Abschied nach 19 Jahren als Geschäftsführer bei Knauer Biberach

Viel Lob und Respekt für Joachim Würz

Autor: 
Herbert Vollmer
Lesezeit 4 Minuten
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21. September 2019

Gesellschafter und Geschäftsleitung verabschiedeten Joachim Würz: von links Gisela Pohl-Knauer, Olav Pohl, Stefanie Wiekenberg, Joachim Würz, Bürgermeisterin Daniela Paletta, Sprecher der Geschäftsführung Richard Kammerer und der neue Geschäftführer Kai Rössig. ©Herbert Vollmer

Am Donnerstagnachmittag ruhte die Arbeit in der Biberacher Firma Karl Knauer KG. Die Gesellschafter und Mitarbeiter verabschiedeten ihren langjährigen Geschäftsführer Joachim Würz in einer berührenden Feierstunde. Würz war 19 Jahre für Knauer tätig.

Die Betriebskantine war voll besetzt, als ein Bläserensemble des Blasorchesters Biberach die Feierstunde musikalisch eröffnete. Richard Kammerer, Sprecher der Geschäftsführung, begrüßte die Gäste, darunter waren auch Mitarbeiter aus dem polnischen Betrieb Karl Knauer Poland in Pniewy sowie langjährige Geschäftspartner. 

Joachim Würz sei erst der dritte Geschäftsführer in den letzten 46 Jahren gewesen, betonte Kammerer, was für Kontinuität spreche. Heute ginge ein wichtiges und spannendes Kapitel der Unternehmensgeschichte zu Ende, 19 Jahre intensive Zusammenarbeit für die Karl Knauer KG, in der vieles bewegt werden konnte. Der Firman-Slogan »Beeindruckend anders« habe viele wachgerüttelt und Joachim Würz habe ihn gelebt. Er habe gemahnt, gefordert, Anregungen gegeben und anspruchsvolle Ziele angesteuert und erreicht. »Du warst ein Macher«, lobte ihn Kammerer. 

Als Mitglied des dreiköpfigen Führungsteams war Würz seit 2000 unter anderem maßgeblich am Zukauf des Werks in Pniewy (Polen), dessen Modernisierung und Erweiterung, der Einführung von SAP 2012 sowie der Flexibilisierung des Unternehmens beteiligt. Während seiner Amtszeit wuchs das Unternehmen trotz schwieriger Rahmenbedingungen in der Verpackungsbranche von 400 auf über 800 Mitarbeiter und die Produktionsflächen wurden auf 38 000 Quadratmeter vergrößert.

 Der Umsatz verdoppelte sich auf über 90 Millionen Euro, den das Unternehmen 2019 erwartet. »In Biberach wurden seit 2000 über 70 Millionen Euro und in Pniewy rund 25 Mio. Euro investiert, mit Kleininvestitionen sage und schreibe 100 Millionen Euro, die du ausgegeben hast – und dies als Schwabe«, sagte Kammerer schmunzelnd. Richard Kammerer dankte Würz für seine herausragende Arbeit für das Unternehmen. Er sei ihm aber auch ein Freund gewesen, ein verlässlicher und hochmotivierter Kollege. Er überreichte ein Erinnerungsbuch und dann ließ er einen Film abspielen, in dem alle Mitarbeiter Joachim Würz zuwinken, zur Musik »Servus, mach’s gut«.

Der Nachfolger von Joachim Würz ist Kai Rössig, Diplomingenieur mit Fachrichtung Fertigungstechnik. Er konnte sich bereits seit Mai zusammen mit Joachim Würz einarbeiten. Rössig charakterisierte Würz unter anderem als »besonders schnell (auch mit dem Auto), cool, tiefenentspannt, agil, immer einsatzbereit, clever, stilvoll, immer gut gelaunt und auch privat ein großartigen Gastgeber«. Eingeprägt habe sich bei ihm auch der Ausspruch »ich erkläre euch das jetzt mal«. Rössig nannte ihn eine Legende, die fehlen wird. 

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»Besten Weg gesucht«

Die geschäftsführende Gesellschafterin Stefanie Wiekenberg würdigte die Verdienste von Würz ebenfalls und sagte ihm im Namen der Familie Dank. Würz habe stets den besten Weg für das Unternehmen gesucht, stets sein Bestes gegeben, bis zu den eigenen Grenzen. Er verdiene höchsten Respekt und Anerkennung. Wiekenberg dankte auch der Ehefrau Maria Würz, die ihrem Mann stets die nötige Unterstützung gegeben habe. Sie überreichte Würz ein Karl Knauer Reh, unter dem sich ein Kunstwerk verbarg, das die Mitarbeiter selbst hergestellt hatten und das die technischen Bereiche abbildet, für die Würz verantwortlich war.

Der Betriebsratsvorsitzende Kurt Gutmann nannte die Zusammenarbeit mit Wütz gelungen. Er meinte, Würz habe sicherlich den Termin seiner Verabschiedung bewusst ausgewählt: 19.09.19 nach 19 Jahren Geschäftsführung.
Sascha Knabe von den Heidelberger Druckmaschinen dankte Würz für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten 19 Jahren. »Machen sie sich mal Gedanken«, habe ihm Würz immer wieder gesagt.

»Gebe das Lob zurück«

Zum Schluss trat Joachim Würz selbst ans Rednerpult. »Toll, was alles gesagt wurde, der Film, so viel Anerkennung«, freute er sich sichtlich gerührt. »Aber ich gebe dieses Lob an euch alle zurück. Es wäre mir allein nicht möglich gewesen, all dies zu bewegen«. Er bedankte sich für das Vertrauen der Familie und der Gesellschafter. Die Ziele seien gemeinsam erarbeitet und einvernehmlich umgesetzt worden. Würz dankte auch seiner Ehefrau Maria und seinen Söhnen, denen er wegen seiner beruflichen Tätigkeit mehrere Umzüge zumuten musste. Mit einem »Servus, auf Wiedersehen«, verabschiedete sich Joachim Würz. Die Anwesenden dankten Joachim Würz mit einem lang anhaltendem Applaus. 

Das Bläserensemble beendete die Feierstunde und spielte auf Wunsch von Joachim Würz den Song »Father and Son«» von Cat Stevens, dessen erste Textzeilen zur Verabschiedung treffend passen: »And I know that I have to go away – mir ist klar, dass ich gehen muss«.

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