Gerd Sachs feiert 80. Geburtstag

Vom Anwalt zum Archäologen

Autor: 
Regina Heilig
Lesezeit 3 Minuten
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12. Februar 2019

Gerd Sachs hat erst als Anwalt gearbeitet und danach in Freiburg Archäologie studiert. ©Regina Heilig

Vielseitig interessiert und begabt ist Gerd Sachs, der heute seinen 80. Geburtstag feiert. Nach seiner Karriere als Anwalt, studierte er Archäologie, promovierte und verfasst bis heute Fachbücher. 

In einer Zeit, in der viel vom lebenslangen Lernen die Rede ist, kann die Lebensgeschichte des Jubilars Gerd Sachs, der gleich zwei akademische Karrieren aneinander reihte, als Vorbild dienen. An ein erfolgreiches Berufsleben als Anwalt schlossen sich nämlich Studium, Abschluss, Promotion und bis heute rege Publikationen auf dem Feld der Archäologie an.

Geboren am 12. Februar 1939 in Karlsruhe, verbrachte der Jubilar die Kindheit in Heidelberg und seit Kriegsende in Lahr, wo der Großvater mütterlicherseits Förster war. Im ländlichen Forsthaus war die Versorgung weit besser als in der Stadt – und der Großvater weckte im jungen Gerd auch die Jagdleidenschaft, die ihn ein Leben lang begleitete.

1947 zog die Familie nach Offenburg, wo sich der Vater als Anwalt niederließ. Gerd Sachs besuchte – wie später seine vier Kinder – das Grimmelshausengymnasium und legte 1957 das Abitur ab. Auf den beruflichen Spuren seines Vaters begann er das Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg und München. Und schon in der Referendarzeit wählte Gerd Sachs als eine seiner Stationen eine fünfmonatige »stage« in Paris. »Wir waren der erste Jahrgang, dem das aufgrund des Abkommens zwischen Adenauer und de Gaulle überhaupt möglich war«, erklärt er im Gespräch. 

Über die Fakultät für Rechtsvergleichung in Straßburg kam er auch ins portugiesische Coimbra und das schwedische Uppsala, alles in allem ein hervorragendes Rüstzeug für das zweite Staatsexamen 1966, das der Jubilar als einer der Jahrgangsbesten ablegte. Im gleichen Jahr heiratete er Helga Sigrid Marquardt aus Rheinfelden. Die vier Kinder des Paares, das inzwischen auch sieben Enkelkinder hat, sind »über die ganze Welt verstreut«, lacht Gerd Sachs. 

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Erst Gast, dann Student

Seine über dreißigjährige Anwaltstätigkeit, so der Jubilar, lasse sich »in drei Etappen einteilen«: Im ersten Drittel beschäftigte ihn wie seinen Vater, in dessen Kanzlei er eingestiegen war, vor allem das Strafrecht. Im zweiten Drittel folgte Familien- und Allgemeines Zivilrecht – und im letzten Drittel bis 1999 das Handels-, Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht. Als er am 1. Januar aus der Kanzlei »Sachs und Ehren« ausstieg, behielt Gerd Sachs noch ein großes Firmenmandat – und plante wie viele seiner Altersgenossen, als Gasthörer an der Uni Freiburg sein Interesse für Archäologie als Hobby zu pflegen. 

Einer seiner Söhne war es, der riet, dann solle er sich doch ganz einschreiben. Es war der richtige Tipp zur richtigen Zeit, und noch heute strahlt der agile 80-Jährige: »Das hat Spaß gemacht, das glaubt man gar nicht!« 2002 legte er den Magister ab, 2006 die Promotion zum Thema »Die Siedlungsgeschichte der Messenier im 1. Jahrtausend vor Christus.« 

Gerd Sachs betrieb die Archäologie (das zweite Hauptfach war Alte Geschichte) ernsthaft, inklusive Feldarbeit. Bei Ausgrabungen im tunesischen Thugga, im türkischen Nisa oder in Griechenland war er vor Ort, und mehrfach wiederholte er Exkursionen aus dem Studium mit seinem Freundeskreis. »Da kamen wir an Plätze, die man sonst nicht sieht!« Vier archäologische Fachbücher hat er seit seiner Promotion veröffentlicht, und für ein fünftes liegt das Material schon bereit.

Gerd Sachs war ein begeisterter Skifahrer, spielt bis heute Tennis und blickt mit Dankbarkeit auf sein Leben zurück: »Wir hatten das Glück, in eine Zeit hinein geboren zu werden, in welcher der Frieden begann und dauerte!«

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