Abschied vom großen Hexenmeister

Walter Pfeiffer im Alter von 86 Jahren gestorben

Autor: 
Ursula Gross
Lesezeit 3 Minuten
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14. Mai 2014
Zuletzt fühlte sich Walter Pfeiffer vor allem in seinem Garten wohl .

Zuletzt fühlte sich Walter Pfeiffer vor allem in seinem Garten wohl . ©Christoph Breithaupt

Er war Erbauer der Hexekuchi, ein begnadeter Fußballer und ein leidenschaftlicher Gärtner: Im Alter von 86 Jahren ist Walter Pfeiffer, der legendäre Offenburger Hexenmeister, gestorben. Nicht nur die zahlreichen Auszeichnungen zeugen von einer großen Persönlichkeit.

»Hexenmeister« Walter Pfeiffer, eine der herausragenden Persönlichkeiten der Stadt, ist am Samstag, 10. Mai, im Alter von 86 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit unerwartet verstorben. Walter Pfeiffer hat die Offenburger Hexenzunft geprägt. Über Jahrzehnte habe er »den Verein auf einen guten Weg gebracht und ihn überregional etabliert«,  so die Zunft. Er fungierte als Ausrichter von großen Narrentreffen, war Erbauer der Hexekuchi und Zunftmeister. Dass er der Fasentfigur des Hexenmeisters seinen Charakter gab, bleibt unvergessen.

Musikalisches Talent
Berühmt war auch sein musikalisches Talent, die »Hexinos« sind aus der Musikergruppe um Pfeiffer entstanden. Senator Franz Burda habe ihn einmal als den »Beckenbauer der Narretei« betitelt – vielleicht auch in Anspielung darauf, dass Walter Pfeiffer als begabter Fußballer galt. Die Sporen hatte sich der junge Pfeiffer auf dem Rasen des Offenburger Fußballvereins in der sogenannten Zonenauswahl erworben. Als einer der Ersten nach dem Krieg durfte er mit seinen »Kickers« in die USA fliegen. Südbadischer Auswahlspieler und später Mitglied im Kader der Stuttgarter Kickers (Oberliga) waren weitere Stationen. Davor und danach knüpfte er nahtlos an eine langjährige Spielerkarriere beim OFV.

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Walter Pfeiffer wurde in Auggen im Markgräflerland geboren. Aufgewachsen ist er im Fahrrad- und Nähmaschinengeschäft des Onkels Willi Pfeiffer in der Okenstraße. Nach der Ausbildung zum Maschinenschlosser musste der erst 17-Jährige in den Kriegsdienst und wurde in England interniert. Wieder daheim, absolvierte er ein Ingenieurstudium und baute gleichzeitig den Meister im Metallfach. Und noch einmal lenkte das Schicksal seinen  Weg um. Vom Metall- sattelte er zum Beton­steinhandwerk um, denn Walter Pfeiffer führte nach dem Tod des Schwiegervaters den Betrieb Bayer als Geschäftsführer bis 1996. Danach übernahm Sohn Michael Pfeiffer die Firma. Im Jahr 2002 konnte man das 100-jährige Bestehen des Betriebes feiern.

54 Jahre verheiratet
Inge Pfeiffer, Tochter des Offenburger Bauunternehmers Eugen Bayer, ist 2009 verstorben, die Eheleute waren 54 Jahre verheiratet. Bis zuletzt hatte es sich Walter Pfeiffer nicht nehmen lassen, sich  geistig und körperlich fit zu halten. Mit dem Wanderclub »Fernweh« Touren zu unternehmen, seinen Garten in ein Blumenmeer zu verwandeln oder jeden Tag einige Runden zu schwimmen. Große Freude habe ihm das Aufwachsen seiner zwei Enkel, Fabian und Simon, bereitet.

Der Verstorbene war Träger zahlreicher Auszeichnungen, wie Landesehrennadel und Bundesverdienstkreuz mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, dem Bundesverdienstkreuz für verantwortliche Positionen in der Handwerkskammer Freiburg, der Innungskrankenkasse und der Kreishandwerkerschaft. Sportliche Auszeichnungen und alle Ehrungen der schwäbisch-alemannischen Narrenzunft wurden ihm verliehen. Lange Jahre war Pfeiffer Stadtrat sowie Mitglied des Aufsichtsrats der Volksbank.

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