Mitbegründerin der Offenburger Tafel

Viele Gratulanten beim 85. Geburtstag von Ilse Herberg

Autor: 
Ursula Groß
Lesezeit 4 Minuten
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18. Februar 2020

Ilse Herberg ist die Mitbegründerin der Offenburger Tafel und hat gestern ihren 85. Geburtstag gefeiert. Viele Gäste haben der Jubilarin bei einem kleinen Stehempfang gratuliert, Herberg hat ihre Feier kurzerhand in eine kleine Spendengala umgewidmet. ©Stephan Hund

Die große Schar der Gratulanten spiegelte das vielseitige soziale und familiäre Engagement von Ilse Herberg, die am gestrigen Dienstag 85 Jahre alt wurde. Ihren Ehrentag nutzte sie, um für Spenden zugunsten der Bürgerstiftung St. Andreas zu bitten. 

Die Gratulanten-Schar zum 85. Geburtstag von Ilse Herberg hätte es am Dienstag nicht schöner ausdrücken können. Nicht nur ihre Anzahl war beim morgendlichen Stehempfang beträchtlich. Auch die Vielfalt von Funktionen im Gästekreis spiegelte das oft Jahrzehnte andauernde Engagement der Medizinerin. Und dieses in ganz unterschiedlichen Tätigkeiten im sozialen, kirchlichen und persönlichen Bereich.  

Die Jubilarin, wie konnte­ es anders sein, widmete ihren­ Ehrentag selbst kurzerhand um in eine kleine, aber feine Spendengala. Der Erlös der  Spenden kommt der Bürgerstiftung St. Andreas zugute. „Ich habe mir das so gewünscht, denn nunmehr bin ich doch schon ein halbes Jahrhundert Bürgerin der Stadt Offenburg“, lächelte Ilse Herberg. 

Helferin in der Not

Das Spendensammeln machte die Ärztin im Ruhestand so charmant, dass alle Besucher das „Fässchen“ im Eingang füllten. Der Künstler Martin Sander habe es eigens angefertigt, ließ die gutgelaunte Jubilarin wissen.  

Sich stark zu machen für die gute Sache, Kindern und Erwachsenen in Not zu helfen, sie zu fördern und zu unterstützen, durch tätigen Einsatz etwa­ in der Offenburger Tafel, dafür steht Ilse Herberg. Sie wuchs in Ludwigshafen am Rhein mit einer Schwester auf. Als Jugendliche besuchte sie das „Englische Institut“ in Heidelberg, wo sie 1953 ihr Abitur ablegte. Ilse Müller, verheiratete Herberg, deren Vater und Großvater Physiker waren, zeichnete sich vor allem in Mathematik aus. 

Nach dem Studium der Medizin war die Uni-Klinik Heidelberg eine­ ihrer ersten Berufs-Stationen. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Dieter Herberg kennen. Im Jahr 1962 wurde geheiratet. Die Söhne Clemens, Martin und Felix wurden geboren. Bereits im Jahr 1970 war Professor Dieter Herberg als Chefarzt an das damals „Städtische Krankenhaus“, heute Ortenau Klinikum, berufen worden. Als junge Medizinerin war Ilse Herberg ebenfalls im „Städtischen“ bis zum Jahr 1994 tätig. Professor Dieter Herberg ist im Jahr 2018 im Alter von 89 Jahren verstorben. 

Intensiver Kontakt

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„Ich bin meiner Familie sehr dankbar“, so Ilse Herberg, „dass ich nach dem Tod meines geliebten Mannes kaum alleine war.“ Der Kontakt zu den Söhnen mit deren Familien sei intensiv und helfe ihr, den Verlust zu tragen. Ab ihrem Ruhestand engagierte sich Ilse Herberg in der Evangelischen Auferstehungsgemeine, unter anderem als Leiterin der Gemeindeversammlung. 

Kinder immer im Blick

Durch einen Vortrag über die „Tafel“ in  Berlin reifte ihr Entschluss, solch eine Einrichtung auch in Offenburg zu initiieren. Ilse Herberg wurde Gründungsmitglied und ist bis heute bei der anerkannten und ortenauweit agierenden „Tafel“.­ Besonderes Augenmerk legt sie dabei auf die Ausbildung der Kinder. Mit Hilfe von Ordensfrau Sr. Dorothea gibt es ein Angebot der schulischen Nachhilfe. 

„Ilse Herberg kann die ganze Welt vernetzen“, anerkannten die Gäste bei der Geburtstagsfeier. Tatsächlich ist ihr Netzwerk fach- und personenübergreifend. Wo immer die Jubilarin bei ihrem Einsatz in der „Tafel“ Handlungsbedarf sieht, erstellt sie Pläne und setzt sie mit Fachleuten und Kollegen der Tafel auch konkret um. 

Wolfram von Zabiensky skizzierte die Persönlichkeit von Ilse Herberg ein bisschen an. „Sie macht die Tafel für unsere Kunden nicht nur zu einem Einkaufsort, sondern auch zu einer Begegnungsstätte.“ 

Der Verein „Frauen helfen Frauen“ bedankte sich am Geburtstagsfest noch einmal ausdrücklich bei Ilse Herberg für ihren Einsatz auch in dieser Hilfsorganisation. Bürgerstiftung St. Andreas, die Tafel, der Inner-Wheel-Club, die Kirchengemeinde Auferstehung sowie die große Familie, sie alle gratulierten und feierten von Herzen eine Frau, die trotz der Besuchermenge wirklich jeden einzelnen Gast ganz persönlich im Blick hatte, die für alle gute Worte fand. 

Gut gefüllt

Das sei ein großes Geschenk, mit lieben Menschen zusammen zu sein und auch etwas für die zu bewirken, die am Rande der Gesellschaft stünden. „Ja, nicht mal die Familie hat Geschenke machen dürfen“, lachte sie vergnügt und klopfte auf ihr mittlerweile gut gefülltes Spendenfässchen. 

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