Offenburg

Waldbachschule auf bestem Weg zum Passivhaus 

Autor: 
Tanja Proisl
Lesezeit 2 Minuten
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26. Februar 2016

Bis Ende 2016 soll die Waldbachschule saniert sein und möglichst viele Kriterien eines Passivhauses erfüllen. Die Dachverglasung wurde bereits erneuert. ©Ulrich Marx

Die Bauarbeiten sind in vollem Gange: Aus der Waldbachschule wird voraussichtlich ein Passivhaus. Damit ist die Schule eine Modellschule im Klimaschutzkonzept der Stadt. Auf dem Dach wurde bereits eine Fotovoltaikanlage installiert. Bis Ende des Jahres soll das 1,81-Millionen-Euro-Projekt fertig sein. 

Ein Gerüst umrahmt die Fassade der Waldbachschule. Seit Herbst vergangenen Jahres wird umgebaut. »Die Schule ist ein Baustein im Klimaschutzkonzept der Stadt«, sagte der städtische Energiemanager Hans-Jürgen Schneble gestern beim Pressetermin in der Förderschule. Ziel sei es, das Gebäude zu einem Passivhaus (siehe Stichwort) zu machen, wobei nicht das Passivhauszertifikat, sondern die höchstmögliche Energieeffizienz zu vertretbaren Kosten angestrebt werde, so Schneble. Um das Zertifikat zu erhalten, hätten die Bodenplatten ausgetauscht werden müssen, was die Kosten in die Höhe getrieben hätte. Diese sind nun mit 1,81 Millionen Euro beziffert. 

Laut Schnebles Einschätzung ist die Waldbachschule auf dem bestem Weg zum Passivhaus. In den vergangenen Monaten sei eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach installiert worden. »Sie produziert mehr Strom, als die Schule verbraucht. Der überschüssige Strom geht an die anderen Schulen in der Umgebung«, erläuterte Schneble. Außerdem hat das Dach eine Dreifach-Verglasung und eine 30 Zentimeter dicke Dämmung erhalten. Die Heizanlage wurde auf Holzpellets umgestellt. »Die Lichtverhältnisse haben sich verbessert und in den Zimmern ist es endlich warm«, lobte Rektor Harald Udri die ersten Auswirkungen der Sanierung. 

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Ein neues System von außen angebrachten Solarkollektoren soll künftig dafür sorgen, dass Wärme von der Fassade in die Räume geleitet wird. »Doch die Solarkollektoren transportieren nicht nur Wärme, im Sommer können sie auch dafür sorgen, dass über Nacht kühle Luft in die Klassenzimmer gelangt«, informierte Passivhausarchitekt Rainer Roth. Er erklärte, dass sich die Lüftungsanlage derzeit noch an dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft orientiere, die Anlage sich aber später anhand des CO2-Gehalts regulieren solle. Den anwesenden Lehrern versicherte er auf Nachfrage: »Sie können die Fenster weiterhin öffnen. Über die Lüftungsanlage kommt künftig aber ausreichend Frischluft.« 

Größere Fenster

Apropos Fenster: In den Pfingstferien werden diese vermutlich durch größere Passivhausfenster ersetzt, berichtete Schneble. Zuvor werden voraussichtlich in den Osterferien die Fassadenplatten demontiert. »Die größte Lärmbelastung während des Schulbetriebs wird es zwischen Pfingsten und Sommer geben, wenn der Aufzug eingebaut wird«, sagte der Energiemanager. 

Stichwort

Passivhaus

Ein Passivhaus benötigt maximal 15 Kilowattstunden Heizwärme pro Quadratmeter pro Jahr, so die Stadt. Ein weiteres Kriterium seien die Luftdichtheit der Gebäudehülle und ein geringer Primärenergiebedarf. Alle Bauteile sind gut gedämmt und spezielle Passivhausfenster sind eingebaut. Eine Lüftungsanlage stellt den automatisierten Luftaustausch sicher. Das Passivhaus nutze die in seinem Inneren vorhandenen Energiequellen wie die Körperwärme von Personen oder einfallende Sonnenwärme und benötige deshalb wenig Heizwärme, informiert die Stadt.

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