Offenburg - Zell-Weierbach

Vorentwurf der Bebauungspläne in Zell-Weierbach vorgestellt

Autor: 
Thorsten Mühl
Lesezeit 3 Minuten
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02. August 2017

50 interessierte Bürger ließen sich neben dem Ortschaftsrat die ersten Entwürfe vorstellen. ©Thorsten Mühl

Der erste Vorentwurf für die Bebauungspläne »Obertal« und »Im Winkel II« wurde in Zell-Weierbach vorgestellt. Frühzeitige Beteiligung von Bevölkerung und Öffentlichkeit hat der Ortschaftsrat einhellig befürwortet.

Mit der frühzeitigen Beteiligung von Öffentlichkeit und Vertretern öffentlicher Belange – von Montag an sieben Wochen gültig – hat das Verfahren zur Aufstellung der Bebauungspläne »Obertal« und »Im Winkel II« die zweite von sieben Stufen erreicht. 

Nach dreijähriger Vorgeschichte hat die Stadtverwaltung eine erste Vorentwurfsplanung entwickelt. Einzelheiten stellten Daniel Ebneth und Maximilian Krebs vom Fachbereich Stadtplanung und Baurecht vergangene Woche dem Ortschaftsrat Zell-Weierbach und gut 50 interessierten Bürgern vor. 

Krebs und Ortsvorsteher Willi Wunsch (CDU) gingen auf die Vorgeschichte ein. Krebs stellte dar, dass in beiden Plangebieten Veränderungssperren gelten (aktuell bis April 2018). In die Planung seien Aspekte des OEK Rebland eingeflossen. Beim städtebaulichen Konzept sei dem Erhalt des historischen Ortsbilds und den innerörtlichen Flächenpotentialen besondere Aufmerksamkeit zugekommen. Im Detail wurde gezeigt, welche Gebäude als Kulturdenkmale und mit historischer Substanz gesehen werden. Für »Winkel II« wird im Westen und Nordwesten die Ausweisung als allgemeines Wohn-, für den Südosten als Mischgebiet vorgeschlagen. 

Für »Obertal« wurden zwei Varianten erarbeitet. Variante I sieht den Großteil als allgemeines Wohngebiet vor, mit zwei kleinen Ausnahmen im Osten und Westen (jeweils Mischgebiet). Variante II sieht eine Ausweisung zum Großteil als Dorfgebiet vor, ein größerer Bereich im Südosten soll allgemeines Wohngebiet werden. 

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Ebneth ging ausführlich darauf ein, was als typisch dörfliche Struktur und historisch gewachsen zu sehen sei und was nicht. Festgelegt werden könnten als Hauptbaukörper einfache Rechtecksformen im Grundriss mit einer Traufhöhe von maximal sieben Metern. Für die Dachneigung seien 43 bis 55 oder 33 bis 55 Grad denkbar, ruhige Dachflächen, die außer Gauben keine weiteren Aufbauten tragen dürften. Weitere Vorschläge wurden zu Freiflächen und Dacheindeckung angesprochen, zusammenfassend wurde »ortsbildangepasstes Bauen« empfohlen.

Erste Reaktionen der Zuhörer fielen geteilt aus. Regulierungen wurden begrüßt. Ein Zuhörer mahnte aber, »nicht jede Kleinigkeit zu regulieren«. Anwohner der Fuchsgasse äußerten Sorge über künftige Neubauten. Ebneth beruhigte: »Mehrfamilienhäuser werden an dieser Stelle nicht entstehen.« 

Sieglinde Metzler (SPD), die sich beim »Obertal« für Variante II aussprach, sah die Entwicklung mit dem ersten Entwurf »einen großen Schritt weiter«. Die Details »tragen den Gegebenheiten Rechnung«. Gleiches galt für Gunther Abele (CDU). Bauherrn mit landwirtschaftlichen Betrieben solle die Möglichkeit gegeben werden, zu erweitern, wenn Bedarf bestünde. »Heute kann noch keiner sagen, ob er in zehn Jahren Erweiterungsbedarf hat.«

Heribert Schramm (BLZW) bat die Fachleute um maßvolle Regulierungen. Man solle nicht vergessen, dass die Bebauungspläne auch aus Empörung der Bürger über Immobilienprojekte entstanden seien. Projekte von der »Dimension eines Vogtsbauernhofs« sollten in der Dorfmitte aber auch nicht entstehen. Am Ende befürwortete der Rat einhellig die Einleitung des Beteiligungsverfahrens.

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