Gengenbach: Fasend-Pläne

VSAN-Landschaftstreffen findet 2018 an der Kinzig statt

Autor: 
Thomas Reizel
Lesezeit 3 Minuten
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24. Mai 2017

Die Stadt Gengenbach ist aus Sicht der Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte alleine schon wegen ihres Flairs für ein großes Narrentreffen prädestiniert. Im Hintergrund steht der Niggelturm mit dem Narrenmuseum. ©Kultur- und Tourismus GmbH

Die Narrenzunft Gengenbach veranstaltet 2018 das Narrentreffen der Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte (VSAN). Jetzt sind noch Vereine gefragt, die Keller, Markthiesli und Zelte bewirten.
 

Lange hielten sich in Gengenbach hartnäckige Gerüchte, ob das Narrentreffen überhaupt stattfindet. Doch jetzt gibt Rafael Yupanqui, Zeremonienmeister der Narrenzunft Gengenbach, Entwarnung. »Wir haben lange in der großen Ratssitzung – an ihr nahmen Vertreter des Narrenrats, der Hexen und der Spättle teil – noch diskutiert, ob wir das Narrentreffen durchführen.« Das ist vom Tisch.

Der Narrenrat erklärte, dass zwischenzeitlich ein klärendes Gespräch mit Bürgermeister Thorsten Erny stattgefunden hat. »Er hat sich in der großen Ratssitzung eine Stunde für uns Zeit genommen«, teilte Yupanqui mit.

Nach dem Gespräch mit Erny sei mit deutlicher Mehrheit für die Durchführung des Narrentreffens gestimmt worden. Die Sperrzeit liegt bei 4 Uhr, die Musik darf ab 3 Uhr nicht mehr spielen, der Ausschank endet um 3.30 Uhr«, sagte Rafael Yupanqui dem Offenburger Tageblatt.

Thorsten Erny bestätigte gestern auf Anfrage unserer Zeitung die Information zur Sperrzeit und teilte mit, dass sich die Stadt freue, viele Gäste beim Narrentreffen begrüßen zu können. »Wir stehen im engen Kontakt mit den Verantwortlichen der Narrenzunft«, sagte er.

Aus sicherheitstechnischen Gründen hat die Narrenzunft  sämtliche infrage kommenden Keller von einem Brandschutzgutachter und Roland G. Meier, Geschäftsführer der Münchener Firma VDS GmbH, begutachten lassen.

Dieses Unternehmen gibt als Referenzen unter anderem den FC Bayern München, das Erzbistum München und Freising, sowie die Stadt Ulm an.

Überprüft worden sei unter anderem auch die zeitgleiche Nutzung von Hexen- und Klosterkeller für zwei Veranstaltungen unter Berücksichtigung der vorhandenen Fluchtwege.

Zwar müssten die Gutachten für Brandschutz und Sicherheit noch abgewartet werden, doch sei der Narrenrat zuversichtlich, alle Auflagen zu erfüllen.

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Als nächster Schritt werde ein Gesamtkonzept erarbeitet, um notwendige Maßnahmen zu erörtern. Die Koordination des Gesprächstermins erfolge von Michael Götz, Leiter des Gengenbacher Ordnungsamts.

Rafael Yupanqui sieht es jetzt auch als wichtig an, dass sich Vereine bei der Zunft melden, die Keller, Stände im Freien und Zelte bewirten möchten. »Wir gehen jetzt aktiv auf die Vereine zu«, erklärte der Zeremonienmeister.

Freude für Gengenbach

Klaus Hansert (Ohlsbach), Vertreter der Landschaft Schwarzwald in der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte /(VSAN), freut sich für Gengenbach.

»Die Stadt ist alleine schon vom Flair her prädestiniert«, sagte er. Dem Gengenbacher Antrag aus dem Jahr 2014 habe das VSAN-Präsidium einstimmig entsprochen (siehe Kasten).

Außerdem habe die Stadt vorzuweisen, dass vor 80 Jahren die ersten Hexen- und Spättlemasken  sowie die Zunfttafel geschaffen wurden und der Narrenmarsch komponiert wurde.

Die lange Vorlaufzeit für ein Narrentreffen begründete Hansert damit, dass kurzfristig eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht zu bewältigen sei. Es müssten Auflagen polizeilicher und verkehrsrechtlicher Art sowie Sicherheitskonzepte erfüllt werden.

»Dazu braucht eine Zunft mindestens drei Jahre«, sagte Hansert.

Die Gengenbacher Narrenzunft wird damit nach 1982 und 1999 zu dritten Mal mit einem Landschaftstreffen bedacht.

Hintergrund

Zahlen und Fakten

Die Gengenbacher Narrenzunft und Klaus Hansert (Ohlsbach), Vertreter der Landschaft Schwarzwald in der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, teilen zu den Planungen des Landschaftstreffens nachstehende Fakten mit:

  • Termin: 19. bis 21. Januar in Gengenbach.
  • 38 Zünfte haben bereits zugesagt. Erwartet werden bis zu 100 Hästräger pro Zunft sowie zusätzlich weitere Musikgruppen aus der VSAN.
  • 1327 Betten sind in 28 Hotels zwischen Haslach und Offenburg gebucht.
  • Die Sperrzeit ist um 4 Uhr. Die Musik hört um 3 Uhr auf, der Getränkeausschank endet um 3.30 Uhr.
  • Das Narrentreffen wurde von der VSAN an Gengenbach vergeben, weil seit 50 Jahren der Hexenkeller in Betrieb ist, der Hexenbaum gestellt und verbrannt wird, und das Gremium (Narrenrat, Spättle und Hexen) zum ersten Mal getagt haben.

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