomas Lehmann in Zimmermannskluft mit einem jahrhundertealten Trägerbalken, den es zu restaurieren gilt.
vor 9 Stunden
OT-Serie Altes Handwrek: Zimmerer
Es gibt sie auch heute noch, die alten Handwerksberufe mit langer Tradition – und Menschen, die sie ausüben oder sich damit auskennen. Vieles hat sich gewandelt, das alte Wissen bleibt. Heute: Ein Besuch bei Zimmerermeister Thomas Lehmann.
Aktive des Vereins für erlebte Natur Zunsweier haben in einer großen Aktion rund 200 Nistkästen im Wald gereinigt.
vor 9 Stunden
Großputz im Forst
Mitglieder des Vereins für erlebte Natur Zunsweier investierten einen ganzen Tag zur Reinigung von rund 200 Nistkästen im Zunsweierer Wald. Dabei wurden auch die Bewohner erfasst.
Leopold Seger bei der Arbeit.
vor 17 Stunden
Bänke mit Wappen
Für den Heimatverein Hohberg sind sie über 45 Stunden im Jahr 2020 fleißig gewesen. Mit viel Liebe zum Detail auf sechs Sockel das Diersburger Wappen und GH für Gemeinde Hohberg platziert.
TBO-Chef Alex Müller geht davon aus, dass 2022 bei den Offenburger Bädern Verlust gemacht wird.
vor 17 Stunden
Offenburg
Digitalisierung, Müllentsorgung, neue Haltestellen und Bäder: 2022 stellt die TBO wieder vor große Herausforderungen. 3,56 Millionen Euro sind eingeplant.
Fleißig – die Baumpflanzer in Altenheim legen sich ins Zeug. 
vor 18 Stunden
Aktion
Die evangelische Heimstiftung hat mit Hilfe aus Altenheim endlich einen Platz gefunden, an dem sie 18 Bäume pflanzen durfte. Alte Obstsorten sind dazu ausgewählt.
Die Regenbogen-Hölzer im Schaufenster der Spielwarenhandlung Spiel und Phantasie sind laut Inhaber Gerd Weisser als Weihnachtsgeschenk sehr gefragt.
vor 19 Stunden
Offenburg
Noch knapp drei Wochen bis Weihnachten, Familie und Freunde wollen inspiriert beschenkt ­werden. Diese Verkaufsrenner und Geschenketipps haben die Offenburger Geschäfte im Köcher.
Paul Harazim betreibt die Eisbahn auf dem Marktplatz.
vor 20 Stunden
Offenburg
Der Offenburger Weihnachtsmarkt 2021 ist seit Donnerstagabend Geschichte. Doch wie geht es mit der Eisbahn und den übrigen weihnachtlichen Ständen in der Innenstadt weiter? Eine erste Entscheidung wurde am Montag getroffen.
Das Trinkwasser aus Gengenbacher Hähnen ist so gut, dass es sogar für Babynahrung geeignet ist.
vor 21 Stunden
Bericht im Gemeinderat
Die Stadtwerke erhöhen im nächsten Jahr die Gebühren nicht / Verbrauch im Vorjahr leicht verändert.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Bevor es ans Schuhe probieren geht, werden die Füßchen erst einmal in Länge und Breite vermessen. 
    vor 13 Stunden
    Kinderschuh-Spezialist 20/21: Schuhhaus Theobald Gengenbach
    Egal, ob elegant, komfortabel, bequem, luftig, ob für Beruf, den besonderen Anlass, Freizeit, Sport oder den nächsten Trail – im Schuhhaus Theobald in Gengenbach gibt es Schuhe für jede Lebenslage und jede Altersklasse. Auf Kinder ist das Team besonders eingestellt.
  • An den Standorten Offenburg, Oppenau und Achern schnüren die Mitarbeiter des Autohauses Roth ein pralles Servicepaket. 
    30.11.2021
    Ihr Dienstleister in Offenburg, Oppenau und Achern
    Die Teams des Autohauses Roth an den Standorten Offenburg, Oppenau und Achern geben ihr ganzes Know-how, wenn es um besten Service geht. Was für ein umfassendes Leistungspaket täglich abgeliefert wird, ist jetzt in einem neuen Imagefilm zusammengefasst.
  • Seit 2011 befindet sich der Sportspezialist in der Freiburger Straße 21 in Offenburg.
    29.11.2021
    Offenburg: Seit 75 Jahren eine Heimat für jede Sportart
    Ob Bekleidung, Schuhe oder Ausrüstung: Auf 3500 Quadratmetern Fläche hat SPORT KUHN alles, was Sportler brauchen. Der Offenburger Spezialist für In- und Outdoor ist seit 75 Jahren bekannt für Know-how und Beratung. Das Team zählt heute 60 Mitarbeitende.
  • Die S&G Automobil AG ist der älteste Mercedes-Benz Partner der Welt. Schon 1898 rief Ernst Schoemperlen in Karlsruhe seine Automobil-Centrale ins Leben. Seit 1928 gibt es S&G auch in Offenburg.
    26.11.2021
    Historie von S&G Offenburg startet im vorletzten Jahrhundert
    Bereits 1898 schlug die Geburtsstunde der heutigen S&G Automobil AG, des ältesten Mercedes-Benz-Partners der Welt. Damals rief Ernst Schoemperlen in Karlsruhe seine „Automobil-Centrale“ ins Leben – der Auftakt für ein Stück Automobilgeschichte, die ihresgleichen sucht.